Donnerstag, 30. Juni 2016

Umschlungen

Sehr seltsam, diese Rose mit den extrem langen und schmalen Blättern ...

Nanu, was hat denn die Rose für merkwürdige Blätter? Ob das eine neue Züchtung ist? Oder eine Mutation? Aber nein, die langen, schmalen Blätter gehören natürlich nicht zur Rose, sondern zu dem Geißblatt, das die Rose umschlungen hat. Eine durchaus interessante Symbiose, finde ich.
Der Verbund aus Rose und Geißblatt steht übrigens an der Terrasse unseres Gartenhauses.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Vergängliche Sehenswürdigkeit

Das war es dann auch fast schon wieder: Das rote Blütenmeer verabschiedet sich.
Sehenswürdigkeiten sind meist aus Steinen erbaut und viele Jahrhunderte alt, so wie Kirchen oder Schlösser. Eine Sehenswürdigkeit auf Zeit entdeckten wir entlang der Straße. Über Wochen standen Autos in dem kleinen Feldweg und der Hauseinfahrt daneben, Familien versammelten sich zum idyllisch umrahmten Gruppenfoto. Ein Mohnfeld mit seinen roten Blüten veranlasste Vorbeifahrende immer wieder zur Zwangspause.
Mittlerweile sind es mehr Samenkapseln als Blüten, die von der einstigen Pracht zeugen. Nachdenklich macht an dieser Stelle nur, dass Mohn, einst eine oft im Zusammenspiel mit Kornblumen gar nicht so seltene Begleitpflanze im Getreideacker, mittlerweile Seltenheitswert hat. Nur hier und da sieht man einmal ein paar Klatschmohnblüten am Wegesrand. Das Mohnfeld war übrigens ein "echtes", hier hatte jemand den hübschen Sommerblüher mit voller Absicht in großen Stil eingesät und nicht etwa vergessen, sein Weizenfeld zu spritzen.

Dienstag, 28. Juni 2016

Was blüht denn da?

Sie würden sich auch als Balkonblumen gut machen.
In der Familie der Nachtschattengewächse ist sie die biedere und bodenständige. Ihre Früchte sind nicht so verführerisch rot und knackig wie die ihrer Schwestern, der Tomate und der Paprika, und die Sonne sehen sie auch, wenn sie ausgebuddelt werden. Aber dafür hat die Kartoffelpflanze wunderschöne Blüten, die je nach Sorte weiß oder rosa oder lila sind. Ein blühender Kartoffelacker hat etwas Faszinierendes – das reinste Blütenmeer. Und da bei uns in der Gegend traditionell besonders viele Kartoffeln angebaut werden – die Heidekartoffel gilt ja als regionale Spezialität –, können wir uns zurzeit über etliche Blütenmeere freuen.

Sonntag, 26. Juni 2016

Wildes Löwenmäulchen

Die Farbenpracht des Frühlings ist vorbei. Zwar ist dank des vielen Regens draußen noch alles grün und nicht schon gelb, aber es blüht kaum noch etwas. So gesehen ist der Sommer keine besonders reizvolle Jahreszeit. Doch wir wollen uns nicht beklagen, immerhin blühen gerade die Kartoffeln, und so ein Kartoffelacker voller weißer oder,  je nach Sorte, violetter Blüten sieht wirklich sehr schön aus, allerdings nicht halb so schön wie ein blühendes Rapsfeld. 
Dass auch die Linden blühen, sieht man nicht unbedingt auf den ersten Blick. Aber man riecht es! Herrlich, dieser liebliche Lindenblütenduft! 
Und wenn man genau hinschaut, entdeckt man auch einige Blumen am Wegesrand. Besonders schön finden wir diese hier: Linaria vulgaris heißt sie. Im Deutschen wird sie Frauenflachs, Gewöhnliches Leinkraut oder wildes Löwenmäulchen genannt. Die schwefelgelben Blüten mit orangefarbenem Schlund sorgen für schöne Farbtupfer am Wegesrand. 

Ein hübscher, kleiner Sommerblüher: Linaria vulgaris, das Wilde Löenmäulchen.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Falken fast flügge

Da sitzen sie, die kleinen Falken, im Einflugloch und warten darauf, dass ihre Eltern zum Füttern kommen.
Es kann sich nur noch um ein paar Tage handeln. Dann werden die jungen Falken im Eulenkasten in Nachbars Scheune das Nest verlassen. Zurzeit werden sie noch gefüttert, warten am mit Blech (zum Schutz vor Mardern) umkleideten Einflugloch darauf, dass ihre Eltern zurückkommen und ihnen die Schnäbel stopfen. Geht ihnen das nicht schnell genug, machen sie mit lauten Geschrei auf sich aufmerksam – auch nicht anders als Menschenbabys. Wir könnten ihnen stundenlang zugucken und dabei vergessen, dass die flauschigen Vogelkindern bald ausgewachsene Raubvögel sein werden, die auch Jagd auf die Singvögel an unserem Futterhaus im Apfelbaum machen werden.
Hier stellt sich eines der Falkenkinder fürs Foto in Positur.


Dienstag, 21. Juni 2016

Weg mit den Wintermänteln!

Der Schafscherer bei der Arbeit.
Da saß ich heute im Büro und schrieb gerade eine Rechnung und brauchte dafür das aktuelle Datum. Also guckte ich in die rechte obere Bildschirmecke – und staunte. Das gibt's doch nicht! Heute ist der Einundzwanzigste. Sommeranfang! Mittsommer! Wäre der Himmel nicht bedeckt gewesen, hätten wir heute den längsten Tag des Jahres so richtig genießen könnnen. So aber passte das Wetter wenigstens zu der düsteren Aussicht, dass es ab heute wieder buchstäblich bergab geht und die Tage wieder kürzer werden. Dabei wird es doch jetzt erst richtig Sommer!
Pünktlich zum Sommeranfang haben unsere Schafe ihre dicken Wollmäntel abgelegt und spazieren jetzt nackt auf dem Hof herum. Gestern war der Schafscherer hier, und wieder einmal sahen wir fasziniert dabei zu, wie schnell, ruhig und präzise er arbeitete. Je besser der Schafscherer, umso weniger Stress haben die Tiere. Rasieren, Klauen beschneiden und eine Wurmkur verabreichen – allers zusammen dauert kaum mehr als drei Minuten.

Vier Schafe sind schon nackt und rosig, jetzt fehlt nur noch Valentino, der gerade noch frisiert wird.  

Und hier noch ein kleines Video vom Schafescheren:

video

Freitag, 17. Juni 2016

Eine Woche früher . . .

Auf den ersten Blick scheinen die folgenden beiden Bilder nichts miteinander zu tun zu haben. Und doch gibt es eine Gemeinsamkeit, etwas Verbindendes.

Ziemlich früh: Am Wegesrand blüht schon das Johanniskraut.
Ziemlich früh: Auf diesem Acker ist die Spargelsaison schon beendet.
Das Verbindende ist der Johannistag (24. Juni). An diesem Tag blüht nicht nur das Johnniskraut, sondern an diesem Tag endet auch die Spargelsaison.
In diesem Jahr scheint der Johannistag um eine Woche vorverlegt worden zu sein. Heute Abend entdeckten wir beim Hundespaziergang schon das erste blühende Johanniskraut und sahen einen Spargelacker, auf dem die Ernte bereist eingestellt worden ist. Der Spargel darf jetzt wachsen und einen grünen Busch bilden. Würde man ihn weiterhin stechen, hätten die Pflanzen nicht mehr genug Zeit, um bis zum ersten Frost im Herbst genügend Kraft fürs neue Jahr zu sammeln. Man hat einst den Johannistag als Stichtag für das Ende der Spargelsaison gewählt, weil dem Spargel dann mindestens 100 Tage bis zum ersten Frost bleiben. Vielleicht befürchtet der Spargelbauer in diesem Fall, dass wir in diesem Jahr schon früher Frost haben werden. In Zeiten des Klimawandels ist das unwahrscheinlich, aber nach den jüngsten Wetterkapriolen scheint ja alles möglich zu sein.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Blau, blau, blau blüht der Natternkopf

Am Wegesrand entdeckt: Echium vulgare.
Kleine Entdeckung beim abendlichen Hundespaziergang: Eine hübsche und ziemlich borstige blaue Blume am Rande eines Erdhaufens fällt uns ins Auge. Tatsächlich handelt es sich um eine Vertreterin der Rauhblattgewächse, den Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare). Der Name hört sich gefährlich an, dabei ist die Pflanze für Warmblüter nicht giftig und für die Insektenwelt hat sie besonderen Wert.
In einer englischen Feldstudie ist herausgefunden worden, dass insbesondere dort seltene Hummelarten zum Pollensammeln gern Kleearten anfliegen, auf Platz eins der Pflanzen, an der die Hummeln Nektar saugen, stand aber der Natternkopf. Die hübsche Pflanze ist eine Pionierin und wächst bevorzugt auf steinigem, warmen Boden. In einer Staudengärtnerei kann man diese Wildpflanze sogar für den eigenen (Stein-)Garten bestellen. Als Heilpflanze wird sie nur selten genutzt, soll aber entzündungshemmende und heilende Wirkung bei Wunden haben. Verwandt ist sie übrigens mit dem ebenfalls borstigen und blau blühenden Borretsch, den Hummeln ebenfalls lieben.

Dienstag, 14. Juni 2016

Da braut sich 'was zusammen . . .

Au weia, das sieht aber ganz schön bedrohlich aus, was da in der himmlischen Hexenküche zusammengebraut worden ist! Einerseits unheimlich, andererseits auch faszinierend – oder anders ausgedrückt: schaurig-schön.  Zum Glück ist das Wolkenungetüm an uns vorbeigezogen, und auch das Donnergrollen hörten wir nur aus der Ferne. Dafür hat es am Nachmittag kurz, aber dafür umso heftiger geschüttet. Elf Liter je Quadratmeter zeigte unser Regenmesser an. Dem Garten tat's gut ...

Schaurig-schöner Abendhimmel über der Biogasanlage am Rand unseres Dorfes.

Montag, 13. Juni 2016

Mit Nebel in die Nacht

Manchmal lohnt es sich, die Kamera auch zum spätabendlichen Hundespaziergang mitzunehmen. Als wir mit den Hunden den Hang hinauf gingen, sahen wir ihn schon über der Pferdeweide wabern: Nebel. Das an die Pferdeweide angrenzende Kornfeld war in ein blaues Licht getaucht, und über den Ähren schwebte der Nebel wie eine Decke, ließ die Konturen verschwimmen und zauberte durch den Weichzeichner-Effekt eine ebenso friedliche wie mystische Atmosphäre,
Eigentlich ist jetzt im Juni keine typische Nebelzeit – umso mehr genossen wir diese zauberhafte Lichtstimmung.

Im letzten Licht des Tages um 22:23 Uhr fotografiert: Nebel über dem Kornfeld hinter der Pferdeweide.

Samstag, 11. Juni 2016

Wo der Pfeffer wächst ...

Jetzt leuchtet er gelb am Straßenrand, aber nach der Blütezeit ist er wieder unscheinbar.
Wo der Pfeffer wächst ... – damit ist sprichwörtlich ein Ort oder Landstrich gemeint, der gaaanz weit weg ist. Doch wir müssen gar nicht weit reisen, um dorthin zu gelangen. Der Pfeffer wächst auch hier bei uns, allerdings nur der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre), und der ist gar kein Pfeffer, sondern ein Vertreter der Gattung Fetthenne innerhalb der Familie der Dickblattgewächse. Dass er als Pfeffer bezeichnet wird, kommt daher, dass seine Blätter nach einigem kauen ziemlich scharf schmecken.
Die meiste Zeit des Jahres ist er so unscheinbar, dass wir ihn gar nicht beachten. Doch jetzt blüht er und bildet leuchtend gelbe Farbtupfer – und das nicht nur auf Mauern. Zwar zählen Mauern zu den bevorzugten Standorten des Scharfen Mauerpfeffers, aber er fühlt sich auch an Straßenrändern und Bahndämmen wohl, eigentlich überall dort, wo der Boden karg, sandig und trocken ist.
Wer sich schon einmal mit dem Thema Dachbegrünung beschäftigt hat, weiß, dass ein Gründach meist hauptsächlich aus Mauerpfeffer besteht.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Sommerkleid in Abendsonne

Ein Bild, wie aus der Zeit gefallen. Die Abendsonne macht aus der Wäsche auf der
Leine ein kleines Kunstwerk, das symbolisch für den beginnenden Sommer steht.
Ein Kunstwerk? Ja, aber kein von Menschen gemachtes. Erst die Abendsonne, die sich im im leichten Gewebe des Baumwollkleides auf der Wäscheleine verfängt und ihr Schattenspiel aufführt, macht es dazu.
Wie aus der Zeit gefallen erscheint plötzlich der Obstbaumgarten mit den alten Eichen im Hintergrund, das Jahr 2016 ist noch ferne Zukunftsvision, diese Aufnahme (Titel: "Kleid in Abendsonne") könnte doch auch aus dem 19. Jahrhundert stammen. Wäre da nicht das Wissen um diese "neumodischen" Wäscheklammern mit Metallspirale im Inneren, die man damals bestimmt noch nicht benutzte, und eben ein Stoff aus Baumwolle, nicht aus Leinen.
Aber vergessen wir das einfach und lassen uns verzaubern von diesem Bild, das die leichte Luftigkeit, die Wärme und die Sonnenstrahlen dieses Frühsommers in sich vereint, erfreuen wir uns einzig an diesem wunderschönen Tag.

Montag, 6. Juni 2016

Was summt denn da an der Hausecke?

Ein zarter Blumenduft weht um die Hausecke, die Luft schwirrt vor lauter Schwebfliegen: Selten hat die Kletterhortensie (Hydrangea petiolaris) gleich neben der Regentonne so üppg geblüht wie in diesem Jahr. Jede Blüte ist mehr als Handtellergroß, von weißen Scheinblüten umkränzt, während sich in der Mitte dicht an dicht winzige Blütchen entfaltet haben, die etliche Insekten begeistert anfliegen. Außer den Schwebfligen tummeln sich auch Hummeln darin, wühlen sich förmlich durch die Staubfäden. Die Pollenpakete an ihren Hinterbeinen sind schon mächtig dick.

Der Gartenlaubkäfer hat es auf die Blüten der Kletterhortensie abgesehen.

Bei genauerem Hinsehen entdecken wir noch einen Gast – einen kleinen Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola), der manchmal auch als Junikäfer bezeichnet wird (mit ihm allerdings auch einige andere Käferarten). Dieser Käfer mit den braunen Flügeldecken und dem schwarz-grün metallisch glänzenden Kopfschild mag nicht nur Hortensien, sondern liebt auch Rosen über alles. So manche wohlgeformte Knospe sieht nach einer Fressorgie ziemlich zerfranst aus oder wird gar völlig zerstört. Wirklichen Schaden richten die schönen Käfer allerdings nicht an, nicht einmal, wenn sie in größerer Zahl auftreten.
Von der Kletterhortensie haben die kleinen Fliegetiere noch länger etwas, noch jede Menge Blüten werden sich in den nächsten Tagen öffnen. Das Schöne an dieser Pflanze ist, dass sie nicht ganz so ungehemmt wuchert wie so mancher andere Wandkletterer, zudem braucht sie so gut wie keine direkte Sonne und blüht trotzdem. Hortensien mögen es gern ein bisschen feuchter. Deshalb hat unsere einen netten Standort gefunden – wenn es länger nicht regnet und kein Wasser vom Gartenschuppendach rinnt, dann darf sie sicher sein, einen Extraguss aus der Regentonne zu bekommen.

Donnerstag, 2. Juni 2016

Professionelle Wegelagerer

Ein schöner Rastplatz an einem See. Wir legen die Fahrräder ins Gras, setzen uns daneben und wollen uns gerade mit einem veganen Cranberry-Knusperriegel stärken, als Herr und Frau Ente vom Rand der Wiese angewatschelt kommen und laut schnatternd ihren Anteil einfordern. 

Keine Scheu vor Menschen und Fahrrädern. Bei den Entenpärchen handelt es sich offenbar um professionelle Wegelagerer.

Da sie überhaupt keine Scheu zeigen und beim Betteln recht energisch auftreten, müssen wir davon ausgehen, dass wir es hier mit professionellen Wegelagerern zu tun haben. Offensichtlich lauert das Entenpärchen im hohen Gras, um von allen Picknickplatzbenutzern Wegezoll in Form von Naturalien kassieren zu können.
Wir freuen uns über die seltene Gelegenheit, wild lebenden Enten auf Augenhöhe begegnen zu können, bewundern ihre wunderschönen Federkleider und und bedanken uns für dieses Erlebnis, indem wir mit ihnen schwesterlich unseren kleinen Snack teilen, der zum Glück zuckerfrei ist.
Die Enten werden daraufhin noch zutraulicher, und wahrscheinlich hätten sie sich von uns sogar das Gefieder kraulen lassen, aber darauf verzichten wir lieber, denn wir wollen ja nicht, dass die natürliche Distanz zu uns Menschen ganz verloren geht und die Enten vergessen, dass sie Wildtiere sind und dass der Picknickplatz kein Streichelzoo ist.
Dennoch fällt uns der Abschied schwer, als wir uns nach einer knappen Viertelstunde von dem Entenpärchen verabschieden und uns wieder auf unsere Räder schwingen.

So dicht wie diese Stockenten haben uns Wildtiere selten an sich herangelassen.