Dienstag, 30. Juni 2015

Stylisches Outfit

Goldglänzender Rosenkäfer auf einer Pastinakenblüte in unserem Garten.
Wow, in so einem metallisch grün schillerndem Kleid wäre ich auf jeder Party ein echter Hingucker. Im Gegensatz zu uns Frauen muss der Goldglänzende Rosenkäfer (Cetonia aurata) für sein stylisches Outfit nicht einen einzigen Euro ausgeben. Wer so gut aussieht, hat natürlich gute Voraussetzungen, zum Germany's next topmodel gekürt zu werden, und tatsächlich durfte sich der Goldglänzende Rosenkäfer mit dem Titel "Insekt des Jahres 2000" schmücken.
Trotz seines Namens ist der Rosenkäfer übrigens nicht auf Rosen abonniert. Er ist auch häufig auf Blüten von Obstgehölzen, Holunder, Weißdorn oder Doldenblütern anzutreffen. Zu letzteren gehört auch die blühende Pastinakenpflanze in unserem Garten.

Montag, 29. Juni 2015

Viele leckere Beeren

Die roten Johannisbeeren sind schon reif, die schwarzen brauchen noch ein paar Tage Sonne.
Zurzeit fühlen wir uns ein bisschen wie im Schlaraffenland. Jeden zweiten Tag ernten wir in unserem Garten eine große Schale Erdbeeren, und jetzt sind auch noch die Johannisbeeren reif. Wenn die geerntet sind, können wir uns noch auf viele weitere leckere Beeren freuen: Stachelbeeren, Brombeeren, Blaubeeren, Boysenbeere. Nur Maulbeeren werden wir in diesem Sommer noch nicht ernten können, denn der Baum ist noch zu jung, entwickelt sich aber gut.

Sonntag, 28. Juni 2015

Auf dem Steg an den Schnucken vorbei

Marion schiebt ihr Rad auf dem Bohlensteg vorbei an den Heidschnucken durchs Moor.
Wir hätten auf die beiden Büchersendungen auch Briefmarken kleben und sie in den Briefkasten bei uns im Dorf werfen können. Aber da die Empfänger nur ein paar Dörfer weiter wohnen und das Wetter gut war, entschlossen wir uns, die Post selbst auszuliefern (gelten wir deshalb jetzt als Streikbrecher?), und zwar im Rahmen einer Radtour. Nachdem wir die Büchersendungen zugestellt hatten, fuhren wir weiter zum nahe gelegenen Postmoor. Das hat übrigens nichts mit der gelben Post zu tun, die gerade bestreikt wird, sondern der Name verweist auf den im Moor vorkommenden Gargelstrauch (Myrica gale), der auch Porst oder Post genannt wird.
Auf der Brücke an dem Heideflüsschen Lachte.
Durch das Postmoor führt ein fast einen Kilometer langer Bohlensteg, auf dem man trockenen Fußes und ohne die empfindliche Moorvegetation zu beschädigen, von der einen Seite des Moores zum anderen gelangen kann. Neben dem Bohlensteg weidete eine Herde Heidschnucken zwischen den Binsen. Uns fiel der nagelneue Elektrozaun auf, mit dem die Moorweide eingezäunt war. Wahrscheinlich ist der neue Zaun aufgestellt worden, nachdem am Rand des Moores kürzlich ein Wolf mehrere Schafe gerissen hatte.
An beiden Enden des Bohlenstegs gibt es Picknicktische – prima für eine kleine Kaffeepause. Gut gestärkt machten wir uns auf den Rückweg. Unterwegs überquerten wir die Lachte, einen wunderschönen, kleinen, sauberen Heidebach. Wir hielten kurz an und gingen von der Brücke hinunter ans Wasser, um die blauen Prachtlibellen aus der Nähe zu bewundern.

Die Brücke vom Flussufer aus betrachtet.

Samstag, 27. Juni 2015

Siebenschläfertag


Die Riesenpfützen, die uns der Starkregen heute beschert hat, wirken im Licht der Abendsonne wie kleine Seen.
Vor dem Unwetter, das heute in Süddeutschland wütete, blieben wir hier im Norden der Republik zum Glück verschont. Das Gewitter war harmlos, aber zweimal hatten wir am Nachmittag richtig heftigen Starkregen. Am Abend waren die Wolken bereits verschwunden, und die Sonne spiegelte sich in den riesigen Wasserlachen, die sich überall gebildet hatten. 
Wir sind ganz froh, dass der Garten, bevor es nächste Woche sommerlich warm wird, noch einmal gut bewässert worden ist. Und obwohl heute Siebenschläfertag ist, machen wir uns auch gar keine Sorgen um das Sommerwetter. Denn wir wissen, dass nicht nur das Wetter an diesem einzelnen Tag darüber entscheidet, wie der Sommer wird, sondern dass dafür der Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli ausschlaggebend ist. Und für die kommende Woche sind die Aussichten ja alles andere als schlecht.

Freitag, 26. Juni 2015

Lieber Grün als Gift in der Gosse

Hier ist erfreulicherweise nicht die Glypho-
sat-Giftspritze zum Einsatz gekommen.
Heute meldeten die Medien, dass Wissenschaftler in Proben von Muttermilch bedenklich hohe Konzentrationen des höchstwahrscheinlich Krebs erregenden Pflanzenschutzmittels Glyphosat nachgewiesen haben. Das vor allem unter dem Markennamen "Roundup" bekannte Gift findet nicht nur in der Landwirtschaft Verwendung, sondern erfreut sich auch bei Hobbygärtnern und Hausbesitzern nach wie vor großer Beliebtheit. Auch bei uns in der Nachbarschaft sind die Giftspritzen regelmäßig zum Einsatz. Viele Menschen können es einfach nicht ertragen, wenn in der Gosse auch nur ein Grashalm sprießt und versprühen deshalb großzügig Glyphosat. Dass das Zeug ins Grundwasser und von dort in unsere Nahrungskette gelangt, ist ihnen offenbar egal. Hauptsache Gehweg und Gosse sind sauber.
Wir freuen uns immer, wenn wir giftfreie Gossen entdecken. Zu erkennen sind sie an den kleinen, zarten Pflänzchen, die aus den Fugen wachsen. Grauer Beton ohne jegliches Grün ist nämlich immer verdächtig, denn es deutet darauf hin, dass hier Gift gespritzt wurde, denn kaum jemand macht sie die Mühe, die Fugen in Gosse und Gehweg in Handarbeit vom verhassten "Unkraut" zu befreien.
Wie schön war es doch, heute Abend auf dem Hundespaziergang eine blühenden Mohnblume in einer  Gosse im Dorf zu entdecken. Ein schönes Symbol des Lebens und des Widerstands gegen den allgemeinen Ordnungswahn.

Donnerstag, 25. Juni 2015

Ein Küsschen zur Begrüßung

Zum Frühstück und Abendessen sitzen sie im Innenhof zusammen, aber sonst gehen sie ihre eigenen Wege, unsere drei Katzengeschwister. Das soll nicht heißen, dass sie sich aus dem Weg gehen, aber jede Katze hat so ihre eigenen Interessen und Vorlieben. Wenn sie sich im Laufe des Tages auf begegnen, begrüßen sie sich herzlich mit Küsschen – so wie heute Abend der schwarzweiße Kater und seine grau getigerte Schwester oben an der Pferdeweide:



Mittwoch, 24. Juni 2015

Keine Vorbehalte gegen weiße Blüten

Weiß blühende Hortensien gelten immer noch als Friedhofsblumen. Uns ist das egal, wir haben sie gerne im Garten.
Unser Glück, dass immer noch viele Leute Vorbehalte gegenüber weiß blühenden Blumen haben. So können wir immer wieder einmal ein schönes Schnäppchen machen. Auch diese Hortensie haben wir fast geschenkt bekommen. Die mit blauen und roten Blüten waren bereits alle ausverkauft, aber die weißen "Friedhofsblumen" wollte niemand haben.
Wir teilen nicht die offenbar nach wie vor weit verbreitete Auffassung, dass weiß blühende Blumen nur etwas fürs Grab sind. Im Gegenteil: Wir lieben weiße Blumen, und wir würden es auch nicht als Beleidigung oder böses Omen auffassen, wenn uns jemand weiße Blumen schenken würde. Wir erfreuen uns lieber an ihnen, solange wir lebendig sind. Wenn wir tot sind, können wir das nicht mehr.

Dienstag, 23. Juni 2015

Und es ist doch Sommer!

 Sommerliches Stillleben mit Rosen und Erdbeeren aus unserem Garten.
Man könnte ins Jammern verfallen: Bis zum ersehnten Regen jetzt in diesen Tagen sah es rundherum zwar verdorrt aus wie im August, kalt war es aber wie im April, dazu über Wochen dunkle Wolken und frischer Wind. Der Sommer hat zwar kalendarisch gerade erst begonnen, da begann schon der Abgesang auf denselben.
Unser Bild beweist das Gegenteil, ja, es ist Juni, ja, es ist kalt, ja, es ist zu trocken, ja, über den Himmel ziehen viele Wolken, und trotzdem blühen die Rosen wie in jedem Juni in verschwenderischer Fülle, werden die Erdbeeren rot und verzücken mit ihrem unvergleichlichen Geschmack.
Ein bisschen Sommer haben wir uns einfach ins Haus geholt, und einen Grund zu jammern, den haben wir auch nicht!

Montag, 22. Juni 2015

Endlich der ersehnte Regen!

Ein Ahornblatt mit Regentropfen, darunter die reinste Steppe, wo einst
Rasen war.
Einige Schauer hatten wir auch in der vergangenen Woche schon, aber gebracht haben sie so gut wie nichts. Bohrte man den Finger in den Sand, musste man leider feststellen: alles nach wie vor staubtrocken. Das Wasser hatte gerade einmal gereicht, um den Garten oberflächlich zu benetzen. Aber heute gab es endlich den ersehnten Regen. Zweimal schüttete es wie aus Eimern, und das nicht nur drei, sondern jeweils etwa 30 Minuten lang. Für die Pflanzen war das sicherlich eine Wohltat, für viele von ihnen kommt sie allerdings zu spät. Auch die wegen der Trockenheit abgeworfenen Äpfel werden natürlich nicht mehr nachwachsen, und bis der verbrannte Rasen, der wie eine Steppe aussieht, sich erholt hat, wird es Wochen dauern.
Da das Wetter die ganze Woche lang so bleiben soll wie heute, wird es hoffentlich noch einige weitere ergiebige Regenfälle geben, damit sich die Pflanzen soweit erholen können, dass sie die Sommermonate gut überstehen.

Sonntag, 21. Juni 2015

Ausflug in die Altmark

Marion und Fyffes im Diesdorfer Klostergarten. Im Hintergrund das ehemalige
Back- und Brauhaus des Klosters, das im 19. Jahrhundert zum Trocknen von
Kieferzapfen genutzt wurde und daher Darre genannt wird.
Heute haben wir nach längerer Zeit endlich wieder einmal einen kleinen Ausflug in die Altmark gemacht. Dort ist es noch dünner besiedelt als bei uns, und die sanft-hügelige Endmoränenlandschaft mit ihren Mischwäldern lädt zum genussvollen Wandern ein. Ausgangspunkt unserer Wanderung mit Fyffes und Foxy war der Flecken Diesdorf, der einst ein bedeutender Klosterstandort war. Von dem Kloster ist nur noch die Ende des 12. Jahrhunderts errichtete Klosterkirche und das Back- und Brauhaus erhalten, das im 19. Jahrhundert als Darre zum Trocknen von Kiefernzapfen genutzt wurde. Außerdem sind noch große Teile der mächtigen Backsteinmauer erhalten, die einst das riesige Klosterareal umschloss. An einer Stelle der Klostermauer, gleich neben der Darre, ist ein kleiner Klostergarten angelegt worden, den wir uns natürlich unbedingt anschauen mussten.
Allee der Bäume des Jahres.
Auf der Wanderung waren es vor allem die vielen dicken, alten Eichen, die uns faszinierten. Einige davon sind als Naturdenkmäler geschützt, was durch ein entsprechendes Schild kenntlich gemacht wird. Noch vergleichsweise jung und klein, aber nicht weniger interessant ist die Allee der Bäume des Jahres. Seit 1989 wird dort jeweils der Baum des Jahres gepflanzt. Auch der diesjährige, der Feldahorn, hat schon seinen Platz in der Baumreihe gefunden. Die Bäume des Jahres stehen direkt an einem Abschnitt des Altmark-Rundkurses, einem 500 Kilometer langen Radwanderweg durch die unterschiedlichen Naturlandschaften der Altmark. Für die Radwanderer gibt es an einer Wegkreuzung eine Schutzhütte, die wir für eine kurze "Hundekuchenpause" nutzten.

"Hundekuchenpause" in der Schutzhütte. Fyffes und Foxy stehen unter dem Tisch.

Samstag, 20. Juni 2015

So schön lange hell!

Um 22:14 Uhr, als ich dieses Foto machte, war es, wie man sieht, immer noch schön hell.
Zwar ist erst morgen der längste Tag des Jahres, aber auch heute war es natürlich abends schon fast genauso lange hell wie morgen. Der Unterschied von Tag zu Tag beträgt ja lediglich eine Minute.
Offiziell ging die Sonne heute um 21:45 Uhr unter. Aber obwohl die Sonne schon seit einer halben Stunde hinter dem Horizont verschwunden war, hatten wir gegen 22:15 Uhr noch so viel Licht, dass wir ohne unsere Augen anzustrengen draußen ein Buch hätten lesen können. Wir haben den langen Abend wieder für einen ausgedehnten Hundespaziergang genutzt.

Freitag, 19. Juni 2015

Ach, war das schön warm heute!

Kein altes Foto aus dem Winter, sondern ein 
aktuelles vonheute Abend. Fussel liegt vor 
dem herrlich warmen Ofen.
Schön warm? Wie bitte? Waren wir im falschen Film? Nein, keineswegs, es war tatsächlich heute angenehm warm bei uns, so spät abends noch. Allerdings nicht, weil der Sommer im Anmarsch ist – sein offizielles Erscheinen ist ja, zumindest laut Kalender, für Sonntag angekündigt –, sondern weil ich tatsächlich am 19. Juni ein ordentliches Feuer im Ofen entfacht habe und es endlich so warm war, wie man es zu dieser Jahreszeit erwartet.
Ich musste zur Post, ein Paket wegbringen, und das habe ich selbstverständlich mit dem Fahrrad erledigt. Aber genau in dem Moment, als ich das Fahrrad nach draußen schiebe, fängt es an zu regnen, und zwar richtig kräftig. Warten, bis es aufhört? Nein, dann geht das Paket heute nicht mehr weg, und das wäre nicht so gut, zumal man ja wegen des Poststreiks ja sowieso nicht weiß, wie lange es unterwegs sein wird. Also hole ich eine große Plastiktüte, verpacke das Paket regensicher und mache mich auf den Weg. Die Jacke lässt keinen Tropfen hindurch, aber meine Baumwoll-Leggings sind sofort klitschnass. Als ich bei der Postfiliale ankomme, steht der LKW schon abfahrbereit, die Pakete sind schon eingeladen. Ob er nicht noch kurz warten könne, bis ich das Paket habe einscannen lassen, frage ich den LKW-Fahrer. Das Paket müsse unbedingt noch mit. Na gut, sagt er, und ich gehe schnell hinein in die Postfiliale, wo zum Glück nur ein einsamer Briefmarkenkäufer vor mir am Schalter steht. Aber dann halte ich meinen Einlieferungsbeleg in der Hand und reiche dem freundlichen Postmenschen das Paket hinauf auf den LKW. Hinter mir kommt der Briefmarkenkäufer und ruft: "Können Sie meinen Brief auch noch mitnehmen?" "Geben Sie her", sagt der Mann mit dem LKW.
Ich fahre weiter zum Einkaufszentrum. Zum Glück hat es inzwischen aufgehört zu regnen, und meine  Leggings sind schon wieder halbwegs trocken. Trotzdem friere ich auf dem Rückweg so, dass ich zu Hause gleich den Ofen anfeuere.
"O, so schön warm!" ruft Marion ganz begeistert, als sie etwa eine halbe Stunde später von der Arbeit zurückkommt und die Tür zur Küche öffnet. Auch die Hunde freuen sich über die Wärmequelle.

Mittwoch, 17. Juni 2015

Unvergleichlich lecker

Immer etwas Besonderes: Die ersten Erdbeeren dieses
Jahres aus dem eigenen Garten.
Es wird schon Abend, die Pferde scharren mit den Hufen, wollen hinaus, um verdorrtes Gras zu fressen. Im Garten habe ich für uns ganz andere Delikatessen entdeckt: Die ersten Erdbeeren sind reif. Die müssen noch schnell gepflückt werden, bevor die Nacktschnecken sich auf ihren Beutezug machen. An zwei Früchten muss ich Fraßstellen herausschneiden, ansonsten sind alle Früchte perfekt. Lecker!!!
Einen Riesenertrag werden wir nicht einbringen, dafür ist die Anbaufläche zu klein, und Schnecken und Pilzbefall lauern, um Pflanzen und Früchten zuzusetzen, trotzdem lohnt es sich, Erdbeeren selbst anzubauen, ihr Geschmack ist unvergleichbar mit allem, was es im Handel gibt, auch wenn es gar nicht so einfach ist, ohne Spritzen gesunde Früchte hervorzubringen.
Gerade habe ich von einem professionellen Edbeerbauern erfahren, dass er nicht einmal Absenker zu neuen Pflanzen ziehen darf. Seine kniehohen Erdbeerstauden im Gewächshaus muss er jetzt auf den Kompost schmeißen, darf auch keine "Alt"-Pflanzen an Hobbygärtner vergeben, so will es der Züchter, der ein Sortenrecht auf die Pflanzen hat.
Da lobe ich mir meinen kleinen Erdbeeracker, da wird jetzt der Nachwuchs fürs nächste Jahr herangezogen.

Dienstag, 16. Juni 2015

Mauerpfeffer

Wenn keine Mauer in der Nähe ist, wächst der Mauerpfeffer auch am Boden.
In der Kurve mitten im Dorf und am Radweg zum Nachbardorf: Überall habe ich heute, als ich mit dem Fahrrad unterwegs war, gelbe Flecke auf dem Boden gesehen. Die muss ich mir mal näher angucken, sagte ich mir, bremste und hielt an. Ich ging in die Hocke und bewunderte die dickfleischigen, schuppenartig angeordneten Blätter und die sternenförmigen Blüten. Die Pflanze zu bestimmen, war ziemlich einfach, denn sie kommt ziemlich häufig vor, ist aber außerhalb der Blütezeit ziemlich unauffällig, und wächst als sogenannte Pionierpflanze überall dort, wo der Boden für die meisten anderen Pflanzen zu trocken, zu sandig und zu nährstoffarm ist. Es handelt sich um den Scharfen Mauerpfeffer (Sedum acre). Er heißt so, weil die Blätter nach einigem Kauen einen dem Pfeffer ähnlichen scharfen Geschmack entwickeln und die Pflanze besonders gerne Mauern besiedelt. Botanisch gehört der Mauerpfeffer zur Gattung der Fetthennen. Es gibt in ihn auch als Zuchtform in verschiedenen Farben (Rot, Weiß, Gelb, Bunt) zu kaufen. Er ist der perfekte Bodendecker für Steingärten. in vielen verschiedenen Zuchtformen für den Garten zu kaufen.

Montag, 15. Juni 2015

Froschkonzert

Auf unserem allabendlichen Hundespaziergang kamen wir auch heute wieder am Dorfteich vorbei und konnten dort dem Froschkonzert lauschen. Hier ein kurzer Konzertmitschnitt:




Der Dorfteich ist übrigens ein Quellteich. Die Quelle, in ihm entspringt, speist einen Bach, der knapp einen Kilometer weiter südlich auch über unser Hofgrundstück fließt unterhalb unseres Dorfes in einem Auwald verschwindet, der mitsamt dem Bach unter Naturschutz steht.

Sonntag, 14. Juni 2015

Die farbenblinde Gärtnerin

Gewagte Farbzusammenstellung: Rot, Pink und Orange.
Es ist der Graus: Pink neben Kupferorange, dazu samtig-dunkles Rot. Dieses Arrangement sticht einem förmlich in den Augen, widerspricht sämtlichen Regeln farblicher Komposition – und zaubert mir dennoch jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht. Die Farbzusammenstellung auf diesem Beet ist eine Katastrophe, die Gärtnerin muss farbenblind sein, vergesslich oder alles beides. Oder sie heißt Marion, das trifft es in diesem Fall am ehesten.
Dabei ist diese chaotische Komposition nach einer ihr eigenen Gesetzmäßigkeit und eigentlich auch völlig logisch entstanden: Die pinkfarbene Rose sollte weiß sein, blühte im ersten Jahr aber nicht, sodass die kupferorangene Westerland hinzukam. Und die dunkelrote Darcey Bussell steht in einem Kübel, der voller Erde und wassergetränkt der Gärtnerin einfach zu schwer war, ihn noch an einen passenderen Platz zu verfrachten. Zwei kleine Abweichungen und schon wird aus dem gedachten Plan ein buntes Durcheinander. Immerhin verriet mich der orientalische Mohn nicht, erblühte genau in dem gedachten Farbton, in einem hellen, etwas undefinierbaren Orange mit leichtem Rosahauch und gab dem Ganzen wenigstens den Anschein einer gestalterischen Klammer.
Ein Durcheinander, das es in dieser Form bestimmt nirgendwo gibt, es sei denn, der zuständige Gärtner oder die zuständige Gärtnerin ist wirklich farbenblind. Und dann fielen mir noch die französischen Malerrosen von Züchter Delbard ein, die das farbliche "Chaos" in einer Blüte zusammenbringen, zum Beispiel Weiß mit Rosa und Gelb. Vielleicht sollte ich so einen "Tuschkasten" noch dazwischenpflanzen, damit dann doch alles sein System hat. Vielleicht aber auch lieber nicht. Schließlich heißt es nicht umsonst, dass kein Garten wie der andere ist. Und meiner ist eben ganz speziell.

Samstag, 13. Juni 2015

Die Apfelernte liegt am Boden

Die Apfelbäume leiden unter Trockenstress und werfen die Äpfel ab.
Unser Celler Dickstiel, der uns im vergangenen Jahr zum ersten Mal mit einer reichen Ernte voller lecker schmeckender Äpfel bedachte, sieht noch immer wunderbar gesund aus, aber die Trockenheit hinterlässt ihre Spuren: Für all die kleinen Äpfel, die unter seiner Krone im braunen Gras liegen, wäre auch der für heute angekündigte Regen zu spät gekommen. Der Baum schmeißt ab, was unter diesen Bedingungen nicht groß zu ziehen ist.
Das Gewitter fiel bei uns aus. Schwül war es, lauter dunkle Wolken zogen vorbei, einen einzigen nennenswerten Guss gab es, aber auch dessen Tropfen reichten nicht einmal unter die Kronenbereiche der großen Bäume, jetzt ist der Himmel schon wieder klar. Um wenigstens die letzten Äpfel zu retten, habe ich heute Abend noch einmal ausgiebig gesprengt, aber eine Lösung ist das nicht.
Die Landwirte bei uns im Dorf kann ich gar nicht mehr verstehen. Mehrfach fuhren sie mit ihren Spritzentanks am Haus vorbei, der Ackerrand war heute Abend gelb, wo das Unkrautvernichtungsmitteln schon sein zerstörerisches Werk vollbracht hat. Wären die Bauern mit Ladungen voller Wasser vorbeigekommen, um ihre Ackerfrüchte zu retten, das hätte für mich Sinn gemacht. Stattdessen wird auf das trockene Zeug jetzt noch Gift gegossen. Völlig verrückt.

Freitag, 12. Juni 2015

Sogar der Giersch macht schlapp

In der Vase halten sich Giersch und Hahnenfuß zurzeit
 länger als draußen. 
Die Korbstühle haben wir heute Abend lieber hereingeholt, falls Gewitter und Regen uns schon in der Nacht erreichen. Auch der kleine Strauß von der Kaffeetafel kam mit, wurde kurz in der Küche zwischengeparkt, wo das Bild entstand. Die weißen Dolden stammen von einem Kraut, das Gärtner unter Normalbedingungen schier zur Verzweifelung treiben kann, das aber in der Vase, besonders in solchen trockenen Tagen wie jetzt, länger hält als draußen: vom Giersch.
Jetzt muss man mit ihm fast schon Mitleid haben. "Bei uns im Garten ist der Giersch auch schon am Vertrocknen", wurde uns erst am Vormittag erzählt. Da mussten wir an unseren Strauß denken, der immerhin schon ein paar Tage hält und das sicher noch ein paar weitere Tage tun wird. Wir pflücken die Blüten jedes Jahr für die Vase, sie sind durchaus dankbar, bringen ein bisschen "Wiesenflair" ins Wohnzimmer.
Der Giersch steht bei uns in Bachnähe, im Schatten einiger Sträucher, im Garten haben wir ihn – zum Glück – nicht. Dafür vertrocknen bei uns die Akeleien und Lupinen. Die Pferdeweide ist zur Steppe geworden, der Rasen braun und nicht grün. Es ist unmöglich, den gesamten Garten zu bewässern. Wir können jetzt nur warten und hoffen, dass der Regen kommt. Auch auf die Gefahr hin, dass dann der Giersch wieder munter weiterwuchert ...

Donnerstag, 11. Juni 2015

Zucchinizeit

Im Panini-Grill sind die Zucchinischeiben ratzfatz zubereitet.
Unsere eigenen im Garten sind leider noch nicht erntereif, aber im Laden gibt es sie jetzt endlich wieder in Bio-Qualität und zu akzeptablen Preisen: Zucchini sind nicht nur kalorienarm, vitaminreich und leicht verdaulich, sondern sie lassen sich auch vielseitig zubereiten. Man kann sie braten, backen, kochen, grillen, pürieren oder auch roh essen. Bei uns gab es heute Abend Grillgemüse, und da sind Zucchini ein unverzichtbarer Bestandteil. Am liebsten bereite ich sie im Panini-Grill zu. Das geht schnell und ohne viel Fett. Ich pinsele die Zucchinischeiben lediglich mit etwas Öl ein, lege sie auf die untere Grillplatte des Panini-Grills, klappe die obere Grillplatte herunter und drücke sie mit dem Griff fest an, sodass die Zucchinischeiben innerhalb von ein bis zwei Minuten beidseitig schön gebräunt sind und die typiscen Grillstreifen aufweisen.
Ebenso verfahre ich mit anderem Gemüse. Leider hatte ich keine Paprika mehr im Haus und keine Lust, nur wegen Paprika einkaufen zu fahren, aber dafür hatte ich noch ein Aubergine, eine Süßkartoffel und ein paar Cocktailtomaten. All das kam nacheinander in den Grill. Mit knusprigen Steinofenbrotstangen und etwas Extra-Hot-Ketchup ergab das ein schnell und einfach zubereitetes, leckeres Abendessen.

Grillgemüse und knuspriges Brot dazu – ein einfach und schnell zubereitetes und sehr
leckeres Essen für so sommerlich warme Abende wie heute.

Mittwoch, 10. Juni 2015

Der Hüter der Hausgeister ist noch immer gut gelaunt

Der Holunder an unserer Scheune blüht und verströmt einen 
wunderbar süßlichen Duft.
Die Wolken schwer und mit dunklen Regenbäuchen halten nicht, was sie versprechen, ziehen vorbei, lassen die Hoffnung auf Regen einfach ins Leere laufen. Aber einem Gartengesellen scheint das gar nichts auszumachen. Der Hüter der Hausgeister blüht Trockenheit und Wind gutgelaunt entgegen, scheint nicht einmal gute Miene zum bösen Spiel zu machen, sondern sieht noch immer zufrieden aus – der Holunder. Die tellerförmigen Blütenstände öffnen sich, verströmen ihren süßlichen Duft, das dunkle Laub strotzt vor Gesundheit, daran nagt nicht einmal Ziege Paulinchen.
Der treue Begleiter des Menschen hat sich auch bei uns klug seinen Standort gewählt. Das Regenwasser sammelt sich zu seinen Füßen, welkes Laub ebenso, doch die Strahlen der Sonne dringen kaum dorthin davor, erreichen aber seine grüne Krone. Am Rand des Pferdeauslaufs ist die Erde sicher nährstoffreich. Besser geht es kaum. Seitdem er so fleißig blüht, wächst an den merkwürdigsten Standorten sein Nachwuchs: unterm Scheunendach, am Holzstapel, mitten auf der Wiese. Bislang sehen alle Holundersprößlinge gut aus, trotz der Trockenheit. Und wenn eines Tages auch ihnen das Wasser fehlt, würden wir Gießkannen voll damit heranschleppen  – damit auch unsere Hausgeister bei guter Laune bleiben ...

Dienstag, 9. Juni 2015

Müssen die Hummeln Hunger leiden?

Immerhin blüht jetzt der Fingerhut, so-
dass die Hummeln wenigstens etwas
Nahrung finden.
Um die Hummeln in unserem Garten mache ich mir ein bisschen Sorgen, um die Bienen und Schmetterlinge natürlich auch. Nach diesem ersten Blütenrausch im Frühjahr mit Löwenzahn, Obstbaumblüte, all den Beerenbüschen und dann noch unserer dicken Kastanie müssten sie bis Ende Mai eigentlich einen reich gedeckten Tisch gefunden haben. Doch im Augenblick sieht es trostlos aus, nur die Erdbeeren und Akeleien lockten noch Insekten. Es fehlt nicht nur an Blühpflanzen, die Trockenheit tut ein Übriges, das Sommerblumen nicht recht in Gang kommen, und das, was blüht, viel zu schnell wieder vergeht. Irgendetwas müssen sie trotzdem finden, ich sah Hummeln, die mit Pollen beladen zu ihren Nestern zurückflogen.
Hummeln mochte ich schon immer gern, aber in diesem Jahr habe ich sie ganz besonders beobachtet, vielleicht, weil ich noch einmal Bernd Heinrichs Buch "Hummelstaat" gelesen habe. Das Buch ist allgemeinverständlich geschrieben, aber dennoch ziemlich wissenschaftlich mit Formeln, wissenschaftlichen Untersuchungen, Einzelheiten über Körper und Kreislauf und Temperaturkurven. So genau wollte ich es gar nicht wissen, aber dann war es doch interessant zu erfahren,warum Hummeln fliegen, wenn es für Bienen noch viel zu kalt ist, und wie sie voller Effektivität und bei knappem Angebot auch mit gutem Spürsinn auf Nahrungssuche gehen. Trotzdem müssten sie es derzeit schwer haben.
Inka hatte am Abend aber einen Lichtblick für mich und zeigte mir die Fotos vom Fingerhut hinten an der Pferdeweide, die sie fotografiert hat – mit Hummel im Anflug!

Montag, 8. Juni 2015

Die unbekannte rote Schönheit

Zweifellos ein Hingucker im Gemüsebeet: Rote Melde.
"Jetzt muss ich doch mal fragen: Was ist das Rote da in Ihrem Beet?" Die Frau mit den kurzen, grauen Haaren kommt regelmäßig an unserem Haus vorbei. "Das ist die Rote Melde, eine alte, historische Sorte", antworte ich ihr. "Aha", sagt sie, wünscht mir einen guten Tag und geht ihres Weges.
Melde, die kennt sie wohl eher als Unkraut, auch wir haben die Pflanzen mit den wie bemehlt aussehenden Blättern im Garten. Wo sie stören, lassen sie sich leicht herausreißen, im Ackerbau können sie wegen der hohen Zahl ihrer Samen zum Problem werden.
Die Rote Melde mit dem Namen "Rubinrot" wurde von einer Saatgutinitiative in Österreich erhalten, war eine Lokalsorte im österreichischen Burgenland. Angeblich aber war die Gartenmelde der Spinat unserer Vorfahren und wurde von diesem ab dem späten Mittelalter verdrängt. Zartere Blätter hat sie als Spinat, soll milder schmecken als dieser. Wir haben bislang noch kein Blatt geerntet, sondern begeistern uns jeden Tag aufs Neue an ihrer leuchtenden Erscheinung.
Auf jeden Fall werde ich wieder Samen ernten, vielleicht bekommt sie keine eigene Reihe im Gartenbeet, aber dafür einfach ihren Platz zwischen den Blumen, da passt sie schön zwischen.

Sonntag, 7. Juni 2015

Lange, helle Abende

Kleine Rast auf der abendlichen Radtour durch die grünen Wiesen.
Die langen, hellen Abende sind das, was wir am Juni am meisten mögen. Wir nutzen sie, wenn möglich, für einen späten Spaziergang mit Hund oder, so wie heute, für eine kleine Zehn-Kilometer-Radtour. Abends zwischen 20 und 22 Uhr ist es nicht mehr so heiß, die tief stehende Sonne taucht die Landschaft in ein warmes Licht, und die saftig grünen Wiesen und die Kornfelder leuchten noch mehr als im grellen Tageslicht. Außerdem sind bei uns auf dem Land um diese Zeit außer einigen Bauern kaum noch Leute unterwegs, und so genießen wir die Ruhe und den Frieden, der über der Landschaft liegt. Herrlich! So könnte jeder Tag des Jahres ausklingen.

Samstag, 6. Juni 2015

Aus der Erde statt aus dem Himmel

Kein Gewitter, kein Regen. Also Schlauch ausrollen, Pumpe anwerfen und den Garten bewässern.
Da das für heute Morgen angekündigte Gewitter ausgeblieben ist und es wider Erwarten nicht ein bisschen geregnet hat, mussten wir heute Abend die Gartenpumpe in Betrieb nehmen und unseren Küchengarten bewässern. Ein kräftiger Regenschauer wäre natürlich Zeit und Energie sparender gewesen, als das Wasser aus der Erde zu holen, aber das Wetter ist ja kein Wünsch-Dir-Was-Programm. Aber während die meisten Leute auf einen heißen, trockenen Sommer hoffen, wären wir nicht traurig, wenn uns Hitze und Trockenheit erspart blieben. Wenn man auf dem Land lebt, Obst und Gemüse anbaut und Tiere hat, die frisches, grünes Gras bevorzugen, hat man eine etwas andere Einstellung zum Wetter als die meisten Stadtmenschen.

Freitag, 5. Juni 2015

Nur die Ziegen lieben Hitze

Alle anderen Tieren suchten sich heute lieber ein schattiges Plätzchen, nur
Paulinchen blieb den ganzen Tag in der prallen Sonne – und schien es sogar
zu genießen.
Um 23 Uhr noch 26 Grad – das hatten wir in diesem Jahr noch nicht. Wir sind gerade von einem Abendspaziergang mit Hund zurückgekommen. Jetzt ist es richtig angenehm draußen. Tagsüber war es uns allerdings bei mehr als 30 Grad viel zu heiß, und wir sind froh, dass es sich morgen nach dem Gewitter wieder etwas abkühlen wird. Unsere Tiere mögen die Hitze übrigens genauso wenig wie wir. Die Pferde bleiben lieber tagsüber in der dunklen und vergleichsweise kühlen Scheune und gehen erst abends auf die Weide. Schafe und Hühner suchen sich schattige Plätzchen unter Bäumen, und die Hunde und Mini-Schweine (die sich sonst gerne sonnen) hatten keine Lust auf ausgiebige Sonnenbäder und zogen es vor, den hochsommerlichen Frühlingstag lieber drinnen zu verbingen. Lediglich den Ziegen macht die Hitze überhaupt nichts aus. Im Gegenteil, sie scheinen sie sogar zu genießen. Kein Wunder, waren ihre wilden Vorfahren doch in Steppen und warmen und trocknen Bergregionen zu Hause.
Paulinchen kann den ganzen Tag lang in der Sonne liegen – am liebsten in ihrer Sandkuhle neben dem Paddock der Pferde. Regen mag sie allerdings überhaupt nicht. Dann verzieht  sie sich angewidert in die Scheune und kommt erst wieder heraus, wenn es draußen wieder halbwegs trocken ist.

Donnerstag, 4. Juni 2015

Wiesenkerbel

Wenn der Wiesenkerbel blüht, ist der Smmer nicht mehr weit.
Morgen bekommen wir einen Vorgeschmack auf den Sommer. Für unsere Region sind eine Höchsttemperatur von 31 Grad und 16 Stunden Sonne vorhergesagt. Aber auch heute war es gefühlt schon Sommer. Als ich mit dem Fahrrad zu einem Termin in der nahe gelegenen Kleinstadt fuhr, sah ich an den Wegrändern den Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) blühen. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie bringe ich die weißen Blüten des Wiesenkerbels immer mit dem Sommer in Verbindung, obwohl er ja bereits im Frühling blüht. Es gibt Leute, die beim Stichwort Sommer an Erdbeeren oder denken – ich denke an Wiesenkerbel.

Mittwoch, 3. Juni 2015

Dezente Schönheit

Blickfang in Zartrosa: Orientalischer Mohn in unserem Garten.
Ist er nicht wunderschön?
Es gibt ihn auch in Klatschmohnrot, aber mir gefällt die zartrosa Variante des Orientalischen Mohns (Papaver orientale) viel besser, wahrscheinlich weil sie im Farbton dezenter und dadurch edler wirkt. Während der Klatschmohn (Papver rhoeas) am besten in der Masse wirkt – zum ersten Mal hatten wir ein üppig blühendes Mohnfeld auf einer Provence-Reise gesehen –, kommt der Orientalische Mohn, der auch Türkischer Mohn genannt wird, am besten als Solitärpflanze im Garten zur Geltung. Kein anderer Mohn hat so riesige Blüten und ist in einer solchen Farbenvielfalt erhältlich. Die langlebige Staude entwickelt auf 60 bis 120 Zentimeter hohen Stängeln Blüten, die so groß wie eine Milchkaffeetasse werden können.

Dienstag, 2. Juni 2015

Hungrige Piepmätze im Nest

Vier kleine Amseln sitzen im Nest unter der Traufe des Scheunendachs.
Lautstark betteln die Jungvögel um Futter.
"Ist was kaputt?" ruft mein Nachbar über den Zaun herüber. Er sieht mich oben auf der Leiter stehen, die an der Scheunenwand lehnt, den Kopf unter der Traufe des Scheunendachs.
"Nein, zum Glück nicht", antworte ich, "ich mache hier oben nur ein paar Fotos."
"Von was denn?"
"Hier ist ein Nest mit Jungvögeln – Amseln."
"Aha!"
Als die kleinen Piepmätze meine Stimme hören, sperren sie ihre Schnäbel so weit auf, dass ich ihnen fast bis in den Magen gucken kann, und krakeelen mächtig. Sorry, ich habe leider nichts für euch zu fressen. Ich bin auch gleich wieder verschwunden.
Schnell steige ich die Leiter hinunter und verschwinde, denn die Amselmutter sitzt schon auf dem Zaunpfahl und beobachtet mich argwöhnisch. Sie hat genug damit zu tun, ihre hungrigen Kinder satt zu bekommen, da will ich sie nicht noch zusätzlich unter Stress setzen.
Nistkästen mag ich nicht öffnen, um Jungvögel zu fotografieren, aber wenn ein Vogelnest so frei einsehbar ist wie das unter der Traufe des Scheunendachs, riskiere ich schon einmal einen Blick ...

Montag, 1. Juni 2015

Abwarten und Tee trinken

Eine ganze Blattlaus-Kolonie auf einem einzigen Blatt. Aber kein Grund zur Panik, ...
Als Biogärtner(-in) wird man oft auf  eine harte Probe gestellt. Unsere Zwetschge Hanita hat nicht nur ein paar Läuse, nein, sie wird massenweise davon heimgesucht. Auf etlichen Blättern hat sich ein dichter Flor tierischer Mitbewohner gebildet, die befallenen Blätter kräuseln sich schon ein. Auch bei anderen Pflanzen sieht das frische Maigrün nicht mehr ganz so schön aus - Löcher hier, Blattläuse da. Das ist schwer mitanzusehen, trotzdem: Zur Giftspritze zu greifen, käme uns nicht in den Sinn.
... denn die erste Marienkäferlarve ist schon im Anmarsch.
Abzuwarten und Tee zu trinken, scheint der bessere Rat. Pferde gehen ja auch nicht auf einen brachliegenden Acker, um zu warten, bis das Gras wächst. Und Blattlausjäger kommen auch erst dann auf den Plan, wenn es Blattläuse gibt, sie legen sich nicht schon Wochen vorher auf die Lauer. Auf diesen Zeitplan dürfen wir uns getrost verlassen, egal, wie jämmerlich manche Blätter bis dahin aussehen. So hat es mich gar nicht verwundert, als ich heute die ersten Jäger auf den Zwetschgenblättenr entdeckt habe: Marienkäferlarven in unterschiedlichen Entwicklungsstadien, die die "Blattlauswiese" abweiden. Der Befallssdruck nimmt bereits ab, einige Blätter sind fast freigefressen. Zu den Marienkäfernachkömmlingen kommen die Meisen, die die Blätter eifrig absuchen.
Also abwarten und Tee trinken und gelassen bleiben, der Rest ruckelt sich, vorausgesetzt, dass wir nicht nur den "Schädlingen", sondern auch den "Nützlingen" in unserem Garten durch vielfältige Gestaltung eine Chance geben, sich zu vermehren, damit sich ein Gleichgewicht einstellt, das vielleicht ein bisschen den Lack vom Maigrün kratzt, aber keine Pflanze das Leben kostet.