Samstag, 31. Oktober 2015

Was baumelt denn da am Baum?

Wie kamen die Sportschuhe dort hinauf? Immerhin befindet sich die Astgabel 
der Birke in rund vier Meter Höhe. Ich bin gespannt, wie lange die Schuhe 
dort oben baumeln werden. Ohne Leiter kommt keiner an sie heran.
Wer, wie ich, vorzugsweise mit dem Fahrrad unterwegs ist, entdeckt so manches am Wegesrand, was von Autofahrern gar nicht wahrgenommen wird. Neben interessanten Pflanzen, Pilzen und allerlei Kleingetier sieht man natürlich auch jede Menge Müll, der aus Autofenstern geworfen wurde. Unter Kurioses würde ich meinen heutigen Fund verbuchen. Dieser lag allerdings nicht am Boden, sondern baumelte in rund vier Meter Höhe in der Astgabel eines Straßenbaums: ein Paar Sportschuhe, an den Schnürbändern miteinander verknotet. Wenn die Schuhe jemand aus einem fahrenden Auto genau so dort hinauf geschleudert hat, dass sie sich in der Astgabel verfangen haben, dann ist das schon eine Leistung, die Anerkennung verdient. Vielleicht war es aber auch nur Zufall, dass die Schuhe im Baum hängen geblieben sind.
Warum sie überhaupt auf freier Strecke an der Kreisstraße entsorgt worden sind? Keine Ahnung. Allerdings habe ich da so eine Theorie aufgestellt: Offenbar kam der Autofahrer gerade vom Sport. Seine "dampfenden" Sportschuhe hatte er im Fußraum des Beifahrersitzes deponiert. Die Schuhe müffelten so stark, dass der Fahrer ohnmächtig zu werden drohte und deshalb keinen anderen Ausweg mehr sah, als das Seitenfenster zu öffnen und die Schuhe im hohen Bogen hinaus zu werfen. Ja, das scheint doch eine einleuchtende Erklärung zu sein. Wer eine bessere hat, bitte melden! Aber kommt mir bitte nicht mit Helloween!

Freitag, 30. Oktober 2015

Noch einmal den Herbst genießen

Bevor der "goldene" Oktober endet und der trübe November beginnt, sollten wir an diesem Wochenende noch einmal die Gelegenheit nutzen, den Herbst so, wie er am schönsten ist, zu genießen. Die Wetteraussichten könnten, zumindest bei uns in der Region, kaum besser sein. Ich freue mich schon jetzt auf die Sonntagstour mit den Hunden. Zur Einstimmung gibt es heute ein Bild von der großen Buche im bunten Blätterkleid auf dem Hof unseres Nachbarn, an der wir uns jeden Tag, wenn wir aus dem Haus auf den Hof hinaus gehen, erfreuen.

Wo, wie die leuchtet, Nachbars Buche in ihrem bunten Herbstkleid!

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Bienenfreund ohne Bienen

Blühende Phacelia. Als Bienenweide kommt sie zwar zu spät, als Augenweide gerade zu rechten Zeit.
So ein Pech: Im Sommer haben die Bienen auf den Feldern und Äckern kaum etwas gefunden, weil immer mehr landwirtschaftliche Flächen in Mais-Monukulturen (Futter für die Biogas-Anlagen) umgewandelt worden sind, und jetzt, im Herbst, gibt es Nahrung im Überfluss. Dummerweise sind zu dieser Jahreszeit kaum noch Bienen unterwegs.
Aber die Bauern haben die Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia), die eine sehr ertragreiche Bienentrachtpflanze ist und deshalb umgangssprachlich auch als Bienenfreund bezeichnet wird, auch gar nicht wegen der Bienen angepflanzt, sondern als Bodenverbesserer. Gründüngung nennt man diese Methode. Die ursprünglich aus Amerika stammende Pflanze ist nicht winterhart. Sobald die Temperatur unter minus fünf Grad sinkt, stirbt sie ab. Zuckerrüben können anschließend direkt in die Pflanzenreste ausgesät werden. Bei anderen Folgekulturen kann es sinnvoll sein, die Grünmasse unterzupflügen.
Auch wenn die blühende Pharcelia jetzt als Bienenweide zu spät kommt: Eine Augenweide ist sie allemal.

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Maus in der Falle

Sie konnte dem Keks in der Falle nicht widerstehen. Beim Aussetzen in der Scheune hat sie den Keks als Proviant bekommen.
Wer, wie wir, in einem alten Fachwerkhaus wohnt, das weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten geblieben und nur behutsam saniert worden ist, macht zwangsläufig Bekanntschaft mit Mäusen, vor allem jetzt im Herbst, wenn es draußen kühler wird. Wie die Ratten zur Großstadt, gehören die Mäuse zum Landleben. Sie finden immer irgendeine Ritze, durch die sie ins Haus schlüpfen können. Wenn sie nicht so viel Dreck machen, alles vermeintlich Essbare anknabbern und sich nicht so stark vermehren würden, hätten wir gar nichts gegen sie und würden sie als Mitbewohner dulden, denn es sind wirklich niedliche Tierchen. Aber leider funktioniert das Zusammenleben auf Dauer nicht, und so müssen wir sie fangen – selbstverständlich lebend. Was anderes kommt in einem tierlieben Veganerhaushalt gar nicht in Frage.
Apropos Veganer: Mäuse lockt man angeblich mit Speck oder Käse in die Falle. Wir wählen stattdessen lieber vegane Kekse. Die Mäuse sind ganz verrückt danach.
Ist eine Maus in die Falle gegangen, befreien wir sie sofort, damit sie nicht zu viel Stress ausgesetzt ist. Wir tragen die Falle in die Scheune und setzen die Mäuse ins Heu. Dort finden sie genug zu fressen, denn von der Quetschgerste, die unsere Pferde, Schafe und Ziegen bekommen, fallen immer ein paar Körner herunter.
Hier ein kleiner Videoclip von einer Maus, die mir heute in die Falle gegangen ist:

Dienstag, 27. Oktober 2015

Vollmond mal wieder

Heute haben wir Vollmond, und das bedeutet, dass die Akkus unserer Taschenlampen geschont werden, wenn wir  abends die Pferde versorgen und zu später Stunde noch einmal einen kleinen Hundespaziergang machen. Sehr praktisch! Und außerdem liegt bei Vollmond immer eine gewisse magisch-romantische Stimmung über der Landschaft.

Bei so klarem Himmel wie heute Abend ist der Vollmond besonders schön.


Montag, 26. Oktober 2015

Ideales Flugwetter

Ein Trupp Wildgänse auf dem Weg ins Winterquartier.
Sie gehören zum Herbst wie die bunten Blätter an den Bäumen: Wildgänse, die in der typischen Keilform gen Süden ziehen. Bei dem traumhaften Herbstwetter heute war am Himmel richtig viel los.  Ein schöner Anblick!
Da sich jeder Trupp Wildgänse schon von weitem durch das typische Geschrei ankündigt, ein Foto das aber nicht wiedergeben kann, hier ein kleiner Videoclip, von den Gänsen, die ich heute am späten Nachmittag am Himmel über unserer Pferdeweide beobachtet habe:

video

Falls das hier eingebettete Video nicht angezeigt wird – bei einigen Mobilgeräten kann das der Fall sein – bitte diesem Link folgen: Direkt zu Youtube

Sonntag, 25. Oktober 2015

Leuchtender Herbst

Nach der Wettervorhersage hatten wir uns auf einen trüben Tag eingestellt. Aber dann zeigte sich gegen Mittag doch die Sonne, und zeitweise hatten wir sogar einen richtig schönen blauen Himmel. Beste Voraussetzungen für einen Waldspaziergang mit den Hunden, um den leuchtenden Herbst zu genießen. Statt vieler Worte hier ein paar Impressionen:








Samstag, 24. Oktober 2015

Schatzsuche im Wald

Fundstücke vom Weges- oder Waldrand: große Fingerhutpflanzen und jede
Menge kleiner Blumenzwiebeln, vermutlich Traubenhyazinthen.
Wie eine Schatzsucherin komme ich mir vor, gehe ins Wäldchen nicht weit von unserem Haus, wo jemand aus der Nachbarschaft seit Jahren seine Gartenabfälle ablädt. Zu verstehen ist das nicht wirklich, weil das Grundstück groß ist, aber egal, ich bin neugierig, was sie in diesem Jahr herausgerissen haben.
Palmlilien zum Beispiel, außerdem sehe ich abgeschnittene Triebe von Phlox und Mädchenauge und vier schöne Fingerhutpflanzen mitsamt Wurzeln.
Ich liebe Fingerhut. Die Pflanzen mögen es zwar nicht, verpflanzt zu werden, aber vertrocknen ist auch nicht schön. Ich nehme sie also mit und setze sie bei uns in den Garten. Die Pflanzen sind so groß, dass sie im nächsten Jahr blühen werden, sofern sie nicht eingehen. Und dann entdecke ich noch lauter kleine Zwiebelblumen. Warum sie um diese Jahreszeit so viel Grün haben, ist mir rätselhaft, auch weiß ich nicht genau, was für Blumen es sind. Traubenhyazinthen vielleicht? Auch sie mögen um diese Zeit nicht umgesetzt werden. Aber es kommt auf einen Versuch an. Bestimmt 30 schöne dicke Zwiebeln finde ich zwischen Erde, Blättern und abgeschnittenen Staudenresten.
Später verteile ich sie in unserem Vorgarten, nicht ohne ihnen zu sagen, dass nicht ich es war, die sie herausgerissen hat, und sie bitte nicht beleidigt sein sollen. Dann noch ordentlich angießen und fertig!
Diese Schatzsuche war wirklich erfolgreich, auch wenn ich weder Gold noch Edelsteine gefunden habe.

Freitag, 23. Oktober 2015

Wintervorrat

Eines der beiden Eichhörnchen, die den ganzen Tag lang in unserem Nussturm herumturnen. Stundenlang könnten wir ihnen dabei zusehen.
Im großen, alten Nussbaum, dessen auslandende Krone unseren Innenhof beschirmt, herrscht seit Tagen emsiges Kommen und Gehen. Zwei Eichhörnchen schleppen eine Nuss nach der anderen fort und verstecken sie irgendwo – als Vorrat für den Winter. Uns kann es nur recht sein, wenn die beiden Mini-Schweinchen im Innenhof nicht sämtliche der kalorienreichen Nüsse allein vertilgen. Außerdem freuen wir uns, wenn im Frühling hier und da kleine Walnussbäume sprießen. Die Eichhörnchen tragen offenbar stets mehr Nüsse zusammen, als sie im Winter benötigen, und meistens ist der Winter ja auch gar nicht so schneereich, dass sie nichts anderes mehr finden und allein auf ihre Vorräte angewiesen sind. Möglicherweise können sie sich auch im Winter nicht mehr an alle Verstecke erinnern, die sie im Herbst angelegt haben, sodass einige Nüsse in der Erde bleiben und dort im Frühling keimen können.

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Herbst der Kontraste

Das Ahornblatt ist bunt, allerdings etwas fleckig. Wahrscheinlich liegt es am
fehlenden Frost. Viele andere Bäume sind noch komplett grün belaubt.
Buntes Herbstblatt auf grünem Gras – das Nebeneinander von herbstlichem Bunt und frischem Grün ist in diesem Herbst auffällig. Ein Beispiel nur: Der Straßenlinde vor unserem Haus ist nicht anzusehen, dass wir uns schon dem Oktoberende nähern, so viel grünes Laub trägt sie noch. Die Kronen der Straßenlinden nur ein Dorf weiter sind dabei schon sichtbar schütter geworden, und das Laub, das sie noch tragen, leuchtet hellgelb. Obwohl es schon etliche kalte Nächte gab, ist das Signal, dass es nun Zeit ist, sich zu entblättern, offenbar nicht bei allen Bäumen und Sträuchern angekommen.
Auch die Maulbeere in unserem Garten, im vergangenen Jahr um diese Zeit längst kahl, hat noch alle ihre Blätter, ebenso die Rosen und die Apfelbäume. Nur die Feige ist bereit fürs Winterquartier und streckt kahle Zweige in die Luft. Hier und da blüht es sogar noch. Unverwüstlich wie immer die Ringelblumen, aber auch Bergminze und Nachtkerze haben die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
Heute Abend ist es wieder ziemlich mild, das freut uns für die vielen kleinen (untergwichtigen) Igelkinder, die überall noch auf Futtersuche sind und immer noch reichlich Schnecken- und Insektenbeute machen müssen und auch können.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Kommt der Ontario gar nicht aus Kanada?

Der perfekte Apfel, um damit den Adventskranz zu dekorieren: Gut, dass sich der Ontario, der jetzt geerntet werden kann, lange lagern lässt.
Jetzt wird es aber langsam Zeit, die letzten Äpfel von den Bäumen zu holen. Auch unsere Ontario-Bäume tragen in diesem Jahr überreich. Besonders schön sehen die Früchte obendrein aus, haben ein sattes, mattes Rot angenommen – hübsche Weihnachtsäpfel, wie wir finden.
Tatsächlich sind sie frühestens im Dezember genussreif und dann – das ist das Besondere an ihnen – bis in den Mai hinein lagerfähig. So lange hat unser Apfelvorrat allerdings nie gehalten, obwohl man es eigentlich einmal ausprobieren müsste, wie sie nach fünf Monaten im Winterlager aussehen und dann schmecken. Ein bisschen Vitamin C könnten sie vielleicht auch noch enthalten, denn diese Apfelsorte ist vergleichsweise reich daran. Ihr mürbes Fruchtfleisch ist sicher nicht jedermanns Sache, aber die Bäume und Früchte zeichnen sich in unserem Garten durch Gesundheit aus, nur gelegentlich frieren Äste zurück, während die Blüten auch Spätfröste gut überstehen. Zudem ist der Ontario ein guter Pollenspender und damit eine gute Befruchtersorte für andere Apfelbäume.
In einem Buch über alte Obstsorten steht, dass der Ontario vermutlich in Kanada gezüchtet worden und dann von Frankreich aus Ende des 19. Jahrhunderts in den Handel gebracht worden sind. Nach einer anderen Quelle wurde der Ontarioapfel 1874 nicht in Kanada, sondern in Ontario County, das zum Bundesstaat New York gehört, gezüchtet, um dann über Frankreich in ganz Europa Verbreitung zu finden. Kommt der Ontario also gar nicht aus Kanada? Vielleicht verwischen sich auch nur die Grenzen, denn die gleichnamige kanadische Provinz grenzt an den Bundesstaat New York ...

Dienstag, 20. Oktober 2015

Hokkaidos aus dem Garten

Da sie so dekorativ sind, mögen wir sie noch gar nicht verspeisen. Zum Glück kann man Kürbisse recht lange lagern.
Hokkaidokürbisse gibt es mittlerweile auch als Bio-Ware zu akzeptablen Preisen in jedem größeren Supermarkt. Dennoch geht doch nichts über Hokkaidos aus dem eigenen Garten. Schmecken sie aber wirklich besser als die gekauften? Ja, und zwar deshalb, weil man weiß, dass sie aus eigenem Anbau stammen, und das gute Gefühl, dass man dabei hat, offenbar den Geschmackssinn positiv beeinflusst. Außerdem macht es Spaß, den Hokkaidos im garten beim wachsen zuzusehen. Und dekorativ sind diese Hokkaidos obendrein.
Das Schöne an den Hokkaidos ist, dass man sie mit Schale zubereiten kann, und somit kaum Abfall hat.

Montag, 19. Oktober 2015

Lichtblicke

Auf dem Hinweg: Gründüngung leuchtet in der Sonne, im Hintergrund buntes Laub und ein bedrohlich dunkler Himmel.
Null Sonnenstunden waren vorhergesagt, aber immerhin ließ sich die Sonne heute mal wenigstens für ein paar Minuten blicken. Und diese Minuten hatten es in sich, boten sie uns doch Lichtblicke in einer Farbintensität, die kaum zu toppen ist. Wir waren so fasziniert, dass wir heute am späten Nachmittag auf dem Weg zum Landhandel, wo wir Pferdefutter und Holzpellets besorgen wollten, kurz rechts an den Straßenrand fuhren und anhielten, um das Himmelsschauspiel zu genießen.

Auf dem Rückweg: Sonnenuntergang über dem Windpark hinter unserem Dorf.

Sonntag, 18. Oktober 2015

Problembaum oder einfach nur schön?

Traubenkirsche sind mit ihrem bunten Laub im Herbst ein schöner Anblick, aber zumindest die spätblühende Art wird von Forstwirten gar nicht (mehr) gern gesehen.
Traubenkirschen sind im Sommer unauffällig, und daher nimmt man sie kaum war. Erst jetzt, im Herbst, wenn sie Farbe bekennt und in Gelb-, Orange- und Rottönen aus dem Unterholz hervorguckt, staunt man, wie viele es doch davon gibt.
Wo die Traubenkirsche in Massen auftritt, kann man ziemlich sicher sein, dass es sich um die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) handelt. Im Gegensatz zur heimischen Frühblühenden Traubenkirsche (Prunus padus) ist sie ein Einwanderer. Sie wurde im 17. Jahrhundert aus Nordamerika eingeführt und hier vom späten 19. Jahrhundert an verstärkt angebaut – zunächst als Parkbaum, später aber vor allem bei der Aufforstung von Heideflächen. Durch ihr im Herbst fallendes Laub sollte sie zur Humusbildung beitragen. Da sie Blausäure enthält, wird sie von Rehen nicht angefressen und kaum von Schädlingen befallen und kann sich ungehindert ausbreiten. Aus kleinsten  Wurzelresten entstehen neue Pflanzen, die alsbald dichte Unterholzbestände bilden, wodurch andere Gehölze verdrängt werden. Mittlerweile gilt sie in der Forstwirtschaft als Problembaumart.

Samstag, 17. Oktober 2015

Klein, aber mein

Historische Postkarte mit einer kleinen Botschaft ...
Endlich hat mein kleiner Flohmarktfund, eine Postkarte vermutlich aus den 1950er, vielleicht 1960er Jahren mit einer gezeichneten Linea Borealis den passenden Rahmen gefunden. Dieses Blümchen ist ein ganz besonderes, sie war die Lieblingsblume des noch heute bekannten schwedischen Botanikers und Systematikers Carl von Linné. Nur im hohen Norden ist sie zu finden, wo sie als Halbstrauch kriechend wächst. Unscheinbar, ja "unansehnlich" soll sie sein, auf jeden Fall keine auf den ersten Blick auffallende Schönheit, weil sie nur circa 20 Zentimeter hoch wächst.
Die Schweden sind stolz auf ihren Landsmann Carl von Linné und halten es für eine typisch småländische Eigenschaft, dass er sich ein so bescheidenes Blümchen ausgesucht hat, das seinen berühmten Namen tragen soll. "Herba nostra" – "meine Blume" steht als Erklärungstext auf dieser (schwedischen) Postkarte. Er hat die Linea borealis übrigens nicht selbst nach sich benannt, sondern einen Gönner von ihm darum gebeten.
Für mich hat diese schöne Blumendarstellung eine besondere Bedeutung: Nur wenn wir genau hinschauen und uns nicht blenden lassen, entdecken wir die Schönheit, die uns umgibt, auch dort, wo wir sie gar nicht vermuten.

Freitag, 16. Oktober 2015

Zusammenrücken und erfinderisch sein

Geranie im Winterquartier in der Küche.
Beobachtung im Vorbeifahren: Aus der geöffneten Containerklappe schauen lauter Blüten hervor, der Baumarkt hat aussortiert. Was nicht mehr hübsch aussieht, wird "entsorgt". Im privaten Haushalt ist es meist nicht anders, wer in einer kleinen Mietwohnung wohnt, hat es schwer, so mal eben drei Blumenkästen voller Geranien ein ansprechendes Winterquartier zu bieten, bevor der Frost die empfindlichen Pflanzen ohnehin dahinrafft.
Diese Ausrede haben wir nicht, Platz haben wir genug, trotzdem ist es jedesmal wieder ein Puzzlespiel, den richtigen Überwinterungsplatz für die einzelne Pflanze zu finden.
Bei unseren beiden "abgefackelten" Küchengeranien lag es nah, die Pflanzen, die sich vom aschegrauen zusammengeschrumpelten Häufchen wieder zu zwei perfekten Exemplaren entwickelt haben, wieder in der zwischenzeitlich hergerichteten Küche unterzubringen, wo sie seit Jahren die dunklen Monate überdauern.
Duftgeranie hinter der
Bistrogardine.
Schwieriger ist es bei den vielen Ablegern, die noch keinen angestammten Winterplatz haben. Um die gut über den Winter zu bringen, hilft als Rezept nur, zusammenzurücken und erfinderisch zu sein (erinnert an ein aktuelles Thema unserer Tage).
Der kleine Eimer mit dem Henkel gab die Lösung vor: Weil sich die Töpfe auf dem Fensterbrett schon arg drängelten, zog der ein Stockwerk höher, wurde über die Gardinenstange gezogen, sodass die Duftgeranie darin nun auch etwas vom spärlichen Winterlicht abbekommt.
Draußen stehen noch etliche Einwanderer auf Abruf: die kleine Magnoliensammlung und zwei Zitronen. Eines ist klar, an die Gardinenstange kann ich deren große Töpfe nicht hängen ...

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Veganes Pyttipanna

Nach kurzer Kochzeit werden die Kartoffeln und die Süßkartoffeln in einer großen, beschichteten Pfanne kurz angebraten.
In der vergangenen Woche gab es bei uns im Edeka-Markt Bio-Süßkartoffeln zum Preis von nur 1,99 Euro je Kilo – da musste ich doch gleich mehrere Kilo kaufen, zumal sich Süßkartoffeln lange lagern lassen. Süßkartoffeln, die keine Kartoffeln sind, sondern zu den Windengewächsen zählen, können auf vielfältige Weise zubereitet werden. Püriert schmecken sie ebenso lecker wie frittiert oder mit ein wenig Olivenöl im Ofen gebacken. Selbstverständlich kann man sie auch kochen oder wie Bratkartoffeln zubereiten. 
Obwohl Süßkartoffeln schneller gar sind als Kartoffeln, lassen sie sich durchaus mit ihnen zusammen in einem Topf kochen. Nimmt man mehlig kochende Kartoffeln, die wir bevorzugen, schneidet man alles in gleich große Würfel. Bei fest kochenden Kartoffeln sollten die Süßkartoffelstücke hingegen deutlich größer sein als die Kartoffelstücke.
Kartoffeln und Süßkartoffeln mit frischen Champignons und
Schalotten und Mais aus der Dose.
Für meine kleinen Kartoffelwürfel genügt eine Kochzeit von fünf Minuten. Am Ende gieße ich sofort das Wasser ab, und gebe die zweierlei Kartoffeln in eine große, beschichtete Pfanne mit etwas heißem Rapsöl und brate sie leicht an. Unterdessen habe ich in einer anderen, kleineren Pfanne etwa 250 Gramm frische, in Scheiben geschnittene Champignons und drei bis vier klein geschnittene Schalotten in etwas Öl gebraten, bis sie leicht braun sind. Dann kam Mais aus der Dose (abgetropft) hinzu, und zum Schluss habe ich alles in die große Pfanne zu den Kartoffeln und den Süßkartoffeln gegeben und alles mit Meersalz und reichlich Pfeffer aus der Mühle gewürzt. Auf dem Teller kröne ich meine vegane Variante des schwedischen Klassikers Pyttipanna ("winzig in der Pfanne"), das in ähnlicher Variante in Dänemark als Biksemad beliebt ist mit einem großen Klecks Preiselbeermarmelade. 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Toter Baum, neues Leben

Es war so traurig, als wir die schöne Zwillingsbirke absägen mussten. Die anhaltende Trockenheit im vergangenen Sommer (oder war es sogar schon vor zwei Jahren?) hatte sie so stark geschädigt, dass sie einging. In diesem Herbst ist das Leben in den toten Baumstumpf zurückgekehrt. Nein, er schlägt nicht wieder aus, keine neuen Birkenzweige sprießen. Pilze haben das Holz besiedelt, und es werden immer mehr.
Es ist immer wieder schön und zu sehen, wie der Kreislauf der Natur funktioniert – altes Leben vergeht, neues Leben entsteht.

Stillleben mit Baumstumpf und Pilzen.



Dienstag, 13. Oktober 2015

Natürlicher Duftspender

Herbstliche Deko, die einen herrlichen Duft verströmt.
Mhhh, wie das duftet! Fruchtig und frisch, natürlich, und unglaublich aromatisch. Eine Schale mit reifen Quitten auf dem Esstisch oder der Kommode, das ist mehr als nur eine schöne herbstliche Dekoidee. Die Quitten verströmen einen so wunderbaren, lange anhaltenden Duft, der ähnlich intensiv, aber nicht so aufdringlich wie der von künstlichen Duftspendern ist. Früher legte man Quitten in den Kleiderschrank, damit die Wäsche duftete. Man durfte sie dort nur nicht vergessen.
Allerdings faulen Quitten nicht so schnell wie anderes Obst, und wenn es im Raum nicht zu warm ist, kann man den Duft bis Weihnachten genießen.
Die Quitte ist zwar steinhart und lässt sich dementsprechend schwer zerkleinern, aber die Mühe lohnt sich. Quitten, zu Saft, Marmelade oder Mus (als Rohstoff für Quittenbrot) verarbeitet oder als köstliche Bratapfel-Alternative zubereitet, sind sehr lecker. Kein Wunder, dass die Quitte als die Königin der heimischen Obstsorten gilt.
Wir haben leider (noch) keinen Quittenbaum im Garten, aber von meinen Eltern bekommen wir in jedem Herbst einen Wassereimer voller Früchte. Und heute hat mir gerade einer meiner Kolleginnen weitere Quitten angekündigt. Ihr Mann hat in Nachbars Garten einen Quittenbaum umgesägt, der auseinander gebrochen war.

Montag, 12. Oktober 2015

Immer wieder faszinierend

Kein Sonnenuntergang ist wie der andere: Glutrot leuchtete heute der Abendhimmel.

Es ist immer wieder faszinierend: Im Haus und rundherum ist es schon dunkel, aber über der Pferdeweide, die oben am Hang liegt, geht die Sonne später unter, und das in den schönsten Farben. Nachdem wir gestern in der Abenddämmerung am Tiergehege waren, um die röhrenden Hirsche zu beobachten, erlebten wir auf dem Rückweg einen Sonnenuntergang, der nicht, wie der heute Abend, glutrot war, sondern in den Komplementärfarben Blau und Orange leuchtete. Seinen besonderen Reiz erhielt der Sonnenuntergang durch das Licht der Straßenlaternen im Vordergrund.

So sah der Sonnenuntergang gestern aus.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Grüner Herbst

Sieht eher nach Sommer aus, ist aber ein aktuelles Herbstbild: Senf, der nach der Getreideernte auf den Stoppelfeldern als Gründüngung ausgesät worden ist.  

Wow, war das ein schöner Herbsttag! Den ganzen Tag Sonne und blauer Himmel. Der kalte Ostwind sorgte für glasklare Luft, und das bunte Laub der Bäume, vor allem das des Ahorns, leuchtete mit dem grünen Senf um die Wette, der auf den im Spätsommer abgeernteten Getreidefeldern als Gründüngung ausgesät worden war.  
Wir waren den ganzen Tag draußen, um diesen Tag intensiv genießen zu können, haben zunächst eine längere Wanderung gemacht in der östlich an die Südheide angrenzenden Altmark gemacht, und in der Abenddämmerung haben wir dann die röhrenden Hirsche im Tiergehege bei uns im Ort besucht.

Eigentlich eine Sommerblume, aber vereinzelt blüht sie auch jetzt noch am Wegesrand: Malve.

Samstag, 10. Oktober 2015

Eine Französin im Obstgarten

Das Pflaumenbäumchen steht an seinen
Platz und bekommt jetzt Erde und Was-
ser an die Wurzeln.
Das Schönste am Herbst ist, wenn – wie heute – das goldene Licht der tief stehenden Sonne die bunten Blätter zum Leuchten bringt. Aber nicht nur deshalb mag ich den Herbst ebenso gerne wie den Frühling, auf jeden Fall mehr als den Sommer und den Winter. Der Herbst ist auch die Jahreszeit, in der Bäume gepflanzt werden, und ich freue mich immer wieder darauf, wenn es soweit ist und wir unseren Obstgarten mit einem weiteren Baum bereichern können.
Heute habe ich eine Edelpflaume gepflanzt, und zwar eine Reineclaude d'Oullins. Das ist eine sehr alte Sorte. Sie wurde um 1800 als Zufallssämling auf einem Gut in Coligny in Frankreich entdeckt und später von der Baumschule Massot in Oullins (daher der Name) südwestlich von Lyon verbreitet. 1860 wurde sie in Deutschland eingeführt. Sie zeichnet sich durch gelbes Fruchtfleisch aus, das zart, sehr saftig, süß und würzig ist. Am besten sollen die Früchte schmecken, wenn man sie frisch vom Baum nascht. Sie lassen sich aber auch zu Kompott verarbeiten.
Ich kann es kaum erwarten, die ersten Früchte zu probieren. Mit ein bisschen Glück klappt es schon im nächsten Herbst, sonst im übernächsten. Die Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Nachdem das Pflaumenbäumchen im Pflanzloch eingeschlämmt ist, fülle ich mit der Handschaufel weitere
Erde nach.

Freitag, 9. Oktober 2015

Märchenhaft

Blick auf die Heide mit Nebelschleier im abendlichen Schummerlicht.
Am Wochenende soll die Sonne wieder scheinen, vorbei die Tage, an denen das Grau am Morgen nur wenig heller war als am Abend. Melancholie hatte sich in die Landschaft geschlichen. Ja, jetzt ist Herbst!
Zwischen Kiefern und Birken hat sich Nebeldunst verfangen. Märchenhaft sieht das aus, aber sobald man eintauchen möchte, weicht der Nebel an den Waldrand zurück. Kein Grau mehr, sondern gelbes Birkenlaub, Heidekraut in dunklem Rotbraun, Kiefergrün, das Schwarz trägt. Und Stille, bis zwei Wildgansschwärme rufend über den Himmel ziehen, aber da oben ist es wieder: zartes, lichtes Grau, während es zwischen Bäumen dunkel dämmert.

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Miese Miniermotte

Keine Herbstfärbung, sondern eine Folge des Miniermottenbefalls.
Nach dem vergangenen milden Winter war unsere große, alte Kastanie in diesem Jahr besonders schlimm betroffen: Schon im Sommer wurden ihre Blätter braun und brüchig, rollten sich zusammen und sahen aus wie getrocknete Tabakblätter, aus denen Zigarren gerollt werden. Die Larven der Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella), die in den Blättern heranwachsen und diese mit ihren Fraßgängen zerstören, haben wirklich ganze Arbeit geleistet. Zum Glück beginnen die Blätter jetzt zu fallen, sodass wir das Elend nicht mehr lange mit ansehen müssen.
Obwohl wir stets sorgfältig das von der Motte befallene Laub zusammenrechen und weit weg von der Kastanie kompostieren, gelingt es immer wieder verpuppten Larven zu überwintern. Wir bräuchten mal wieder einen knackig, kalten Winter. Der würde die Miniermotten-Population erheblich dezimieren.
Die Rosskastanien-Miniermotte breitete sich Ende der 1990er Jahre von Südosteuropa ausgehend rasend schnell aus. Innerhalb weniger Jahre wurde ganz Europa besiedelt, und seitdem gehören Kastanien mit braunem Laub schon im Sommer zum Straßenbild. Zum Glück sterben die Kastanien normalerweise nicht durch den Mottenbefall, aber sie werden stark geschwächt. Kommen im Laufe des Jahres weitere Stressfaktoren hinzu – zum Beispiel anhaltende Trockenheit im Sommer oder zu viel Streusalz im Winter an den Wurzeln –, passiert es aber immer wieder, dass Bäume eingehen.
Übrigens werden rot blühende Kastanien erheblich weniger vond er Motte befallen als die weiß blühenden.

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Haselnüsse vom Baum und nicht vom Strauch

Ernte vom Straßenrand: Baumhaselnüsse und drei Esskastanien.
Tauben in der Stadt kennen keine gesunde Ernährung oder nur am Rande, wenn sie einmal frische Rasensaat auf einer neu angelegten Grünfläche "abräumen". Ansonsten gibt es Brötchenkrümel, Pommes oder Eiswaffeln und was sonst noch so auf dem Pflaster landet.
Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Heute habe ich "normale" Tauben getroffen, die aufpicken, was die Natur hergibt. Und diesbezüglich hat auch die Stadt etwas zu bieten. In einer kleinen Seitenstraße trippeln sie eifrig unter einem Baum herum. Was machen sie dort nur? Ich gehe näher heran und sehe,  unter welchem Baum sie nach Futter suchen. Eine Baumhasel steht dort in der Straße. Auf den ersten Blick vielleicht mit einer Linde zu verwechseln, wäre da nicht der schlanke Wuchs und die stacheligen (leeren) Fruchthüllen am Boden. Ich sammle herausgefallene Nüsse, die nicht von Autoreifen überrollt worden sind (auf deren Inhalt haben es die Tauben abgesehen), um sie in unserem Garten in der Erde zu verbuddeln, denn eine kurze Internetrecherche ergab, dass die Nüsse der Baumhasel essbar sind. Zwar sind sie etwas kleiner als Haselnüsse, aber fein im Geschmack. Und der Baum zeichnet sich über den schlanken Wuchs hinaus noch durch Robustheit aus, was ihn zum idealen Straßenbaum in Städten macht.
Und (hoffentlich) auch zum idealen Landbaum, ohne deshalb gleich eine Straße quer über unser Grundstück bauen zu müssen ... Wäre ja schließlich auch eine schöne Nahrungsergänzung für unsere Eichhörnchen, die sollen ja auch nicht nur Walnüsse essen müssen.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Lieferengpass, der Hoffnung macht

Wahrscheinlich gibt es auf dem Land viel weniger Veganerinnen und Veganer als in der Stadt, aber es werden immer mehr. Das Kühlregal mit veganen Fleisch- und Käseersatzprodukten im großen Edeka-Markt im Nachbarort wirkt meistens wie geplündert, und wenn in der Werbung neue vegane Produkte angepriesen werden, sind diese meist schon am Abend des ersten Angebotstages ausverkauft. Ein Ärgernis? Nein, im Gegenteil: Es ist doch ein gutes Zeichen, dass die Nachfrage offenbar ständig steigt, obwohl der maßgeblich von Atilla Hildmann ausgelöste Vegan-Hype längst vorbei ist. Ich habe mich jedenfalls gefreut, als ich heute diesen Hinweis am Kühlregal entdeckte, auch wenn Rechtschreibung und Grammatik etwas eigenwillig sind:


Natürlich wäre es mir lieber, wenn die Leute statt Fleisch- und Käseersatzprodukten lieber frisches Bio-Gemüse und Bio-Getreide kaufen würden, aber ich bin schon froh über jede und jeden, der seinen Konsum von Produkten tierischer Herkunft deutlich einschränkt.

Montag, 5. Oktober 2015

Von wegen ruhiges Landleben

Zurzeit geht uns das Landleben ganz schön auf die Nerven, denn es ist Stress pur. Im Minutentakt donnern Traktoren mit riesigen Anhängern durchs Dorf, die randvoll mit gehäckseltem Mais beladen sind – Futter für die unersättliche Biogansanlage am Ortsrand, deren Miete jeden Tag mindestens einen Meter wächst.
Der Lärm ist unerträglich – als würden Panzer durch den Vorgarten fahren. In diesem Herbst empfinden wir ihn als besonders schlimm, da wir gerade erst aus dem ruhigen, verkehrsarmen Schweden zurückgekommen sind.
Gestern Nachmittag dann noch ein Schuss aus nächster Nähe – oje, da wird sich doch wohl nicht der Nachbar aus lauter Verzweiflung umgebracht haben, weil er den Lärm nicht mehr aushielt? Nein, zum Glück nicht. Es war nur ein geplatzter Reifen von einem der vollbeladenen Anhänger.
Wir könnten uns ja Ohrstöpsel besorgen, den Lärm vergessen und lieber die Aussicht genießen. Doch was sehen wir: Nichts als eine endlose Steppe, in die sich unzählige Traktorspuren eingegraben haben. Ein deprimierender Anblick, diese Maisstoppelfelder.

Im Vordergrund ein gemähtes Maisfeld, im Hintergrund ein noch nicht gemähtes. Links die Miete der Biogasanlage, die von Tag zu Tag weiter wächst.
Wenn man den enormen Maschinen-, Wasser- und Düngereinsatz in die Rechnung einbezieht, dürfte die Ökobilanz einer Biogasanlage ziemlich schlecht ausfallen. Mais in riesigen Monokulturen ohne Beachtung der Fruchtfolge anzubauen und ihn dann in eine Biogasanlage zu stopfen und dafür satte Subventionen zu kassieren, ist doch alles andere als ökologisch. Wenn es um umweltverträgliche  Energieerzeugung geht, sollten wir uns lieber auf die Kraft der Sonne und des Windes konzentrieren.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Nüsse sammeln, bevor die Schweinchen kommen

Jetzt aber schnell Walnüsse sammeln, bevor die Mini-Schweine über sie herfallen und für uns keine einzige Nuss mehr übrig bleibt.

Während wir in Schweden waren, hat unser großer, alter Nussbaum im Innenhof begonnen, seine Früchte abzuwerfen. Pech für uns, aber ein Fest für unsere beiden Mini-Schweine, die ebenso wie die Hühner ihren Auslauf im Innenhof haben. Die Walnüsse werden mitsamt Schale verspeist, eine nach der anderen, bis keine einzige mehr da ist. Mühelos knacken die Schweine mit ihren Backenzähnen die harten Schalen, um an den weichen Kern zu gelangen. Generell gönnen wir ihnen dieses Festmahl, aber leider enthalten Nüsse viel Fett. Eine paart Nüsse am Tag wären unbedenklich, aber wenn sich die Mini-Schweine an den Walnüssen satt essen würden, hätten sie ganz schnell ein paar Kilo zuviel auf den Rippen, und das wollen wir verhindern, denn Übergewicht ist für Mini-Schweine fast noch ungesünder als für uns Menschen. Mini-Schweine mit Übergewicht bekommen leicht Herzprobleme und andere Schäden.
Daher müssen wir, sobald die Walnüsse zu fallen beginnen, möglichst schneller sein als die Schweinchen. Harion hat heute schnell einen ganzen Wassereimer voll Nüsse gesammelt. Die meisten davon werden wir gar nicht selbst essen, sondern sie im Winter an die Mini-Schweine verfüttern, allerdings in kleinen Portionen, keineswegs alle auf einmal.
Da wir nicht den ganzen Tag lang unterm Nussbaum warten können, bis der Baum weitere Walnüsse abwirft, bleibt für die Mini-Schweine und auch für das Eichhörnchen, das im Nussbaum schon auf der Lauer liegt, immer noch einiges über. 

Der Eimer ist schon halb voll.

Samstag, 3. Oktober 2015

Abendsonne über dem Meer

In Dänemark liegen zwar keine Felsen an der Küste herum, aber der Blick übers Meer ist ebenso schön wie in Schweden.

Unser zweiwöchiger Urlaub ist leider schon wieder vorbei. Traurig und in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen haben wir heute Mittag nach unserer allmorgendlichen Tour mit den Hunden unser Haus abgeschlossen und uns auf die Rückreise begeben. Bei dem sommerlich warmen Wetter heute fiel uns das besonders schwer, und wir hatten beide keine Lust auf eine lange Autofahrt, wenngleich wir uns natürlich auch auf unsere vielen lieben Tiere zuhause freuen.
Über die Öresundbrücke gelangten wir schnell nach Dänemark und machten dort auf halber Strecke eine Pause an der Steilküste, damit sich Fyffes, Foxy und Fussel etwas austoben können. Jetzt sind wir auf dem Fährschiff von Rødby nach Puttgarden und haben gerade einen traumhaften Sonnenuntergang über dem Meer erlebt.
Von Puttgarden sind es noch knapp 300 Kilometer bis nach Hause.

Marion mit Fyffes, Foxy und Fussel an der Steilküste.


Freitag, 2. Oktober 2015

King Edward an Bord

Wir lieben mehlig kochende Kartoffeln, aber dummerweise bevorzugen die Norddeutschen fest kochende Kartoffeln, und daher sind gute mehlig kochende Sorten bei uns zuhause nur schwer zu bekommen. Dort gelten schon vorwiegend fest kochende Kartoffeln als mehlig. In vielen kleineren Lebensmittelläden sind mehlig kochende Kartoffeln überhaupt nicht zu bekommen. Die einzige annähernd mehlig kochende Sorte, die wir bislang in zwei Märkten ausfindig gemacht haben, ist die Lilly.
Hier in Schweden ist es ganz anders: Hier bevorzugt man traditionell mehlig kochende Kartoffeln, aber nicht irgendwelche, sondern eine ganz bestimmte Sorte; King Edward, leicht zu erkennen an der gelben Schale mit der charakteristischen roten Maserung der Augen. Anhand des Namens kann man schon erahnen, woher diese Kartoffelsorte kommt: In England steht sie seit mehr als 100 Jahren am Markt und nach wie vor sehr beliebt.
In Schweden wird mit diesem Kartoffelklassiker vor allem das allseits beliebte King Edward mos zubereitet. Dieses leckere Kartoffelpüree wird zu allen möglichen Gerichten serviert. Sogar an Imbissbuden ist es erhältlich, wird dort vorzugsweise mit Bratwurst, Ketchup und Röstzwiebeln verlangt – aus der Sicht eines King-Edward-Gourmets ein Frevel.
Wir essen King-Edward-Kartoffeln am liebsten gekocht und klein gewürfelt zu Gemüsepfannen. Mit einer Kochzeit von weniger als zehn Minuten sind solche Kartoffelwürfel sehr energiesparend gar zu bekommen.

Auf dem Erntemarkt wurden heute alte Erntenaschinen vorgeführt.

Damit wir nicht nur in Schweden, sondern auch zuhause in Norddeutschland in den Genuss unserer geliebten KIng-Edward-Kartoffeln kommen, haben wir heute auf dem Erntemarkt im Hauptort unserer Kommune, einen 25-Kilo-Sack gekauft. Mit King Edward an Bord unseres Pickups werden wir morgen die Heimreise antreten.
Der Besuch des alljährlichen Erntemarktes lohnt sich aber nicht nur wegen der Kartoffeln, sondern auch wegen der vielen anderen landwirtschaftlichen Produkte aus regionaler Erzeugung, die hier in großen Säcken für wenig Geld angeboten werden, zum Beispiel Äpfel, Zwiebeln, Lauch, Möhren, Pastinaken und andere Wurzelgemüse. Man kann frisch gebackenes Brot, Kringlor und Kanelsnäckor und frische Heringe kaufen, und außerdem kann man uralte Erntemaschinen in Einsatz erleben, Rinder mit Respekt einflößenden Hörnern streicheln, auf Ponys reiten und sich mit der Pferdekutsche durch den Ort chauffieren lassen. Die hiesige Landbevölkerung nutzt den Erntemarkt einerseits, um sich mit Obst und Gemüse zu bevorraten, andererseits um mal wieder mit den Nachbarn, die anders als in Deutschland nicht nebenan, sondern teilweise einen halben Kilometer weit weg wohnen, ins Gespräch zu kommen. 

Auch der alte Dorfladen war anlässlich des Erntemarktes wieder einmal geöffnet.

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Steine waren heute unser roter Faden

Gesteinsschutt erinnert daran, dass auf der Insel einst mehrere Steinbrüche betrieben wurden.

Steine waren der Rote Faden unseres heutigen Ausflugs. Als erste Station hatten wir uns einen riesigen bronzezeitlichen Grabhügel auf einer an der südschwedischen Schärenküste weit in die Ostsee hineinragenden Halbinsel ausgesucht. Der Grabhügel liegt auf dem höchsten Punkt (50 Meter über dem Meerespiegel) der Halbinsel, und es war ein steiler Anstieg bis dort hinauf, aber es hat sich gelohnt. Auf Fotos sieht der Grabhügel gar nicht so groß aus. Erst, wenn man direkt davor steht und ihn zu Fuß umrundet, kann man seine Dimensionen so richtig erfassen. Beim Abstieg auf der anderen Seite der Halbinsel kamen wir an zahlreichen uralten Steinbrüchen vorbei, in denen Berge von Granitschutt erahnen lassen, wie viel Gestein hier einst in mühevoller Handarbeit mit Hammer und Meißel dem felsigen Untergrund abgetrotzt wurde. Am Fuße der alten Steinbrüche sahen wir einen modernen Steinbruch mit gigantischen Ausmaßen. Die dicken Lastwagen am Fuße des in den Fels gesprengten Kraters wirkten von oben wie Spielzeugautos.

Bronzezeitlicher Grabhügel auf dem höchsten Punkt der Halbinsel.

Unsere nächste Station auf der Spur der Steine war eine kleine Insel, die über einen Damm und eine schmale Fußgängerbrücke von der Halbinsel aus zu erreichen ist. Auch auf dieser Insel wurden früher Steine geklopft, und zwar wurden hier vor allem die kleinen, quadratischen Granitklötze hergestellt, die für Kopfsteinpflaster benötigt wurden. Außerdem sahen wir am Ufer der Insel einige riesige Felsbrocken aus rotem Granit, der dort natürlich gar nicht vorkommt. Die Felsbrocken wanderten einst mit dem Eis über mehrere hundert Kilometer aus dem Inland an die Küste.

Hier wurden vor allem die quadratischen Klötze für Kopfsteinpflaster produziert.

An der einen Spitze der Insel kletterten wir durch die steinernen Wälle einer  aus dem 16. Jahrhundert, von der aus die Einfahrt in den Hafen von Karlshamn gesichert wurde. Im 20. Jahrhundert wurden auf der Insel zahlreiche militärische Befestigungsanlagen aus Beton errichtet, die teilweise bis Anfang der 1980er Jahre genutzt wurden. Seitdem herrscht friedliche Ruhe auf der Insel, die nur gelegentlich gestört wird, wenn auf der Halbinsel nebenan im Steinbruch Sprengladungen gezündet werden, um auf diese Weise neues Gesteinsmaterial zu gewinnen.

Pause auf einer Bank aus Treibholz. 

Zu guter Letzt führte unsere Wanderung am ummauerten Friedhof der Festungskommandaten und an den Fundamenten eines ehemaligen Lotsenhauses vorbei. Die Schärenküste mit ihren unzähligen kleinen Felseninseln ist ein besonders tückisches Fahrwasser, und auch heute, im Zeitalter der Satellitennavigation, sind die Lotsen unerlässlich, um größere Schiffe sicher in den Hafen zu bringen.