Sonntag, 13. August 2017

Lila Landschaft

Blühendes Heidekraut – heute am Wegesrand auf dem Hässelberg südlich von Hankensbüttel fotografiert.
Wer Lust auf lila Landschaften hat, sollte jetzt zu uns in die Heide kommen. Zwar wird die die Heideblüte voraussichtlich erst Ende dieses Monats ihren Höhepunkt erreichen, aber vielerorts steht die Besenheide (Calluna vulgaris) bereits jetzt in voller Blüte – nicht nur auf den weitläufigen Heideflächen, sondern auch an Wald- und Wegrändern.
Tipp: Beim Tourismusverband Lüneburger Heide lässt sich die Entwicklung der Heideblüte anhand eines täglich aktualisierten "Blütenbarometers" – das zeigt zurzeit 25 Prozent an – und aktueller Fotos auch aus der Ferne verfolgen.

Dienstag, 8. August 2017

Blick aus dem Küchenfenster

Im Halbschatten unter dem Blätterdach des großen Nussbaums im Innenhof fühlt sich die Rispenhortensie offenbar so richtig wohl und entwickelt jedes Jahr aufs Neue üppige, champagnerfarbene Blütenrispen.
Das Schöne an Hortensien ist, dass sie ohne großen Pflegeaufwand so üppig und ausdauernd blühen. Sie sollten deshalb in keinem Garten fehlen. Auch wir haben etliche Exemplare. Allerdings stehen wir nicht so sehr auf die in kräftigen Blau- und Rottönen blühenden Hortensien. Umso mehr lieben wir unsere weiß blühende Kletterhortensie an der Nordwand und die Rispenhortensie mit ihren geradezu riesigen, champagnerfarbenen Blüten im Innenhof. Der Blick aus dem Küchenfenster begeistert uns jeden Tag aufs Neue.

So schön ist zurzeit der Ausblick aus dem Küchenfenster.

Mittwoch, 2. August 2017

Blühstreifen gegen Betonköpfe

Unser Blühstreifen vor dem Vorgartenzaun bzw. der Vorgartenmauer.
"Eine Schande" urteilten 70+-Dorfbewohner über unseren artenvielfältigen, naturnahen Vorgarten, in dem nichts in Reih und Glied steht. Uns ist egal, was die Leute sagen – wenn sie denn sonst keine Probleme haben ... . Uns gefällt der "wilde" Vorgarten, und die Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lieben ihn.
In diesem Sommer sind wir noch einen Schritt weiter gegangen und haben den eine Handbreit schmalen Streifen zwischen Gartenzaun und dem hässlichen Betonverbundsteinpflastergehweg in einen Blühstreifen verwandelt. Die Betonköpfe im Dorf sollen selbst entscheiden, ob sie das als Provokation oder Charme-Offensive empfinden.
Wir haben bereits viele Komplimente für den Blühstreifen erhalten – allesamt von Auswärtigen.

Zwischen dem grauen, toten Beton sprießt buchstäblich das blühende Leben.

Freitag, 28. Juli 2017

Positiv formuliert: abwechslungsreich

Will es etwa schon dunkel werden? Es ist doch erst 16:51 Uhr.
Wenn dieser Sommer ein Prädikat verdient, das nicht wertend gemeint ist, dann dieses: wechselhaft. Das hat sich heute wieder einmal bestätigt. Ich bin mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Post im 5 km entfernten Nachbarort. Als ich losfahre, hat es gerade angefangen zu regnen. Doch auf halber Strecke ist der Regen schon wieder vorbei, und im Nachbarort scheint die Sonne, und es ist so heiß, dass ich schleunigst die Jacke ausziehen muss, um nicht zu hyperventilieren. Auf dem Rückweg bleibt es trocken, aber ich muss gegen heftige Windböen anstrampeln, und von Westen her nähert sich eine dicke, schwarze Wolkenwand. Au weia, hoffentlich schaffe ich es noch bis nach Hause, bevor das Gepladder losgeht!
Geschafft! Aber wo ist die Wolkenwand hin? Sie ist einfach über mich hinweggezogen, ohne sich zu entleeren.
Auch fürs Wochenende ist unbeständiges Wetter vorhergesagt – oder positiv formuliert: abwechslungsreiches Wetter.

Die Wolkenwand sah bedrohlich aus, stellte sich dann aber doch als harmlos heraus.

Dienstag, 25. Juli 2017

Gut getarnt

Nicht jeder Raupe ist es vergönnt, sich irgendwann in einen Falter verwandeln. Viele von ihnen fallen zuvor den Vögeln zum Opfer, für die so eine Raupe buchstäblich eine fette Beute ist. Die beste Überlebensversicherung für eine Raupe ist eine gute Tarnung. Die des Exemplars auf unserem Foto, am Wochenende fotografiert in unserem Garten, ist geradezu perfekt:

Hoffentlich frisst die Raupe nicht das ganze Blatt auf. Dann wäre ihre Tarnung futsch.

Sonntag, 23. Juli 2017

Strohballen auf Stoppelfeldern

Gegen Abend werfen die Strohballen lange Schatten auf die Stoppelfelder.
Mit der Gerste hat die Getreideernte begonnen, und jetzt liegen auf den Stoppelfeldern große, goldgelbe Stroh-Rundballen herum und warten darauf, eingesammelt zu werden. Obwohl die Stoppelfelder zum Sommer gehören, haben sie doch etwas Herbstliches, und das ist ja eigentlich auch schön, denn ich liebe den Herbst mehr als den Sommer, der sich leider auch heute wieder schwülwarm präsentierte. Auf diese drückende Hitze kann ich gerne verzichten.

Samstag, 22. Juli 2017

Einmal waschen, bitte!

Aus der Regenrinne fallen noch einzelne Trop-
fen in die bereits randvoll gefüllte Regentonne.
Auf der einen Seite die graue Front, die abrückt, auf der anderen letzte nachfolgende Wolken und dazwischen Sonnenschein. Überall tropft und rinnt es, der Garten ist einmal kräftig übergebraust,  die Erde ganz dunkel vor Nässe. Den ganzen Morgen und Vormittag fiel der Regen, mitunter auch recht heftig, aber nicht wie bei einem Unwetter. Wieder einmal Glück gehabt, auch diese Gewitterfront ist ohne Gedöns an uns vorbeigezogen, hat nur die schon wieder benötigte Feuchtigkeit zurückgelassen, der Garten sieht aus wie frisch belebt, nur hier und da neigen sich Zweige. Aber schon fliegen wieder die ersten Schmetterlinge, Bienen und Hummeln, die der Regen zur Zwangspause verdonnert hatte.
An den Nachtkerzenblüten, die in der Dunkelheit so schön leuchteten und am Morgen schon wieder schlapp herunterhängen, glitzern noch einige Tropfen. Ebensolche Wasserperlen verzieren die noch junge Lupine, die sich trotzdem schon zum Blühen entschlossen hat.
Die Regentonnen sind wieder gut gefüllt, jetzt heißt es abwarten, der nächste Guss ist bereits angekündigt …

Nasse Nachtkerzenblüte.
Die kleine Lupine hat sich mit Wasserperlen geschmückt.

Sonntag, 16. Juli 2017

Hechelnde Hunde

Die Hund versuchen, sich durch Hecheln etwas Kühlung zu verschaffen.
20 Grad – das ist doch eigentlich eine angenehme Temperatur zum Wandern. Aber nicht, wenn es so schwül ist wie heute. Die 20 Grad kamen uns gefühlt wie 30 Grad vor, und auch den Hunden war es eindeutig zu heiß, wir wir unschwer an den heraushängenden Zungen erkennen konnten. Deshalb haben wir heute eine nicht ganz so lange Tour gemacht wie sonst.
Doch das drückende Wetter hatte auch etwas Gutes: Es waren keine anderen Leute unterwegs, und wir hatten die Landschaft ganz für uns alleine.

Samstag, 15. Juli 2017

Sonne, Stroh und Wolken

Auch wenn die Wolkendecke heute ziemlich geschlossen erschien, zeigten sich immer wieder Löcher, die den Blick auf den blauen Himmel dahinter freigaben, damit die Sonne die goldgelben Strohballen auf dem Stoppelfeld leuchten lassen konnte.
Ist so ein Sonne-Wolken-Mix nicht viel spannender als blauer Himmel bis zum Horizont? Wir meinen: ja! Uns graust es schon vor der nächsten Woche. Mittwoch soll die Tageshöchsttemperatur auf 31 Grad steigen. Während sich viele Städter nach solchen Sommertagen sehnen, sind die Leute auf dem Land – und dazu zählen auch wir – froh, wenn es nicht ganz so heiß wird und es alle paar Tage mindestens einmal kräftig regnet.
Das einzig Nervige an so wechselhaftem Wetter: Man weiß nie, was man anziehen soll. Eine Regenjacke für den nächsten Schauer kann nicht schaden, aber sobald zwischendurch die Sonne herauskommt, wird es geradezu unerträglich heiß und drückend.

Dienstag, 11. Juli 2017

Den Bock zum Gärtner machen?

Die Bienen und Hummeln freuen sich ebenso
wie 
wir über die vielen schönen Sonnenblu-
men im Garten.
Den Bock zum Gärtner machen? Nein, lieber nicht! Die Gefahr, dass das passiert, ist auf unserem Hof allgegenwärtig, vor allem seit Ziegenbock Linus zur Verstärkung zwei kleine Böckchen an seine Seite bekommen hat. Die liebe Minou, Mutter der beiden Kleinen, würde aber mindestens ebenso viel Schaden anrichten – wenn wir nicht stets darauf achten würden, dass alle Pforten zum Obst- und Gemüse- und Rosengarten fest verriegelt sind. Bei anderen Vertretern der Klasse der Wirbeltiere haben wir überhaupt nichts dagegen, wenn sie sich bei uns gärtnerisch betätigen. Bei den Vögeln hat die gärtnerische Betätigung auch gar nichts Destruktives. Im Gegenteil: Sie sorgen fleißig dafür, dass die sommerliche Blütenpracht im Garten besonders üppig ausfällt. Sie säen nämlich im großen Stil Sonnenblumen, und dafür sind wir ihnen durchaus dankbar, wenngleich wir uns schon ein bisschen ärgern, dass sie mit den Sonnenblumenkernen am Futterhaus – wir füttern bekanntlich ganzjährig – so 'rumsauen und wir ständig für Nachschub sorgen müssen. Aber die vielen Kerne im Gras sind nicht verloren. Etliche von ihnen keimen, und aus einigen wachsen dann schöne, große Sonnenblumen, und das an beiden Vogelfutterplätzen im Garten.

Sonntag, 9. Juli 2017

Wenn schon nicht ans Meer, dann . . .

Mit acht Hektar Wasserfläche hat der See im Kurpark schon eine beachtliche Größe.

Bad Bodenteich liegt nicht am Meer, hat
aber immerhin einen "maritimen" Spring-
brunnen zu bieten.
... muss es wenigstens etwas Wasser sein. Strahlende Sonne und blauer Himmel mit ein paar kleinen, durchaus dekorativen Wölkchen – bei so einem Wetter wie heute würde ich am liebsten spontan an die Ostsee fahren – wäre es nicht so weit weg. Für viele sind 200 Kilometer keine große Entfernung, aber wir haben keine Lust, stundenlang im Auto zu sitzen, mal ganz abgesehen davon, dass so ein Tagestrip ans Meer aus ökologischer Sicht eigentlich auch gar nicht in Frage kommt, es sei denn wir würden mit der Bahn fahren.
Nun gut, also nicht ans Meer. Aber doch ans Wasser. Also sind wir mit dem Fahrrad wieder einmal nach Bad Bodenteich gefahren. Das im Kurpark zum See aufgestaute Flüsschen Aue bildet dort immerhin eine acht Hektar große Wasserfläche. Noch mehr Wasser erblickten wir auf dem Weg dorthin: Der Elbe-Seitenkanal ist zwar nur eine künstliche Wasserstraße, ist aber so breit wie ein größerer Fluss, und er hat über die Elbe eine direkte Anbindung ans Meer.
Weil es so schön war, durch die Landschaft zu radeln, sind wir nur auf der Rücktour auf dem direkten und somit kürzesten Weg gefahren. Auf der Hintour sind wir in einem großen Bogen um Bad Bodenteich herum und aus nördlicher Richtung in den Ort gefahren. So kamen wir insgesamt auf rund 50 Kilometer – genau die richtige Länge für eine gemütliche Sonntagstour. Morgen darf es dann gerne wieder regnen ...

Von einer der Brücken über den Elbe-Seitenkanal werfen wir einen sehnsuchtsvollen Blick nach Norden in Richtung Meer.
Hier geht's direkt zu unserer Radtour:

Freitag, 7. Juli 2017

Unwiderstehlich

Blühender Oregano leckt jede Menge Hummeln und Schmetterlinge an.
Oregano passt nicht nur prima zu Pizza und Pasta, sondern ist auch für Hummeln und Schmetterlinge gut, denn der Nektar dieser rosaviolett blühenden Gewürz- und Heilpflanze enthält besonders viel Zucker und ist daher für viele Insekten geradezu unwiderstehlich. Außerdem soll Oregano dem alten Aberglauben zufolge böse Mächte abwehren und Menschen, die keinen Lebensmut mehr haben, wieder fröhlich machen. Diese Pflanze sollte daher in keinem Garten fehlen.

Montag, 3. Juli 2017

Die Zucchini blühen

In der alten Zinkwanne sind die Zucchini hoffentlich etwas besser vor Schnecken geschützt als im Gemüsebeet.
Zucchini, die kleinen Verwandten der Gartenkürbisse, sind wunderbare Pflanzen. Sie bringen nicht nur viele leckere Früchte hervor, die sich vielfältig zubereiten lassen, sondern sind mit ihren großen, gelben Blüten auch eine Zierde für jedes Gemüsebeet. Dumm nur, wenn einem die Schnecken zuvorkommen und von den üppig wuchernden Pflanzen nur noch traurige Gerippe übrig bleiben – so geschehen bei uns im vergangenen Sommer. In diesem Jahr sind die Zucchini vom Gemüsegarten in den Vorgarten umgezogen. Dort stehen sie freier und haben mehr Sonne – und in der alten Zinkwanne sind sie hoffentlich besser vor den gefräßigen Schnecken geschützt.

Sonntag, 2. Juli 2017

Süßer das Kraut nie duftet

Mädesüß duftet wie Honig mit einem Hauch Mandelaroma.
Auf unserer Sonntagstour mit den Hunden kamen wir heute an einer Stelle vorbei, an der es verführerisch duftete. Der honig- bis mandelartige Duft entströmte den cremeweiß blühenden Pflanzen am Rand des Grabens neben dem Weg: Mädesüß. Der schöne Name hat allerdings nichts mit süßen Mädchen zu tun, sondern bedeutet wahrscheinlich "Metsüße". Für diese Namensherkunft spricht zumindest die dänische und norwegische Bezeichnung mjødurt (Metkraut). Im Englischen heißt die alte Heilpflanze meadow sweet, also Wiesensüße.
Mit Mädesüß lässt sich natürlich nicht nur Met aromatisieren, sondern auch Tee zubereiten. Besonders köstlich – zum Beispiel zu Erdbeerkuchen – ist Schlagsahne (für uns selbstverständlich in veganer Variante auf Soja-Basis), in die über Nacht (also vor dem Schlagen) ein Stengel Mädesüß gehängt wurde.
Mädesüß gehört übrigens zur Familie der Rosengewächse.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Auf die Hinterbeine

Schlimm genug, dass sich Minou immer wieder als Forstschädling betätigt, aber jetzt gibt sie auch noch ihren beiden Söhnen Anschauungsunterricht in dieser Disziplin. Zum Glück sind diese noch nicht ausgewachsen, und so wird es noch eine Weile dauern, bis sie wie ihre Mutter an die Zweige in zwei Meter Höhe herankommen. Wären die Ziegen nicht so liebenswert, würden wir uns schwertun, ihnen all den Schaden zu verzeihen, den sie auf dem Hof anrichten.

Wer sich auf die Hinterbeine stellt, kommt auch an höher hängende Zweige heran. Minou
zeigt dem 
Nachwuchs, wie es geht. 

Sonntag, 25. Juni 2017

Herr und Frau Gimpel geben sich die Ehre

Der Vogelschwund in Deutschland ist dramatisch. Ein Drittel aller Vogelarten zeigt seit Ende der 1990er Jahre "signifikante Bestandsabnahmen", teilte im Mai der NABU mit. Von der Bundesregierung offiziell bestätigten Zahlen zufolge gab es allein beim Kiebitz zwischen 1990 und 2013 einen Rückgang um 80 Prozent, beim Rebhuhn sogar um 84 Prozent. Verantwortlich für diese besorgniserregende Entwicklung insbesondere bei den Feld- und Wiesenvögeln ist die intensive Landwirtschaft, die vielen Arten den Lebensraum genommen hat. Indem wir Erzeugnisse aus ökologischem Landbau kaufen, können wir den Vogelschwund nicht stoppen, aber immerhin einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, dass er nicht immer noch schlimmer wird.
Und im eigenen Garten lässt sich immerhin für die Singvögel etwas tun, die ebenfalls buchstäblich auf dem absteigenden Ast sind. Statt großer Rasenflächen, die streng genommen nichts Anderes sind als die landwirtschaftlichen Monokulturen im Kleinen, können wir unsere Gärten vielfältig und vogelfreundlich gestalten. Darüber hinaus ist die Ganzjahresfütterung ein Erfolg versprechende Möglichkeit, die Artenvielfalt bei den Gartenvögeln zu erhöhen. Unser Selbstbedienungsrestaurant im Apfelbaum hat also 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet. Bis zu zwei Zentner Sonnenblumenkerne gehen dort im Jahr über die Theke.
Das Angebot nehmen Blaumeise, Kohlmeise, Weidenmeise, Buchfink, Kernbeißer, Kleiber, Grünfink, Rotkehlchen, Amsel und Wacholderdrossel dankbar an. Heute haben sich zwei neue Gäste am reich gedeckten Tisch eingefunden: Herr und Frau Gimpel kamen zu einem ausgiebigen Frühstück vorbei, und darüber haben wir uns riesig gefreut.

Ein Gimpelpaar hat sich in unserem Selbstbedienungsrestaurant eingefunden.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Blitze, Donner, Sturm und Regen – und ein glutrotes Loch im schwarzen Abendhimmel

Au weia, da hat der Sommer aber böse begonnen! Zwei Menschen sind in dem Unwetter heute bei uns in der Gegend gestorben. Wegen umgestürzter Bäume war der Bahnverkehr auf der Hauptstrecke nach Hamburg und auch auf den meisten Nebenstrecken lahmgelegt, und so manche Straße war ebenfalls blockiert. Bei uns sind jede Menge Äste von den Bäumen gefallen, aber passiert ist zum Glück nichts, dafür war etwas weiter nördlich umso schlimmer.
Tagsüber wurde es zeitweise dunkel wie in der Abenddämmerung, aber zwischendurch zeigte sich auch immer wieder die Sonne, und dann wurde es gleich schwülwarm. Abends zog dann ein Gewitter nach dem anderen mit Sturm und Starkregen über uns hinweg – und auch jetzt, während  ich dies hier schreibe, grollt es draußen noch heftig. Allerdings gab es auch etwas Versöhnliches: Kurz, bevor es für heute endgültig dunkel wurde, riss im Nordwesten der Himmel auf, und erlaubte einen Blick auf das, was sich hinter der bedrohlich schwarzen Wolkenwand abspielte: ein wunderschöner Sonnenuntergang mit glutroten Himmel. Im Osten  zuckten derweil weiter die Blitze.

Versöhnlicher Tagesabschluss: Der Himmel riss auf, und hinter der düsteren Wolkenwand zeigte sich die Sonne.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Romantischer Ratzeplatz

Ein nettes Sonnenplätzchen.
Nicht auf Rosen gebettet hat sich Parson-Russell-Terrier Viererlein, aber doch wenigstens an Rosen. Bei so schönem Sommerwetter legt er sich gern ins kühle Gras und macht ein Nickerchen, Wachhund bleibt er trotzdem. Die Stelle am – zugegebenermaßen – noch spärlich berankten Rosenbogen hat er strategisch günstig gewählt, denn er liegt ungefähr in der Mitte unserer Obstwiese, allzeit bereit, sofort aufzuspringen, wenn sich hinten bei den Pferden am Zaun oder vorn zur Straße hin etwas regt. Vorerst aber ratzt er nur. Erst nach einer guten halben Stunde wird es ihm zu heiß und er zieht in den Schatten um.
Die kleinblütige Ramblerrose, die in diesem Bild den malerischen Hintergrund bildet, heißt übrigens Maria Lisa. Sie blüht nur einmal im Jahr, dafür mit umso mehr kleinen Blütchen, denen später Hagebutten folgen. Gezüchtet hat sie der Augustinermönch Bruder Alfons im Jahr 1925. Benannt hat er sie nach zwei Frauen, die in seinem Kloster arbeiteten, was für eine hübsche Geste! Obwohl diese Rose, die noch sehr einer Wildrose ähnelt, grundsätzlich gern von Bienen besucht wird, haben die sich bei uns noch nicht sehen lassen, dafür aber viele kleine Käfer und noch manches andere Insektengetier. Ich habe diesen Neuzugang in unserem Garten jedenfalls schon jetzt ins Herz geschlossen, denn im ersten Jahr noch dazu nach diesem frostigen Mai hatte ich nicht mit so einer Blütenfülle gerechnet. Maria Lisa soll bis zu fünf Metern hoch werden, da hat sie noch etwas vor sich!

Dienstag, 20. Juni 2017

Für Augen und Nase

Je nach Sorte haben die Kartoffeln entweder violette ....
Die Lüneburger Heide ist das größte Kartoffelanbaugebiet Deutschlands. 40 Prozent aller hierzulande geernteten Knollen stammen aus unserer Region. Auf den sandigen Böden der Heide gedeiht die Kartoffel besonders gut, allerdings nur, wenn sie künstlich bewässert wird. Seit 2010 ist die Bezeichnung "Heidekartoffel" sogar europaweit geschützt. Nur tatsächlich in der Lüneburger Heide angebaute Kartoffeln dürfen so bezeichnet werden.
Zurzeit blüht sie, die Heidekartoffel – je nach Sorte in Weiß oder Violett. Auf unseren allmorgendlichen Hundespaziergängen kommen wir an mehreren Kartoffelfeldern vorbei und freuen uns über die Blütenmeere. Aber die blühenden Kartoffelfelder sind nicht nur schön anzuschauen, sondern sie duften auch herrlich – besonders intensiv nach einem Regenschauer.

... oder weiße Blüten. Hübsch sind beide Varianten.

Montag, 19. Juni 2017

Sommersnack mit den Blauen aus Sibirien

Für Hunde mag so ein Beerencocktail nicht sonderlich interes-
sant sein, aber wir lieben diesen vitaminreichen Sommersnack.
Von den Meteorologen haben wir gelernt, dass ein Tag erst als ein heißer gilt, wenn die Tageshöchsttemperatur bei mindestens 30 Grad liegt. Heute lag sie, zumindest bei uns, zwei Grad darunter. Somit kann allenfalls von einem warmen Tag die Rede sein. Uns war es trotzdem viel zu heiß. Wir mögen es lieber etwas kühler, können ohnehin Kälte besser vertragen als Hitze. Unsere persönliche Wohlfühltemperatur liegt im Bereich von 15 bis 20 Grad. Damit gehören wir wahrscheinlich zu einer Minderheit hierzulande, aber egal.
Doch auch wir können der Hitze durchaus einen positiven Aspekt abgewinnen: Man hat weniger Hunger, sodass das abendliche Kochen – das Abendessen ist unsere Hauptmahlzeit – gerne ausfallen darf. Klar, wir haben ja auch schon in der Mittagshitze gebraten oder, korrekt ausgedrückt, wir sind gebraten worden.
Mittags haben wir lediglich Lust auf etwas Kleines, Leichtes. Wie gut, dass gerade Beerenzeit ist und der Garten einige süße und obendrein gesunde Leckereien bereit hält! Vor allem die dunklen Beeren strotzen ja nur so vor Antioxidantien, und man gar nicht genug davon essen. Geradezu begeistert sind wir von unseren Sibirischen Blaubeeren, die so heißen, weil ihre Heimat Sibirien und dort insbesondere die der sibirischen Pazifikküste vorgelagerte Halbinsel Kamtschatka ist. Daher lautet ihr offizieller Name auch Kamtschatka-Heckenkirsche (Lonicera caerulea var. kamtschatica). Der botanische Name verrät es: Es handelt sich um eine Varietät der Blauen Heckenkirsche (Lonicera caerulea),
Obwohl es auch in Sibirien im Sommer sehr heiß werden kann, denken wir beim Stichwort Sibirien doch wohl zuerst an die sibirische Kälte. Tatsächlich schmeckt die Sibirische Blaubeere mehr nach einer klimatisch rauen Gegend: etwas herber als unsere heimische Blaubeere und deren Zuchtform, die Kulturheidelbeere. Wir finden das nicht unangenehm. Im Gegenteil, es ist ein sehr interessantes Geschmackerlebnis, die länglichen, herben Blaubeeren mit süßen Beerenfrüchten zu kombinieren. Wir haben uns für Erdbeeren und Himbeeren entschieden. Den Beerencocktail essen wir am liebsten mit einem fermentierten Sojaprodukt der Geschmachksrichtung Natur. Bis vor wenigen Tagen hätten wir Soja-Joghurt geschrieben, aber die EU hat ja gerade derlei Bezeichnungen wegen der Verwechslungsgefahr mit Milchprodukten verboten. Nur Kokosmilch darf weiterhin ungestraft als solche bezeichnet werden. Warum? Weil Kokosmilch schon immer Kokosmilch hieß, argumentieren die Brüsseler Bürokraten.
Wie auch immer, wir finden so einen Sommersnack mit den Blauen aus Sibirien superlecker.

Wie kleine Glocken hängen sie am Strauch, die Sibirischen Blaubeeren.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Liebe Wegbegleiter

Unsere liebsten Wegbegleiter in diesen Wochen sind die Lupinen. Überall an Wegesrändern und Straßenböschungen und auch an den Ufern des Elbe-Seitenkanals blühen sie jetzt, überwiegend in Blau, aber auch in Rosa, Weiß und in zweifarbigen Varianten. Die Hummeln teilen unsere Vorliebe für diese wunderschönen Wildblumen und besuchen sie eifrig.


Samstag, 27. Mai 2017

Famlienglück

Die Amsel auf ihrem Nest in der Kletterhortensie an der Wand unseres Gartenschuppens.
Seitdem eine Amselfamilie im Schutz der Kletterhortensie, gleich bei der Regenwasserwanne, ihr Nest auf einem bisher nutzlosen alten Ochsenjoch, das seit Jahren zugewuchert an der Wand hing, bezogen hat, nehmen wir Anteil an ihrem Leben.
Wir bangten mit den Amseln, als das Gewitter vor mehr als einer Woche niederging und das Wasser über ihren Köpfen hinweg über das Dach auf den Hof schoss. Aber sie haben ihren Nistplatz gut gewählt, das Nest und die Kleinen blieben trocken. Vor knapp einer Woche sind die Amselküken geschlüpft. Vier Eier lagen bei meiner letzten Kontrolle, als gerade einmal "sturmfreie" Bude war und beide Elterntiere kurz unterwegs waren, im Nest. Jetzt sind wir am Rätseln, wie viele kleine Amseln dort nun eigentlich heranwachsen. Drei habe ich schon gesehen, Inka meint, es könnten auch fünf sein. Egal, es ist hinreißend mitzuerleben, wie sehr sich die Eltern für sie abrackern. Das Männchen brachte ständig Würmer für das noch brütende Weibchen herbei, bewachte das Nest aus der Ferne, bereit, jeden Eindringling im Revier hinfortzujagen. Sobald die Abendsonne herumkommt und heiß aufs Nest brennt, stellt sich das Weibchen mit aufgefächertem Flügel darüber und bietet den benötigten Sonnenschutz. Ich mag Regenwürmer sehr, dennoch bin ich immer froh, wenn ich die beiden Amseln mit vollem Schnabel von oben auf der Wiese oder von vorn unter den Apfelbäumen am Haus zum Nest zurückfliegen sehen.
Als ich gestern ausgiebig neu gepflanzte Blümchen und Bäume in unserem Vorgarten goss, wartete das Amselmännchen schon etwas abseits auf einem Zweig, kaum räumte ich mit der nun leeren Gießkanne das Feld, flog es herbei und suchte in der feuchten, warmen Erde nach Beute.
Ein Nest so direkt in unserem Umfeld und dabei noch fast auf Augenhöhe hatten wir noch nie, ich hoffe, dass dieser Plätz nun noch öfter gewählt wird und alles klappt mit dieser Amselbrut. Allgemein hatten es die Vögel so schwer in diesem Jahr mit diesem so eisekalten April und Maibeginn. Erst jetzt fliegt mehr kleines Getier herum. Zum Glück haben wir keinen Mangel an Regenwürmern, diesbezüglich haben es die Amseln einfacher als beispielsweise die Meisen.

Die hungrigen Jungvögel warten darauf, dass Mutter und Vater ihnen die Schnäbel stopfen.

Samstag, 20. Mai 2017

Pusteblumen

Die gelbe Blütenpracht ist schon wieder passé, und die blühende Löwenzahnwiese hat sich – simsalabim – über Nacht in eine Pusteblumenwiese verwandelt. Aber auch die ist flüchtig. In wenigen Tagen werden die mit haarigen Flugschirmen ausgestatteten Früchte vom Winde verweht sein. Ja, der Frühlings ist eine ebenso intensive wie vergängliche Jahreszeit.

Tausende von kleinen Flugschirmen warten darauf, vom Winde verweht zu werden.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Endlich warm genug, um bis zum Sonnenuntergang draußen zu sitzen

Vor dem Abendessen noch ein schnelles Smartphone-Selfie – und dabei in die Abendsonne blinzeln.
Wow, war das heute ein schöner Frühlingsabend! Und endlich einmal warm genug, um bis zum Sonnenuntergang draußen zu sitzen. Zu essen gibt es bei uns an solchen Abenden traditionell mit zuckersüßen Datteltomaten und Tofu Rosso, unserer veganen Mozzarella-Alternative, gefüllten Baguettebrötchen. Dazu reichlich Basilikum, eine Prise Salz und einen kräftigen Schuss Olivenöl – superlecker! Und zur Feier des Tages gönnten wir uns ein friesisch-herbes alkoholfreies Bier.
Zum Tagesausklang machten wir dann noch unseren obligatorischen Spaziergang mit den Hunden.
Es wäre doch jammerschade gewesen, wenn wir diesen Tag nicht bis zum letzten Sonnenstrahl draußen ausgenutzt hätten, zumal es morgen zum Abendessen blitzen und donnern soll.

Neben unserem Sitzplatz auf dem Hof leuchtet ein Ahornblatt im warmen Licht kurz vor Sonnen-
untergang.

Freitag, 12. Mai 2017

Baum frisst Schild

Zuweilen lassen sich recht kuriose Dinge am Wegesrand entdecken. Gestern habe ich zum Beispiel einen Baum fotografiert, der doch tatsächlich gerade einen Wegweiser aus Metall zu verspeisen scheint.
Fachleute nennen das "überwalmen". Auf diese Weise können Bäume Wunden, die ihnen zugefügt worden sind – und nichts anderes war das Anbringen des Schildes –, schließen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, sondern dauert einige Jahre.

Das Metallschild dürfte für die Eiche schwer verdaulich sein.

Sonntag, 7. Mai 2017

Klein, aber oho

Nach dem Umtopfen bekommt jede der kleinen Tomatenpflänzchen noch einen kräftigen Schluck Wasser.
Luft wie mit Weichspüler gewaschen, nicht der kleinste Wind geht. Ein idealer Tag, um unsere kleine Tomatenzucht in größere Töpfchen zu verpflanzen. Klein sind die Pflänzchen noch, aber besser als am Fenster halbmeterlange bleiche Kriechgewächse heranzuziehen, die später Wochen brauchen, um sich draußen einzuleben. Bisher haben es unsere kleinen Mickerlinge noch immer gemacht.
Einen Rückschlag haben aber auch sie schon hinter sich, da hat doch tatsächlich eine Maus an ihren Blättern gefressen! Ganz schön frech, aber für uns bleiben trotzdem mehr als genug Pflanzen übrig. In diesem Jahr habe ich fast nur kleinfrüchtige Sorten ausgesät: Onkel Gustav, Rote Pflaume und die Unaussprechliche (Vesennij Mieurinskij). Sie alle keimen gut und verlässlich im nicht immer warmen Wohnzimmer und tragen reich und verlässlich, selbst wenn der Sommer nur kurz ist. Die kleinen Früchte, meinen wir beide, schmecken ohnehin besser als die großen von Stabtomaten.
Jetzt müssen wir nach den kalten Frosttagen nur noch auf weitere Tage wie diesen heute hoffen, damit die kleinen Pflänzchen bald groß werden.

Noch wirken die Töpfe etwas überdimensioniert, aber das wird sich hoffentlich bald ändern, wenn die Pflänzchen kräftiger werden.

Samstag, 6. Mai 2017

Zum Anbeißen schön

Ist es nicht schön, das frische, zarte Lärchengrün!?
Die jungen, zarten Lärchenblätter sind zum Anbeißen schön. So hellgrün, zart und saftig müssen sie sich nicht hinter dem frühlingsfrischen Laub der Birken und Buchen verstecken.
Blätter? Sind das nicht Nadeln? Nein, sie sehen nur so aus. Lärchen gehören zwar zur Familie der Kieferngewächse, haben aber keine immergrünen Nadeln, sondern Blätter, und wie Laubbäume werfen diese Koniferen ihre Blätter im Herbst ab und bekommen im Frühling neue. Klar, das weiß doch jedes Kind! Nicht unbedingt, mit zunehmender Naturentfremdung kennen immer weniger Leute die Besonderheiten der verschiedenen Baumarten. Und leider ja nicht alle Kinder das großen Glück, einen Waldkindergarten besuchen zu dürfen.
Ach ja, auch dass der Baum mit "ä" und der gleichnamige Vogel mit "e" geschrieben wird, ist leider auch vielen Erwachsenen nicht mehr geläufig.

Und weil es so schön ist, hier noch eine Nahaufnahme eines Lärchenzweiges.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Apfelblüte

Unser "Celler Dickstiel" hat seine ersten Blüten geöffnet.
Der Mai ist der Monat der Blüten. Fast jeden Tag öffnen sich im Garten weitere, und wir sind so froh, dass die Apfelblüten vom späten Frost verschont geblieben sind. Gut, dass sie später blühen als die Kirschen. Deren Blüte sind buchstäblich über Nacht dahingerafft worden, sodass die Kirschernte in diesem Jahr komplett ausfällt. Das lässt sich verschmerzen. Im Herbst keine eigenen Äpfel ernten zu können, wäre für uns schlimmer. Natürlich ist die Nachfrost-Gefahr noch nicht gebannt, aber zumindest für die nächsten acht Tage sieht es, was die nächtliche Tiefsttemperatur betrifft, ganz gut aus. Sofern kein Hagelschauer auf die Blüten niedergeht, dürfte die Apfelblüte kaum noch gefährdet sein.
Aufgrund des vergleichsweise kalten Aprils blüht vieles später als sonst. Die Akeleien zum Beispiel haben immer Anfang Mai geblüht. In diesem Jahr sind die Blüten noch geschlossen, und es wird wohl noch etwa eine Woche dauern, bis sie sich öffnen.

Sonntag, 30. April 2017

Fienes erste Radtour

Mit Sicherheitsgurt: Fiene in ihrem Fahrradkorb.
In wenigen Tagen wird Fiene ein Jahr alt. Höchste Zeit, dass sie das Fahrradfahren lernt. Natürlich kann sie nicht selbst in die Pedale treten (Beine zu kurz), aber auch das Mitfahren im Fahrradkorb will gelernt sein.
Heute war es endlich warm genug, um mit ihr zu einer Radtour zu starten. Wir fuhren nach Wienhausen bei Celle, denn Marion hatte zwei Freikarten für das Gartenfestival, das dort an diesem langen Wochenende stattfindet. Allerdings war uns dort zu viel Gedränge, sodass wir nach einem Rundgang das Festivalgelände schnell wieder verließen, allerdings nicht ohne zuvor an zwei Bio-Ständen drei kleine Pflänzchen gekauft zu haben - ein kleines Mitbringsel für den Garten. Da die vielen Menschen auch Stress für Fiene bedeuteten, trug ich sie während des Rundgangs auf dem Arm.
Im nahe gelegenen Klosterpark war dagegen kaum etwas los, und so machten wir dort noch einen schönen Spaziergang, bevor wir uns wieder auf die Räder schwangen.
Auf dem Rückweg mussten wir gegen heftige Windböen antreten, und wir waren froh, dass wir für die 70-Kilometer-Tour Pedelecs gewählt hatten. Mit Unterstützung durch den Elektromotor war es nicht gar so anstrengend. Unterwegs machten wir, wie auch schon auf der Hintour, eine kleine Pause, damit das kleine Jack-Russell-Terrier-Mädchen etwas Bewegung bekam.
Zuhause bekam Fiene dann ein dickes Lob von uns ("Das hast Du ganz toll gemacht!") und eine extragroße Portion zum Abendessen, denn Radfahren macht hungrig.

Freitag, 28. April 2017

Lieber mit Löwenzahn

Kaum zu glauben, dass manche Leute den Löwenzahn in ihrem Rasen bekämpfen.
Eine gepflegte und akkurat geschnittene Rasenfläche hat durchaus ihren Reiz, aber lieber als diese sattgrünen Monokulturen mag ich doch Wiesen, in denen Löwenzahn und Gänseblümchen blühen und allerlei Kräuter zu entdecken sind. Und es bricht mir fast das Herz, wenn ich sehe, wie Leute, stoisch auf ihrem Rasentraktor sitzend, über die Blumen hinweg fahren und dabei sämtliche Blüten abrasieren.

Jede Löwenzahnblüte ist doch wie eine kleine Sonne im Garten.

Dienstag, 25. April 2017

Hin- und hergerissen

Einer der Falken, die unter dem Dach der Scheune im Hintergrund nisten, hat Beute gemacht.
Wenn ich so etwas beobachte wie heute, bin ich immer hin- und hergerissen zwischen Faszination und Ekel: Einer der beiden Falken, die – wie in jedem Frühjahr - ihr Nest unterm Dach von Nachbars Scheune bezogen haben, sitzt auf dem Schuppendach nebenan und zerrupft seine Beute – einen kleinen Vogel. Ja, so grausam geht es zu in der Natur, und Raubtiere müssen nun einmal Beute machen, um zu überleben und ihren frisch geschlüpften Nachwuchs vor dem Hungertod zu bewahren.
Trotzdem tut es mir leid, wenn die Singvögel, die wir mit unserem ganzjährig bestückten Futterhaus in unseren Garten locken, den Falken zum Opfer fallen. Sollen wir das Füttern vielleicht lieber lassen, damit die Singvögel wegbleiben? Nein, dann würden nicht nur viele Singvögel verhungern, sondern auch die Falken hätten weniger zu fressen. Wir werden also den Singvögeln weiterhin Futter anbieten und hoffen, dass die Singvogel-Population dadurch so groß und stark wird, dass sie einige Verluste durch die Falken verkraften können.
Wir Menschen richten ja sowieso mehr Schaden an als alle Raubtiere zusammen. Raubtiere jagen und töten, um zu überleben, und sie machen nicht mehr Beute, als sie zum Überleben benötigen. Das war einst auch bei den Menschen so üblich. Doch heutzutage werden Tiere aus Habgier getötet. Das fängt beim Wettangeln an und endet in den Tierfabriken, die der industriellen Fleischproduktion dienen. So gesehen ist der (Fleisch fressende) Mensch das schlimmste aller Raubtiere und sollte sich deshalb kein Urteil über das Jagdverhalten der Falken erlauben. Und auch ich werde mich, obwohl ich Veganerin bin, zurückhalten und mich aufs Beobachten und Fotografieren dieser Greifvögel beschränken.

Eine blutige Angelegenheit, aber im Gegensatz zu uns Menschen hat der Greifvogel keine Wahl bei der Zusammenstellung seines Speiseplans.

Montag, 24. April 2017

Alles andere als langweilig

Der Himmel verheißt nichts Gutes, sorgt aber für starke Kontraste und reizvolle Bilder.
Für Meteorologen gibt es nichts Langweiligeres als stabile Hochdrucklagen mit Sonne satt und strahlend blauem Himmel. Wir können das gut nachvollziehen, und deshalb schimpfen wir auch nicht über das ach so schlimme Aprilwetter, sondern genießen sogar ein bisschen den ständigen Wetterwechsel, der ja auch durchaus etwas Spannendes hat. Und aus fotografischer Sicht ist das Aprilwetter allemal attraktiver als die typische Himmelskulisse für die Schönwetterfotografie.
Bei unserer gestrigen Tour mit den Hunden erlebten wir wunderbar dramatische Szenen mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten, dank derer die Farben des Frühlings noch intensiver leuchteten.
Wir wanderten knapp zwölfeinhalb Kilometer durch eine nahezu menschenleere Landschaft mit weiten, unverbauten Ausblicken. Die meisten der dicken, schwarzen Regenwolken zogen über uns hinweg, ohne sich zu entleeren. Nur eine einzigen kurzen Schauer bekamen wir in den zwei Stunden ab, und das war weniger, als wir erwartet oder, besser gesagt, befürchtet hatten. Wegen des kalten Windes behielten wir zwar die meiste Zeit unsere Kapuzen auf, aber sobald zwischendurch wieder einmal die Sonne herauskam, wurde es richtig warm, und wir streiften die Kapuzen vom Kopf und öffneten unsere Parkas.
Ja, man muss sich bei diesem Wetter vielleicht ein wenig überwinden, aber es lohnt sich doch, für mehr als nur für einen Augenblick nach draußen zu gehen. Schon allein wegen der wunderbar klaren und frischen Luft, die sich so anfühlt, als würde sie direkt vom Meer kommen.

Nur ein paar Sekunden nach der Aufnahme oben entstand dieses Bild, vom selben Standpunkt aus, nur in eine andere Himmelsrichtung fotografiert. Über den blühenden Pflaumenbäumen am Bach ist tatsächlich reichlich blauer Himmel zu sehen, aber die nächsten Wolken sind im Anmarsch. 

Mittwoch, 19. April 2017

Frostschutz mit künstlerischer Note

Nicht schön, aber hoffentlich wirkungsvoll: In Frostschutzvlies eingepackte Pflanzen.
Ich komme mir vor wie Verpackungskünstler Christo. Nur, dass ich mir nicht das Brandenburger Tor, sondern unseren Garten vorgenommen habe. Minus vier Grad soll es heute Nacht geben, zu kalt für all die vielen Bäume und Sträucher, die wir gerade erst gepflanzt haben und die jetzt ihre ersten Blätter bekommen. Vom Landhandel habe ich heute Schutzvlies von der Rolle mitgenommen, 50 Meter, besser als nichts, und – das ist das Wichtigste – es soll Nachtfröste abhalten.
Gar nicht so einfach, 20 Meter Hainbuchenhecke damit einzupacken, der Wind macht mein Werk immer wieder zunichte, bis ich das Vlies mit Wäscheklammern befestigt, mit Holzlatten an den Enden beschwert, alle kleinen Äste darunter versteckt habe.
Für die Obstbäume bastele ich kleine Hauben, mangels anderer Schnur mit Geschenkband oben und unten verschnürt, sieht lustig aus. Dann verschwindet der Beetstreifen am Haus mit den neu gepflanzten Rosen unter der weißen, hauchdünnen Decke, den Rosenstöcken etwas weiter stülpe ich Eimer über den Kopf, schleppe Töpfe mit Rosmarin, Kamelien und noch nicht gepflanzten Beerensträuchern herein. In der Diele sieht es jetzt aus wie in einer Gärtnerei. Ein paar kleineren Pflänzchen setze ich noch schnell Zeitungspapierhauben auf, auch die Rosen an ihrem metallenen Bogen bekommt noch etwas wärmenden Lesestoff verpasst.
Über den blühenden Pflaumen und Kirschen funkeln Sterne am schwarzen Nachthimmel, sie müssen ohne Hilfe diese bitterkalte Nacht überstehen. Ob das Vlies den Frost genug abhalten kann, weiß ich nicht, aber wenigstens habe ich es versucht.

Verpackungskunst im Vorgarten à la Christo.