Freitag, 31. Januar 2014

Entspannt ins Wochenende

Wir Menschen freuen uns aufs freie Wochenende, weil wir (meistens) nicht arbeiten müssen und gewissermaßen einen Gang herunterschalten können. Für unsere Hunde hingegen ist ja eigentlich immer Wochenende, denn sie müssen ja nicht arbeiten. Dennoch haben wir den Eindruck, dass auch sie sich aufs Wochenende freuen, denn das Wochenende bedeutet, dass wir alle zusammen stundenlang durch Wald und Wiesen streifen. Aber woran merken die Hunde, dass das Wochenende beginnt? Vermutlich daran, dass wir ausgeglichener und entspannter werden.

Ebenso wie wir am Freitagabend ganz relaxed und voller Vorfreude aufs Wochenende (von links oben im Uhr-
zeigersinn): Foxy, Fierer, Fussel und Fyffes.

Donnerstag, 30. Januar 2014

Selbstgebackene Hunde-Betthupferl

Objekt der Begierde: Die Hundekeksdose (oder vielmehr ihr Inhalt).
Ohne Betthupferl geht es nicht. Das gilt nicht nur für unsere Minischweinchen Alma und Lilli, sondern auch für die Hunde. Nachdem sie gegen Mitternacht noch einmal kurz draußen waren, stürmen sie in die Küche, bauen sich im Halbkreis vor dem Unterschrank auf, blicken mit schief gelegten Köpfen nach oben zum Regalbrett über der Arbeitsplatte und wedeln derweil mit den Schwänzen. Was sie mit ihrer Körpersprache ausdrücken, lässt sich ganz einfach ins Deutsche übersetzen. Es heißt: "Gib schon her!"
Die Dose enthält nämlich Hundekekse. Als Betthupferl gibt's mindestens zwei pro Nase. Darunter läuft nichts. Obwohl die Dose größer als eine normale Kaffeedose ist, reicht der Inhalt gerade mal für drei Tage. Wenn wir ständig Nachschub kaufen müssten, hätten wir wahrscheinlich schon längst Privatinsolvenz anmelden müssen. Hundekekse sind nämlich unbegreiflicherweise Weise im Vergleich viel teurer als normales Hundefutter, obwohl sie überwiegend nur aus Getreide bestehen, und die vegane Variante kostet sogar rund acht Euro je Kilo. Deshalb backe ich einmal in der Woche selbst Hundekekse. Das geht ganz einfach, und die Zutaten kosten nur einen Bruchteil der handelsüblichen Hundekekse.
Die Hundekekse vor dem Backen...
Für ein Blech Hundekekse nehme ich ein Pfund Vollkorn-Dinkelmehl, 150 Gramm Haferflocken, zwei Esslöffel Hefeflocken, drei Esslöffel Öl und einen Viertelliter Soja-Reis-Milch sowie drei Esslöffel Sonnenblumenkerne. Bevor ich die Zutaten von der Küchenmaschine zu einem festen Teig verrühren lasse, gebe ich noch frische Gartenkräuter dazu. Jetzt im Winter tut es ersatzweise auch gefriergetrocknete Petersilie. Anstelle von Eiern nehme ich als Bindemittel eine kleingeschnittene Banane. Den Teig rolle ich auf Backpapier aus und lege das Ganze auf ein Backblech. Dann baue ich in die Teigplatte Sollbruchstellen ein, indem ich den Teig mit dem Messer in Längs- und in Querrichtung einritze. Dabei muss ich aber aufpassen, dass ich nicht zu tief ritze und womöglich noch die Beschichtung des Backblechs beschädige.
...und frisch aus dem Ofen. So lecker, dass man leicht in
Versuchung gerät, den Hunden alles wegzuessen.
Bei rund 175 Grad wird die Keksplatte rund 45 Minuten gebacken. Wenn sie ausgekühlt ist, kann sie an den Sollbruchstellen in einzelne Kekse zerbrochen werden. Die frischen Kekse duften so verführerisch, dass man am liebsten selbst zulangen möchte – was man ja auch bedenkenlos tun kann, denn anders als bei gekauften Hundekeksen weiß man ja ganz genau, was in ihnen enthalten ist.
Statt mit Kräutern lassen sich die Kekse auch mit Tomatenmark zubereiten. Auch diese Variante kommt bei den Hunden sehr gut an.


Mittwoch, 29. Januar 2014

Reiche Rendite von der "Samenbank"

Anzuchttopfherstellung unter erschwer-
ten Bedingungen: Foxy stützt sich auf
meinem Arm ab.
Ich mag die Finanznachrichten in den Tageszeitungen. Nicht, weil ich mich sonderlich für das Auf und Ab der Börsennotierungen interessieren würde, sondern weil diese Seiten voller Zahlen und Kurven überwiegend schwarzweiß sind. Beste Voraussetzungen für ein Recycling, das auf der "Samenbank" reichlich Rendite bringt.
Die Zeitungsseiten sind der Rohstoff für selbstgemachte Anzuchttöpfchen. Ein paar Euro muss man in den Maschinenpark investieren, sprich in Buchenholzpresse und passendes Unterteil, aber dies ist eine Anschaffung, die sich wirklich lohnt und praktisch "unkaputtbar" ist, und schließlich sind auch die üblichen Torftöpfchen für die Blumen- und Gemüseanzucht im Zimmergewächshaus ziemlich teuer. Mal abgesehen davon, dass Torf aus Naturschutzgründen ohnehin nicht das beste Material für den umweltbewussten Gärtner ist.
Wie manchmal auf dem Finanzmarkt lautet auch das Motto für die Herstellung der Anzuchttöpfchen "antizyklisch zu denken", sprich, dann tätig zu werden, wenn der Aktienkurs im Keller oder draußen eine Handbreit hoch der Schnee liegt. Statt zu Stricknadeln und Wolle zu greifen, suche ich Finanzseiten, Schere und Blumentopfpresse zusammen. Aus einer großen Zeitungsseite (doppellagig) lassen sich genau sechs Töpfchen, ideal zum Ziehen von Chili, Tomaten oder empfindlichen Sommerblumen, herstellen.
Mithilfe der Topfpresse aus Buchenholz ist der Anzucht-
topf im Handumdrehen fertig.
Das Papier wird um den Holzkern gewickelt. Am Boden wird das Papierröllchen dann einfach um die Presse herum eingefaltet, auf das Unterteil gedrückt und fertig ist das Töpfchen. Es hält ohne Klebstoff oder andere Hilfsmittel zusammen. Ich habe ausgezeichnete Erfahrungen mit den Papiertöpfchen gemacht. Um es den Pflänzchen zu erleichtern, sich später in einem größeren Topf oder direkt im Gartenbeet einzuwurzeln, kann man vor dem Einpflanzen den Topfboden einfach entfernen, ansonsten haben die Wurzeln aber auch so kein Problem, das Papier zu durchdringen.
Was für Torftöpfchen gilt, gilt auch für Papiertöpfchen Marke Eigenbau: Im Zimmergewächshaus dürfen sie wegen der Schimmelgefahr nicht zu dicht aneinandergerückt werden.
Gerade im Bereich des Gartenzubehörs gibt es unendlich viel unnützen Schnickschnack zu kaufen, aber die Mini-Blumentopfpresse gehört zu den Erfindungen, die einfach, aber sinnvoll sind – zumindest für Zeitungsleser, sonst gibt es ein Rohstoffproblem.

Zuerst wird das Papier um das Holz gewickelt, dann der Boden gefaltet und in das
Holzunterteil gepresst. Das war's!
Die Töpfchen halten ganz ohne Klebstoff zusammen und werden von den Jungpflänzchen leicht durchwurzelt.



Dienstag, 28. Januar 2014

Täglich neue Eisblöcke

Der linke Eisblock ist leider etwas schmutzig, aber die anderen beiden sind
schön klar und sauber. Die Produktion ist gerade erst angelaufen. Bei anhal-
tendem Frost kommen jetzt täglich neue Eisblöcke hinzu.
Vielleicht sollten wir uns in diesem Winter mal als Eisbildhauerinnen versuchen. Die ersten Rohlinge für unsere Eisskulpturen hätten wir schon, und täglich kommen neue hinzu. Viel lieber würden wir allerdings auf die Produktion der Eisblöcke verzichten, denn die geschieht ganz ohne unser Zutun – klammheimlich in der Nacht. Produktionstätten sind die Wasserkübel unserer lieben Tiere.
Zwei Mörtelkübel bei den Pferden und je ein großer Wassereimer bei den Schafen und Ziegen, von den Wasserschüsseln bei den Hühnern und den Mini-Schweinen ganz zu schweigen – und in allen ist morgens das Wasser komplett durchgefroren, sodass sich die Eisschicht nicht mehr aufhacken lässt. So bleibt uns nichts Anderes übrig als die Kübel in die Küche zu schleppen und dort antauen zu lassen. Nach ein paar Stunden beginnen sich die Eisblöcke von den Rändern der Kübel, Eimer und Schüsseln zu lösen, und wir können die Gefäße wieder nach draußen schleppen und die Eisblöcke auskippen. Puh, ist das anstrengend!
Da die Eisblöcke, die ein wenig an einen gestürzten Pudding erinnern, bei anhaltendem Frost draußen nicht weiter tauen, haben wir gegen Ende des Winters eine ganze Sammlung im Garten. Erst die Frühlingssonne lässt sie dann langsam schmelzen.

Montag, 27. Januar 2014

Heute wieder ohne Mantel

Fyffes gestern in seinem karierten Wintermantel. Das
gleiche Modell gibt es übrigens auch ein paar Num-
mern größer – für Pferde.
Neulich las ich in der Welt eine Story mit dem Titel "Wenn Hunde in die Huta müssen" und lernte bei dieser Gelegenheit gleich auch, dass es in vielen deutschen Städten analog zu den Kindertagesstätten (Kitas) auch immer mehr Hundetagesstätten (Hutas) gibt. Berufstätige Hundefreunde, die ihre Lieblinge nicht an ihren Arbeitsplatz im Büro oder in der Fabrik mitnehmen dürfen, aber nicht möchten, dass sie den ganzen Tag allein zu Hause verbringen, geben diese in die Huta. Dort haben die Hunde täglich Auslauf, und der Kontakt zu den anderen Hunden in der Huta dürfte sich auch durchaus positiv auf ihr Sozialverhalten auswirken – ganz so, wie es sich die Eltern auch bei ihren Kindern erhoffen.
In dem Bericht wird eine Kieler Huta vorgestellt, die ein ähnliches Konzept hat wie ein Waldkindergarten: Die Hunde, die diese Huta besuchen, sind den ganzen Tag draußen. "Und wie die Jungs und Mädchen im Waldkindergarten", heißt es in dem Text, "müssen die Hunde auch passend gekleidet sein – zumindest die, die kein Unterfell haben: Für die ist im Winter ein warmer Mantel Pflicht, bei kleinen Hunden muss er sogar den Bauch bedecken, damit sie nicht frieren"
Fyffes geht zwar nicht in die Huta, aber wenn es so kalt ist, wie es gestern war (-10 Grad), trägt auch er draußen einen wärmenden Mantel, denn er hat ein so kurzes, dünnes Fell, dass an einigen Stellen sogar die Haut durchscheint. Das isoliert nicht so gut wie das dichte und ein wenig struppige Fell seiner Mutter: Foxy braucht keinen Wintermantel, allenfalls einen Regenmantel, wenn es mal wieder so richtig schüttet. Dann ist sie mit ihrem Fell gegenüber Fyffes im Nachteil. Während bei ihr das Wasser in den langen, dichten Haaren hängenbleibt und der ganze Hund nach einigen Minuten im Regen aussieht wie ein nasser Schwamm auf vier Beinen, schüttelt Fyffes das Wasser einfach von seinem "Seehundfell" ab – und wirkt auch im heftigsten Regen ziemlich trocken.
Foxy wird ihren Regenmantel hoffentlich nicht so bald wieder brauchen, und Fyffes kann seinen Wintermantel vorerst wieder an den Haken hängen, denn seit der vergangenen Nacht ist die Außentemperatur um mehr als zehn Grad gestiegen.

Sonntag, 26. Januar 2014

Zarte Haferflocken an Rapsöl

Vogelfutter selbstgemacht – das geht ganz einfach.
Es bleibt kalt, das Thermometer ist wohl festgefroren, weiterhin zeigt es minus zehn Grad. Es scheint so, als hätten wir die 25 Kilo Sonnenblumenkerne für die Vögel draußen doch nicht umsonst gekauft. Die Futterspender sind stets gefüllt, jetzt schien mir die Zeit reif, um die Speisekarte zu erweitern, für all jene Gefiederten, die nicht so auf Sonnenblumenkerne stehen, sondern lieber Weichfutter mögen, wie etwa Rotkehlchen oder auch Amseln.
Das Rezept ist einfach: Einen mittelgroßen Kochtopf etwa fünf Millimeter hoch mit Rapsöl füllen und erwärmen. Wenn an einem Holzkochlöffel Bläschen aufsteigen, ist die Temperatur richtig, um eine Packung zarte Haferflocken hinein zu tun. Den Herd ausschalten. Dann umrühren, bis die Flocken das gesamte Öl aufgenommen haben, auskühlen lassen, fertig! In einem Glas mit Schnappverschluss hält sich das Futter. Alt wird es bei uns sowieso nicht, je nach Andrang am Futterhaus ist es spätestens nach drei Tagen aufgefressen. Für die Amseln streue ich noch ein paar Rosinen hinzu, die mögen sie besonders gern. Eine Amsel hatte den neuen Futtervorrat am Nachmittag erspäht, morgen kommen bestimmt viel mehr gefiederte Gäste.
Guten Appetit!

Samstag, 25. Januar 2014

Enten im Eiswasser

Der zugefrorene Ratsteich in Uelzen. In der Bildmitte, links ne-
ben der Hütte am Ufer, fließt das Ilmenau-Wasser in den Teich.
Brrr, ist das kalt! Minus zehn Grad hatten wir heute, und in der Nacht dürfte die Temperatur noch um ein paar Grad fallen. Wie die meisten anderen Gewässer in der Südheide ist auch der Ratsteich in Uelzen schon nahezu komplett zugefroren. Den Enten ist nur noch eine kleine offene Wasserfläche am Südufer unterhalb der Fußgängerbrücke geblieben – dort, wo der Teich von der Ilmenau gespeist wird. Der Fluss friert wegen der Strömung nicht so schnell zu, aber wenn es noch einige Tage so knackig kalt bleibt, werden die Enten wohl bald auf dem Trockenen sitzen.
Wir lieben Enten! Es sind so schöne Tiere, und obwohl es bei ihnen untereinander zuweilen ganz schön ruppig zugeht, wirken sie irgendwie immer freundlich auf uns. Wenn es nicht so kalt gewesen wäre, hätten wir ihnen heute stundenlang von der Brücke zuschauen können, wie sie munter im Eiswasser paddelten.

Gut geschützt durch ihre supergut isolierenden Federn und Daunen, paddeln die Enten munter um eiskalten Wasser umher.

Freitag, 24. Januar 2014

Schneeschieber-Premiere

Heute war Schneeschieber-Premiere. Zum ersten Mal in diesem Jahr und in diesem Winter musste ich den Gehweg räumen. Für den Fall, dass es noch heftiger schneit, steht unser kleiner Einachser mit Schneeschild einsatzbereit in der Garage. Er ist jetzt sogar mit Schneeketten ausgerüstet. Die haben wir kürzlich von einer lieben Freundin aus Franken geschenkt bekommen.
Da hatten wir schon befürchtet (und viele hatten es sicher auch gehofft), dass uns der Winter diesmal ganz im Stich lässt. Nein, nun ist er doch noch zu uns gekommen, zwar etwas verspätet, aber ich glaube, wir Menschen können das verschmerzen. Für viele Pflanzen hingegen, die wegen der frühlingshaften Temperaturen in der ersten Januarhälfte schon ausgetrieben hatten, bedeutet der Kälteeinbruch hingegen, dass die Knospen erfrieren, und das ist schon ein bisschen traurig, jedoch nicht zu ändern.
Die Pferde, die Schafe und die Ziegen finden knackige Kälte allemal besser als lauwarmes Regenwetter. Im Gegensatz zu uns frieren sie ja nicht. Ihr Fell bzw. ihre Wolle isoliert so gut, dass der Schnee, der in der Nacht und morgens gefallen ist und auf ihren Rücken eine weiße Decke ausgebreitet hat, heute Abend immer noch nicht geschmolzen war.
Hier ein paar Impressionen von meinem heutigen Hofrundgang im Schnee:


Ehrlich gesagt, ist mir ein weißer Winter lieber als ein grauer. Marion mag es auch lieber weiß, allerdings war die tägliche Fahrt zur Arbeit (50 km je Strecke) im Grau doch etwas komfortabler.
Der Schnee überdeckt aber nicht nur das Grau, sondern er dämpft auch die Geräusche. Wenn Schnee liegt, wirkt alles irgendwie stiller und friedlicher, und das genießen wir sehr.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Großes Paket für kleine Hunde

Unsere nette Briefzustellerin, die – wie überall hier auf dem Land – zugleich auch Paketbotin ist, tut mir manchmal richtig Leid. Alle vier Wochen muss sie schwer für uns schleppen. Auch heute wieder. Von meinem Arbeitsplatz im Büro aus sah ich durchs Fenster, wie das gelbe Postauto vorfuhr und sie sich beim Ausladen des Pakets abmühte. Ich lief ihr entgegen, um ihr beim Tragen zu helfen. Nachdem wir das Paket ins Haus verfrachtet hatten und die Postfrau weitergefahren war, rief ich die Hunde: "Hier ist ein Paket für Euch gekommen!"

Foxy (links) und Fussel inspizieren das noch geschlossene Paket von außen.
Die Hunde sind immer ganz aufgeregt, denn sie bekommen ja im Gegensatz zu uns nur einmal im Monat Post, dann aber gleich ein großes und schweres Paket. Foxy und Fussel inspizierten sogleich den Karton von außen, während Fyffes auf seinem Sessel blieb. Kaum hatte ich aber mit Messer und Schere den Karton geöffnet, kam er an und hopste sogleich in den Karton, um den Inhalt mit der Nase zu prüfen.
"Da habt Ihr aber Glück, dass das Paket endlich gekommen ist! Sonst hättet Ihr heute Abend nur Reis, Erbsen und Möhrchen bekommen", sagte ich. Denn fürs Frühstück hatte ich die letzten Pellets aus der Futtertonne in der Küche zusammengekratzt und auf die Näpfe verteilt.

Der Karton ist geöffnet. Jetzt wird es interessant!

Hundefutter, dessen Hauptbestandteil Tierleichen sind, könnte ich in jedem Supermarkt oder im Landhandel kaufen, aber für das vegane Bio-Hundefutter, das wir füttern, müsste ich nach Hamburg oder Hannover fahren. Das wäre mir allerdings doch etwas zu viel Aufwand, von den Fahrtkosten und der schlechten Ökobilanz solcher Einkaufstouren einmal ganz abgesehen. Deshalb bestellen wir das Futter in einem Online-Shop, der sogar versandkostenfrei liefert. Um nicht ständig bestellen zu müssen und weil es bei Abnahme größerer Mengen etwas Rabatt gibt – das Futter ist auch so schon teuer genug – ordern wir immer gleich zwei Zehn-Kilo-Säcke. Geschmacklich aufgepeppt wird das Trockenfutter abwechselnd mit Reis, Stampfkartoffeln und leicht püriertem Gemüse. Regelmäßig gibt es auch einen Schuss Rapsöl dazu.

Fyffes ist in den Karton gesprungen und kratzt an der Folie der Hundefuttersäcke.


Mittwoch, 22. Januar 2014

Mäusealarm

Leider standen die echten Mäuse nicht zum Fotoshooting bereit. Deshalb
mussten wir auf Statisten aus Stoff zurückgreifen.
Was ist nur mit den Hunden los? Jack-Russell-Terrier Fyffes bellt gerade zum dritten Mal an diesem Abend zum Großalarm und wetzt in die Küche nebenan. Auch Foxy hat mitbekommen, dass da Einbrecher am Werk sein müssen und stimmt ins Gebell ein.
Einbrecher? Die müssten eigentlich direkt an mir vorbei durchs Wohnzimmer gekommen sein oder durchs Küchenfenster, aber berstende Fensterscheiben und fallende Blumentöpfe – das hätte nicht einmal ich überhört. Überhaupt, können moderne Einbrecher etwas mit einem Toaster oder einer Mikrowelle anfangen? Oder haben sie Hunger und stehen auf vegangen Käse oder Bio-Müsli? Wohl kaum! Ein Blick aufs Thermometer draußen (minus drei Grad) zeigt zuverlässig an, welche Einbrecher da am Werk sind: Mäuse.
Schon gestern Nacht hörte ich es über mir auf dem Dachboden trippeln und trappeln. Jedes Jahr das gleiche Spiel, sobald es draußen kalt wird, ziehen sie bei uns ein. Wohlfühlklima (Kaminofen) und ausreichende Nahrungsversorgung garantiert (an den Futtertonnen fallen immer ein paar Körner ab). Jetzt muss ich erst einmal die Lebendmäusefalle suchen, damit die Mäusepopulation über den Winter nicht überhand nimmt. Nur dänische Butterkekse, die sich in der Vergangenheit als Köder bewährt haben, die gibt es in unserem (veganen) Haushalt nicht mehr. Bleibt der vegane Käse, auf den die "echten" Einbrecher bestimmt verzichten können und den ich jetzt als Lockmittel ausprobieren kann.
Für die gefangenen Mäuse haben wir ganz gute Ausweichquartiere, zwar ohne Kaminofen, aber in der Scheune gibt es kuscheliges Heu und auch etwas zu essen und auf dem Grundstück gegenüber eine unbewohnte Holzbaracke, auch ohne Kaminofen, aber mit Futter, da sorge ich dann schon für ...   

Dienstag, 21. Januar 2014

Rosinen als Wegezoll

Lilli liebt Rosinen.
Es soll tatsächlich Menschen geben, die keine Rosinen mögen. Ich kann das gar nicht verstehen, denn ich finde Rosinen superlecker und bin in dieser Hinsicht einer Meinung mit unseren Hühnern und den beiden entzückenden Minischweinchen Alma und Lilli. Vor allem die liebe Lilli ist ganz verrückt nach den schrumpligen, zuckersüßen Trockenfrüchten. Auf einen Gute-Nacht-Kuss auf den Rüssel legt sie keinen besonderen Wert, aber ohne Rosinen als Betthupferl geht es einfach nicht. Lilli hat uns, schlau wie sie ist, natürlich schon so gut erzogen, dass wir immer eine Tüte Rosinen auf dem kleinen Regal neben der Tür zur Stallgasse liegen haben. Und so müssen wir jedes Mal auf dem Weg zum Hühnerstall, der durch die Stallgasse führt, Wegezoll in Form von Rosinen abdrücken. Da der Wegezoll mindestens drei Mal am Tag fällig ist, müssen wir aufpassen, dass Lilli nicht rosinenabhängig wird. Und da Rosinen ja stark konzentrierte Kraftpakete sind – vier bis fünf Kilogramm Weintrauben ergeben ein Kilogramm Rosinen –, sind sie auch kleine Kalorienbomben. So müssen wir zu Lillis Leidwesen mit diesen Leckerlis stets etwas knauserig sein, denn sie soll ja ein Minischwein bleiben und kein Maxischwein werden. Die Gefahr besteht durchaus, wenn Minischweine falsch ernährt werden. Zu viele Kohlenhydrate, zum Beispiel in Form trockner Brötchen und Brotscheiben, lassen sie schnell zu dick werden, und das ist gar nicht gut für das Herz und die Gelenke.

Montag, 20. Januar 2014

Schwere Kost zum Frühstück

Können wir unser Müsli noch bedenkenlos essen? Ich
habe da so meine Zweifel und setze deshalb lieber auf
Getreideprodukte mit dem Biosiegel. Bei der Milch
handelt es sich übrigens um tierleidfreie Hafermilch.

Müsli macht satt, enthält viele Ballaststoffe, schmeckt und bietet die besten Voraussetzungen für einen gesunden Start in den Tag – das dachte ich bislang jedenfalls. Bis ich heute Abend vom Verbrauchermagazin "Markt" im Norddeutschen Fernsehen (N3), eines Besseren belehrt wurde: Viele Getreideprodukte, darunter auch Haferflocken, die den Hauptbestandteil der meisen Müslis bilden, enthalten Glyphosat. In einer Stichprobe von "Markt" wurde in acht von elf Fällen Glyphosat im Urin festgestellt. Damit der Wirkstoff überhaupt in den Urin gelangen kann, muss er in dem jeweiligen Nahrungsmittel in hoher Dosis vorhanden sein.
Glyphosat? Davon hatte ich zumindest bis heute noch nie etwas gehört, wohl aber von dem Pflanzenschutzmittel, in dem dieser Wirkstoff eingesetzt wird. Vertrieben wird es zum Beispiel unter dem Markennamen Roundup. Das ist das Zeug, was Ihr Nachbar gern mit seiner gelben Giftspritze auf dem Gehweg und in der Gosse verteilt, weil er keine Lust hat, das sogenannte "Unkraut" mit dem Fugenkratzer zu beseitigen. Aus der Gosse gelangt es möglicherweise in die Kanalisation mit allen möglichen schädlichen Folgen für die Aufbereitung des Wassers in den Kläranlagen.
"Markt" berichtete auch über den Einsatz des Pflanzenschutzmittels in der Landwirtschaft. Dort werde es nicht nur zur Unkrautvernichtung eingesetzt, sondern auch dazu, um Getreide kurz vor der Ernte abzutöten, um so den Erntezeitpunkt festlegen und den Maschineneinsatz besser planen zu können. 
Bereits im Jahr 2012 hatte die Zeitschrift "Ökotest" Weizenprodukte, darunter auch Brot und Brötchen, auf Glyphosat-Rückstände untersucht. Ergebnis: In drei Viertel aller Produkte war das Pflanzengift nachweisbar. "Ökotest" verwies in diesem Zusammenhang auf Untersuchungen französischer Wissenschaftler, wonach bereits geringe Mengen von "Roundup" ausreichen, um menschliche Zellkulturen zu schädigen. In einer argentinischen Untersuchung führte die Gabe von "Roundup" bzw. Glyphosat zu Missbildungen bei Frosch- und Hühnerembryonen.
Die Ärztin Angela von Beesten, die sich intensiv mit den möglichen Auswirkungen des Wirkstoffs Glyphosat auf den menschlichen Organismus befasst, ließ den Urin von elf Hamburgern untersuchen. Acht Proben enthielten "Markt" zufolge Glyphosat. Für eine Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) seien Urinproben aus 18 Ländern untersucht worden. 70 Prozent der  Proben aus Deutschland hätten Glyphosat enthalten.
Dem Bundesverbraucherschutzministerium zufolge hätten die Tierversuche, die der Beurteilung der Humantoxizität  dienten, keine Hinweise auf Schädigungen des Menschen „bei sachgerechtem und bestimmungsgemäßem Umgang“ geliefert. Dagegen fordert der Bremer Toxikologe Dr. Wolfgang Hoppe im Gespräch mit "Markt", den Hinweisen, dass Glyphosat Keimzellen schädigen und Krebs auslösen kann, nachzugehen.
Der Bundesrat hat sich auf Antrag Baden-Württembergs am 8. November 2013 dafür ausgesprochen, den Einsatz von Glyphosat kurz vor der Getreideernte sowie für den Haus- und Kleingartenbereich generell zu verbieten, und die Bundesregieung aufgefordert, diesen Beschluss umzusetzen. Der österreichische Nationalrat hatte bereits im Sommer 2013 ein sofortiges Verbot von Glyphosat zur Behandlung von landwirtschaftlichen Kulturen kurz vor der Ernte beschlossen.
Da kann man nur hoffen, dass man Brot, Brötchen und das Frühstücksmüsli bald wieder bedenkenlos genießen kann. Ich werde aber misstrauisch bleiben und weiterhin nur Getreideprodukte mit Biosiegel kaufen – in der Hoffnung, dass darin nichts enthalten ist, was das Müsli zur "schweren Kost" macht.

Sonntag, 19. Januar 2014

Elfeneichen

Marion, Foxy und Inka bei den Elfeneichen.
Wir lieben Bäume. Manche sind so schön, dass wir gar nicht anders können, als sie spontan zu umarmen und ihnen damit zu sagen: Schön, dass es euch gibt! Viele Menschen – wahrscheinlich sind es sogar die meisten hierzulande – haben gar keine Beziehung zu Bäumen und würden nie auf die Idee kommen, Bäume als gleichberechtigte Lebewesen anzuerkennen, die ebenso wie wir ein Teil der Natur sind. In vielen Völkern, die noch nicht so der Natur entfremdet sind wie wir, werden große, alte Bäume geradezu verehrt, und auch im Volksglauben unserer Vorfahren waren Bäume fest verankert. Nahezu jeder heimischen Baumart waren bestimmte Eigenschaften zugewiesen. Das Buch "Mythos Baum" erzählt spannende Geschichten über die Rolle der Bäume in Geschichte, Religion und Brauchtum.
Manchmal sind es nicht einzelne, aufgrund ihrer Größe, ihres Alters oder ihrer interessanten Wuchsform aus der Masse herausragende Bäume, die uns faszinieren, sondern eine Gruppe von Bäumen oder auch ein ganzes Waldstück. Auf unserer Sonntagstour mit Fyffes und Foxy sind wir heute wieder an so einer Stelle vorbeigekommen. Dort stehen zahlreiche Eichen, die allerdings weder besonders schön noch groß und alt sind. Forstleute, die einen Baum nach dem Holzertrag beurteilen, würden diese Krüppeleichen wahrscheinlich als wertlos einstufen. Wir sehen die Bäume jedoch mit anderen Augen. Für uns sind es keine Krüppeleichen, sondern Elfeneichen. Ihre Stämme sind, zum Teil bis oben zur Krone, mit weichen, saftig grünem Moos überzogen. Und je trüber und feuchter das Wetter ist, umso mehr scheint das Moos zu leuchten.
Obwohl wir schon mehrere hundert Mal an dieser Stelle vorbeigekommen sind, bleiben wir dort immer wieder andächtig stehen und streicheln die moosbewachsenen Stämme der Bäume, die am dichtesten am Wegesrand stehen. Einmal sahen wir die Elfeneichen im dichten Nebel, und da erschienen sie uns so zauberhaft, als wären sie Teil einer Kulisse für Shakespeare's "Sommernachtstraum", und es hätte uns nicht gewundert, wenn plötzliche Oberon und Titania durch die Szenerie gehuscht wären.



Samstag, 18. Januar 2014

Einen Monat früher

Zaghaft recken die Schneeglöckchen ihre weißen Köpfchen –
so, als würden sie dem milden Winter nicht so ganz über
den Weg trauen.
In unserem Innenhof blühen die ersten Schneeglöckchen, zwar noch ein wenig zaghaft, aber immerhin...! Damit haben sich die Blüten einen Monat früher als im vergangenen Winter gezeigt. Der milde Winter lässt ja in diesem Jahr alles früher sprießen.
Ich habe gerade mal in meinem Fotoarchiv nachgeschaut: Am 20. Februar 2013 fotografierte ich unsere Schneeglöckchen im Schnee. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass es diesmal am 20. Januar, also übermorgen, klappt, denn am Montag und am Dienstag soll es laut Wettervorhersage schneien.
Übrigens: Obwohl ich in der Schule außer Englisch- und Latein- auch Französisch- Unterricht hatte, wusste ich bis heute nicht, wie Schneeglöckchen auf Französisch heißen: Perce-Neige – die, die den Schnee durchbohren. Der französische Name klingt vielleicht nicht ganz so lyrisch wie der deutsche, ist aber sehr treffend, wie ich finde – allerdings nur, wenn es denn auch wirklich schneit.

Freitag, 17. Januar 2014

Ein Berg von Arbeit

"Ackern" für den neuen Biogarten – bislang ohne Erde
an den Fingern. Bis zur Aussaat habe ich noch viel zu
lesen.                                                                Foto: Inka
Einen winzig kleinen Gemüsegarten hatten wir bislang auch schon, aber in diesem Jahr wollen wir – gemessen daran – die XXL-Variante an den Start bringen. Mit unseren Schafen, den "Mäh-Mädchen", haben wir dieses Vorhaben noch nicht besprochen, wir wollen ihnen nämlich ein kleines Stück ihrer Hausweide abknapsen.
Unser Grundstück ist zwar ziemlich groß, aber die Gebäude, Ställe, Scheunen und das alte Bauernhaus eben auch, dazu kommen die Baumriesen, große Kiefern, Birken und vor allem Eichen.Unter deren Kronen brauchen wir gar nicht erst mit einem Garten zu beginnen, also bleibt die Schafweide. Die Mäh-Mädchen werden das bestimmt verstehen.
Der Garten soll also wachsen, mein Wissen über das Gärtnern auch. Also ackere ich mich jetzt durch unseren Buchschatz, lange, bevor es ans richtige Ackern geht. Da habe ich mir etwas vorgenommen. Nichts, das es nicht zu beachten gibt: das richtige Kleinklima, Bodenpflege, biologischer Pflanzenschutz, eine harmonisierende Pflanzennachbarschaft, sozialer Wohnungsbau für Wildbienen, Hummeln und Igel, Fruchtfolge, eigene Saatgutgewinnung, Vermehrung, Düngung und, als wäre das alles noch nicht genug, der globale Klimawandel, der uns immer trockenere Frühjahre und Sommer bringt, was eine wassersparende Bewirtschaftung zur Folge haben muss. Mir raucht der Kopf. Es war vielleicht doch nicht so eine gute Idee, das mit dem größeren Garten.
Aber war es nicht so, dass man mit seinen Aufgaben wächst? In diesem Sinn müsste ich jetzt mindestestens 1,80 Meter groß sein und meinen Doktortitel in Gartenbau in der Tasche haben. Nichts davon ist der Fall, aber ich arbeite daran ...

P.S.: Natürlich weiß ich, dass am Ende immer alles anders kommt als geplant. Im Garten ebenso wie im Leben. Also werde ich die Bücher irgendwann zuklappen und frisch ans Werk gehen, vieles vergessen haben und mich in einer Mischung aus theoretischem Wissen und Gefühl an die Arbeit machen. Die Ernte mag misslingen, aber ich freue mich schon auf all das, was ich lernen werde, ohne ein Wort gelesen zu haben!

Donnerstag, 16. Januar 2014

Öko oder Etikettenschwindel?

Der Wald bietet Stoff für viele Geschichten. Eine trägt
den Titel "Ausgefuchst" und hat mir gar nicht gefallen.

Heute habe ich ein neues Magazin entdeckt. Wald heißt es, und bei diesem Titel musste ich sofort an mare denken. Wenngleich Wälder nicht annähernd einen so großen Teil der Erdoberfläche bedecken wie die Meere, sind sie thematisch ein mindestens ebenso weites Feld, das jahrelang journalistisch beackert werden kann, ohne dass die Gefahr der Wiederholung besteht.
"Die ruhigen Seiten des Lebens" lautet der Untertitel des Magazins. Ich fühlte mich sogleich angesprochen. Beim Blättern wurde mir das Heft immer sympathischer. Gut gemacht und interessante Geschichten, dachte ich. Und man merkt, dass den Blattmachern Natur- und Klimaschutz und Nachhaltigkeit durchaus wichtig sind.
Doch dann der große Schock: "Ausgefuchst" heißt es auf Seite 82. Dort beginnt eine Fotostrecke über modische Accessoires aus Fuchsfell. Nein, das kann doch gar nicht sein. Ein Magazin mit gewissem Anspruch würde doch sich doch heute nie und nimmer erlauben, echten Pelz zu präsentieren. Das verbietet schon allein die political correctness.
Ich zeigte Marion die Seiten. Sie war entsetzt. Ich grinste: "Du, ich war auch ganz fassunglos, aber das ist bestimmt fake fur – Kunstpelz. Das kann doch gar nicht anders sein."
"Na, da wäre ich mir nicht so sicher."
"Moment, hier steht, die Pelze seien von Friendly Fur. Lass' uns mal googeln..."
Auf der Website des Berliner Unternehmens, die ich hier nicht verlinke, weil ich nicht noch auf deren Produkte aufmerksam machen will, wird der Besucher gleich eingeteilt: Für "Gutmenschen" gibt es einen Button mit der Aufschrift "NO", wer ihn drückt, wird zu Google weitergeleitet. Der Button mit der Aufschrift "Yes" ist, so wird es erklärt, Besuchern vorbehalten, die den Naturschutz ernst nehmen und offen für die "fundierte Botschaft" des Labels sind. Diese Botschaft besteht aus vier Worten: "Happy Fur – friendly Nature". Das Logo dazu ist grün und sieht aus wie ein Gütesiegel.
Das Unternehmen verarbeitet angeblich ausschließlich Pelze von "glücklichen Füchsen". Darunter werden die verstanden, die nicht auf Pelztierfarmen aufgezogen, sondern in freier Wildbahn von Jägern erlegt worden sind.
Rund 650.000 Füchse werden nach Angaben der Jagdverbände jedes Jahr in Deutschland geschossen. Das ist angeblich zwingend notwendig, da sich die Füchse sonst zu stark vermehren und Krankheiten verbreiten würden. Angeblich landeten die meisten Kadaver früher in der Tierkörperbeseitigungsanstalt oder wurden von den Jägern gleich im Wald verscharrt. Jetzt nutzt Friendly Fur sie und sieht darin einen aktiven Beitrag gegen die "Verschwendung" eines Naturprodukts.
Im Forum des Jagdmagazins Wild&Hund ist hier nachzulesen, dass Friendly Fur für jeden Fuchsbalg 18 Euro zahlt. Aus Sicht des Designers Nikolas Gleber ist das, wie er in seinem Rundbrief an die Jäger schreibt, nur ein "Taschengeld". Doch für viele Jäger kann es eine zusätzliche Motivation sein, noch mehr Füchse abzuknallen.
Außerdem ist es das falsche Signal, meine ich, denn durch Friendly Fur wird das Tragen von Pelz wieder salonfähig gemacht – quasi durch die Hintertür. Da es dem Fuchspelz nicht anzusehen ist, ob er von einem "glücklichen" oder "unglücklichen" Fuchs stammt, kann jede Fuchspelzträgerin ganz einfach behaupten, ihr Pelz sei von Friendly Fur und damit "ökologisch korrekt". Kaum jemand wird soweit gehen, von der Trägerin die Vorlage eines entsprechenden Zertifikates zu verlangen.
Bei der Recherche zu Friendly Fur stellte ich verwundert fest, dass das Unternehmen offenbar schon seit  einigen Jahren auf dem Markt ist. In den Medien hat es überwiegend wohlwollende Kritiken erhalten. So schrieb Bild am 28.10.2008: "Aber auch wer echten Pelz liebt, kann in diesem Jahr mit reinem Gewissen zuschlagen. Seit dem Sommer 2008 produziert die deutsche Firma „Friendly Fur“ eine politisch unbedenkliche Pelzkollektion." Die Tierrechtsorganisation Peta sprach sich erwartungsgemäß generell gegen das Tragen von Echtpelz aus, aber die großen Naturschutzverbände hielten sich mit Kritik weitgehend zurück.
Karl Lagerfeld vertritt zwar die Auffassung, dass wir, solange wir Fleisch essen, uns nicht über Pelze beschweren dürften, aber da ich ja kein Fleisch esse, darf ich mich doch wohl etwas aufregen, oder? Außerdem sollten Modedesigner mit gutem Beispiel vorangehen und schon jetzt auf tierische Produkte möglichst verzichten, denn spätestens in einigen Jahren werden sie sich vor der wachsenden Schicht kritischer Verbraucher rechtfertigen müssen, die nicht nur nach dem Preis eines Produktes, sondern auch nach der Herkunft und der Verarbeitung fragen. Dass Öko-Mode im Trend liegt, zeigt die gerade laufende Fashion Week in Berlin. Dazu heißt es auf der Seite des Veranstalters: "Eco Fashion und Sustainable Design sind Wachstumsbereiche in Berlin, die zunehmend an internationaler Strahlkraft gewinnen. Immer stärker stellen Unternehmen, Plattformen, Netzwerke und Verbände am Standort das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus ihrer Arbeit und immer mehr Konsumenten entwickeln ein Bewusstsein für ökologisch und sozialverträglich gefertigte Produkte."
Zum Schluss noch ein Zitat von der Seite fuechse.info: Dort heißt es: "Die PR-wirksam in Szene gesetzte Vermarktung von 'Öko-Pelzen' ist damit letztlich nur ein Etikettenschwindel auf Kosten der Tiere: Sie müssen auch für 'Friendly Furs' leiden und sterben, während Pelzhändler mit dem betrogenen Gewissen leicht beeinflussbarer Kunden Kasse machen"
PS: Dem Magazin "Wald" ist es dank der Fotostrecke "Ausgefuchst"nicht gelungen, mich als Leserin zu gewinnen.



Mittwoch, 15. Januar 2014

Vorfreude in der Tüte

Allein mit den Restbeständen des Vorjahres könnte ich gut
und gern 1000 Quadratmeter bestücken.
Komische Welt, die Zeit hat sich selbst überholt. Zugegeben, der Handel hat da etwas nachgeholfen, und so kommt es, dass ich heute im Supermarkt nicht nur das letzte Weihnachtsgebäck in Form von Printen auf dem Ramschtisch entdeckte, sondern gleich am Eingang mit einem frisch bestückten Ständer voller Blumen- und Gemüsesamen begrüßt wurde. Das alles am 15. Januar.
Kurz musste ich innerlich mit mir ringen, Samentüten haben für mich ein hohes Suchtpotenzial, allein mit den Restbeständen des vergangenen Jahres könnte ich mal locker 1000 Quadratmeter Gartenland mit allerlei Samen angefangen beim "Insektenbuffet" voller Blumen bis hin zu Roter Bete samenmäßig bestücken. Das sagte ich mir im Supermarkt dann auch und zog ohne Tütchen von dannen (als Ersatz nahm ich eine Packung Gewürzprinten vom Weihnachtsstand mit, sind nämlich nicht nur sausüß, sondern von den Inhaltsstoffen her auch rein vegan).
Mit diesen paar Cent für das Samentütchen kaufe ich oft weniger die Samen, als vielmehr den Frühling in Tüten, wetterunabhängig eingepackt, weil es draußen noch ziemlich ungemütlich ist. Die Blumensamenpackung als Zeichen der Vorfreude, eine Verheißung von kommenden Blüten und Früchten. Eine Art Überraschungstüte, in der früher das Löwenbaby als Plastikfigur steckte und mich als Kind nicht weniger entzückte.
Was die neue EU-Saatgutverordnung bringt, scheint mir dagegen nichts Gutes zu sein. Inka hat dazu heute hier etwas geschrieben. Zwar braucht der Hobbygärtner wohl nicht befürchten müssen, dass er demnächst wegen des Nachbaus irgendwelcher Arten belangt wird, aber die Saatgutproduzenten werden sehr wohl die Auswirkungen strengerer Zulassungsbedingungen zu spüren bekommen. Schon jetzt muss der Hobbygärtner genau hinschauen, weil immer mehr F1-Hybriden angeboten werden, die zwar erstklassige Eigenschaften haben, deren Samen aber leider nicht diese Vorteile 1:1 weitergeben, sondern nach der Mendelschen Vererbungslehre einen "bunten Strauß von Möglichkeiten" in sich bergen und dazu gehören dann auch alle unerwünschten. Mit anderen Worten: Nachbau wenig erfolgversprechend.
Es macht also auch auf diesem Gebiet Sinn, sich mehr auf die eigene Sammlung von Samen zu konzentrieren und sich mit einer entsprechenden Sortenwahl unabhängig zu machen, von dem, was der Handel uns – aus welchen Gründen auch immer – vorsetzt. Auch als Hobbygärtnerin muss ich an dieser Stelle  noch deutlich nachbessern. Schon seit Jahren vermehre ich mir liebgewordene Tomaten- und Blumensorten selbst, aber gerade habe ich noch einen richtig schweren Fall vor mir: drei verschiedene Sorten Tomatensorten, deren Papierunterlage ich nicht gleich nach Ernte und Nachbehandlung mit dem Sortennamen versehen habe. Liegt die "Rote Murmel" nun ganz links oder doch in der Mitte? Welcher Samen stammt von der Sardinischen Minitomate? Und wo im Trio hat sich die hübsch anzusehende, aber geschmacklich leider langweilige Tangella versteckt?
Meine Unachtsamkeit bringt mir jetzt vorzeitig das Frühjahr ins Haus: Lange bevor die Pflanzenvorzucht sinnvoll ist, muss ich jetzt das Zimmergewächshaus für die Samenprobe aufstellen, damit  ich herausfinden kann, wer wer ist. Diese Aufgabe vor Augen, kann ich beim nächsten Einkaufstermin bestimmt auch den Ständern mit den bunten Samentüten widerstehen...

Dienstag, 14. Januar 2014

Die Axt im Haus . . .

Die Axt im Haus erspart den Zimmermann. Diese Erkenntnis stammt nicht von uns, sondern von Friedrich Schiller, und zwar aus dem Drama "Wilhelm Tell" über den gleichnamigen Schweizer Freiheitskämpfer. Aber sie könnte ebensogut auch von uns sein, nur dass wir wahrscheinlich den Satz geringfügig verkürzt hätten: Die Axt im Haus erspart den Mann. Vielleicht hätten wir noch hinzugefügt: auf dem Hof. Also: Die Axt im Haus erspart den Mann auf dem Hof. Soll heißen: Wir beiden Frauen kommen auch ganz gut ohne Mann zurecht. Und wir sind nicht nur im Besitz einer Axt, sondern verstehen es auch damit umzugehen. Zum Holzhacken muss man und auch Frau ja zum Glück keine große Kraft aufwenden, denn es zählt allein die Technik. Und wenn unser über 80 Jahre alter, spindeldürrer Nachbar jeden Tag zwei Stunden Holz hacken kann, ohne dabei ins Schwitzen zu kommen, sollten wir das wohl auch schaffen. Seitdem wir eine wunderbar, leichte Fiskars-Axt (made in Finland) haben, macht uns das Holzhacken sogar richtig Spaß, allerdings nur, wenn wir Eiche und Birke zu spalten haben. Das von Natur aus zähe Fichtenholz erfordert zuweilen den Einsatz einer schweren Spaltaxt, und das ist dann schon ziemlich anstrengend.
Von unserem Nachbarn haben wir gelernt, nicht falschen Ehrgeiz zu entwickeln und den gesamten Jahresvorrat an Holz an einem Wochenende spalten zu wollen. Stattdessen hacken wir lieber jeden Tag – meistens kommen wir nur jeden zweiten dazu – einen kleinen Haufen, der drei bis vier Schubkarren Brennholz ergibt.
Holz hacken ist Männersache? Von wegen! Wir können das auch! Die alten (nicht imprägnierten) Dachlatten im Hinter-grund, die angefallen sind, als wir im Sommer unsere Dächer neu decken ließen, müssen auch noch zu Brennholz verarbeitet werden.                                                                                                                                                                              Foto: Inka
Das Fällen der Bäume – gefällt werden nur tote oder schon kranke Bäume – haben wir aber doch lieber Männern überlassen, die etwas davon verstehen. Wir können zwar auch mit der Motorsäge umgehen, aber erstens standen die zu fällenden Bäume gefährlich dicht an unserer Scheune und zweitens nervt uns der Lärm und der Gestank der Zweitaktermotoren, mit denen die Sägen angetrieben werden.

Montag, 13. Januar 2014

Jäger geraten selbst ins Visier

Gut, dass nur das Kameraobjektiv und kein Gewehrlauf
auf diesen stattlichen Rothirsch gerichtet wurde. Foto: Inka
Auf unseren Sonntagstouren mit den Hunden kommen wir an Dutzenden von ihnen vorbei: Hochsitze, die den Jägern ihr blutiges Hobby komfortabler machen sollen. Außer bei Drück- oder Treibjagden würde heutzutage doch kaum ein Jäger mehr auf die Idee kommen, wie die Steinzeitmenschen den Spuren der Wildtiere zu folgen. Nein, stattdessen fährt der moderne, durch Übergewicht ohnehin in seiner Bewegung eingeschränkte Jäger mit seinem SUV bis unter den Hochsitz, quält sich die Leiter hoch und wartet dann dort oben, bis ihm Reh, Hirsch der Wildschwein direkt vor die Flinte oder Büchse läuft. Damit der Jäger nicht ohne Beute nach Hause zurückkehren muss, hilft er dem Jagdglück gerne etwas auf die Sprünge, indem er in Sichtweite des Hochsitzes einen Futterplatz mit Mais und Zuckerrüben anlegt – ungefähr so, als würde man ein paar Leute zum Abendessen einladen, um sie dann abzuknallen.
Ich hätte ja noch ein gewisses Verständnis für die Jagd, wenn die Jäger sie ausschließlich zur Fleischbeschaffung für den eigenen Bedarf betreiben würden. Ein Jäger, der konsequent auf jedes Fleisch aus Massentierhaltung verzichten und nur Fleisch von Tieren essen würde, die er selbst erlegt hat, hätte meinen Respekt verdient. Aber leider scheint es dieses Idealbild von einem Jäger nicht zu geben (falls doch, bitte melden!). Der Appetit auf Wildschwein, wie man ihn von Obelix kennt, ist heute kaum noch eine Motivation. Geld sparen lässt sich durch diese Art der Fleischbeschaffung  auch nicht. Wer die Kosten für die Jagdpacht, den Jagdschein und die ganze Ausrüstung zusammenrechnet,  kommt schnell auf eine Summe, die ausreichen würde, um davon täglich Rinderfilet kaufen zu können.
Zwar sind die Jäger aus Imagegründen dazu übergegangen, sich selbst als Naturschützer zu bezeichnen  – und wer schützt die Natur vor den Jägern? –, aber im Grunde genommen wird Jagd heutzutage doch vorrangig als prestigeträchtiges Hobby von Besserverdienern betrieben. Für Jagdreviere, in denen sich nicht nur Fuchs und Hase gute Nacht sagen, sondern auch kapitale Hirsche leben, werden Unsammen für die Pacht hingeblättert. Und wer sich kein eigenes Jagdrevier leisten kann, besorgt sich seine Trophäen auf andere Weise. Er bucht zum Beispiel ein Wochenende auf einem sogenannten "Jagdgut" – das sind Landhäuser mit großem Gehege drumherum, in denen Hirsche wie im Tierpark gehalten werden, um sie zahlungskräftigen Kunden vor den Hochsitz zu treiben. Der Kunde muss dann nur noch abdrücken, und kann vor seinen Freunden zu Hause mit einer ansehnlichen Trophäe protzen. Manche dieser "Jagdgute" – ich habe mir ein solches selbst einmal durch den zwei Meter hohen Zaun angeguckt – stammen noch aus der Nazizeit. Die Besitzer haben gewechselt, aber der Sinn und Zweck dieser Einrichtungen ist immer noch derselbe.
Aus der Nazizeit stammt übrigens auch die Jagdgesetzgebung. Sie wurde von Reichsjägermeister Hermann Göring 1934 als Reichsjagdgesetz in Kraft gesetzt und stimmt in wesentlichen Teilen mit dem Bundesjagdgesetz überein. Es ist also höchste Zeit, dass da mal etwas grundlegend überarbeitet wird. Und tatsächlich scheint jetzt, nach dem Urteil des Europäisches Gerichtshof für Menschenrechte (nicht für Tierrechte!) in Straßburg, wonach Grundstückseigentümer aus Gewissensgründen die Jagd auf ihrem Grund und Boden verbieten können, endlich eine Diskussion über den Sinn und Unsinn der Jagd in Gang zu kommen. Die Medien leisten ihren Beitrag dazu, indem sie in Dokumentationen Jäger und Jagdkritiker zu Wort kommen lassen. In der kommenden Woche werden sich gleich zwei Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen kritisch mit dem Thema Jagd befassen:
• Am Sonntag, 19. Januar, läuft von 14:40 bis 15:10 Uhr im ZDF in der Reihe "planet e." die Dokumentation "Jäger in der Falle". Wer am Sonntagnachmittag, so wie ich, etwas Besseres vorhat, als vor der Glotze zu sitzen, kann sich die Sendung natürlich auch im Internet anschauen.
• Am Mittwoch, 22. Januar, wird von 20:45 bis 21:15 Uhr im MDR-Fernsehen in der Reihe "Exakt - die Story" die Dokumentation "Gejagte Jäger – Zwischen Naturliebe und Blutsport" gezeigt.

Sonntag, 12. Januar 2014

Durch den Wald und in die Heide

Mit Fyffes und Foxy in der Schnuckenheide.
Nicht über den Fluß und in die Wälder, wie der Titel eines Hemingway-Romans lautet, sondern durch den Wald in die Heide führte uns unsere heutige Sonntagstour mit den Hunden.
Von der Heide, die früher den Großteil der Fläche zwischen Hannover und Hamburg bedeckte un d den Reisenden damals schier endlos erschien, sind heute nur noch einige kleine Inseln übriggeblieben. Bei uns in der Nähe gibt es gleich zwei dieser Heidegebiete. Während der Heideblüte im Spätsommer treten sich die Touristen dort an den Wochenenden fast gegenseitig auf die Füße. Außerhalb der Heideblüte, besonders jetzt im Winter, hat man die Heide dagegen ganz für sich alleine und kann so die herbe Schönheit dieser Steppenlandschaft, in der außer dem Heidekraut lediglich Birken und Wacholder und einige wenige Eichen wachsen, besonders genießen.
Picknick-Pause. Für uns gab's Kräutertee und Spekulatius,
für Fyffes und Foxy Hundekuchen.
Heute entschieden wir uns für die Schnuckenheide (Schnucken ist die Kurzform von Heidschnucken, das sind die typischen Heideschafe mit den schwarzen Köpfen), wo wir, wie wir erschreckt feststellten, seit mindestens zehn Jahren nicht mehr waren. Da hat man schon so eine reizvolle Landschaft quasi direkt vor der Haustür, und ist doch nie dort!
Da wir davon ausgehen konnten, dass es in der Schnuckenheide einige Sitzbänke gibt, von denen aus man in die tief stehende Wintersonne blinzeln kann, beschlossen wir, dort ein ein kleines Picknick zu machen. Dafür hatte ich eine Kanne Kräutertee und einen kleinen Vorrat an Spekulatius dabei (ja, ich weiß, die Weihnachtszeit ist vorbei, aber diese Weihnachtskekse schmecken trotzdem, und außerdem sind Spekulatius im Gegensatz zu den meisten anderen Keksen vegan). Ach, eine kleine Tüte mit Hundekuchen für Fyffes und Foxy war natürlich auch noch im Rucksack.
Birken, Wacholder und vor allem Heidekraut.
In der Heide begeisterte uns weniger das struppige, außerhalb der Blütezeit graubraune Heidekraut als vielmehr die Birken mit ihren leuchtend weißen Stämmen und den leicht rötlichen Kronen vor dem blauen Himmel. Im direkten Vergleich mit diesem strahlenden Weiß wirkte das Fell von Fyffes und Foxy, als wäre es gelb.
Während wir auf der Hintour die Sonne im Rücken hatten, schien sie uns auf der Rücktour direkt ins Gesicht, und zwar so heftig, dass wir kaum noch den Weg sehen konnten. Wir hätten Sonnenbrillen mitnehmen sollen. Aber wer denkt schon daran mitten im Januar!?
Außerdem hätte ich daran denken sollen, eine Speicherkarte in die Kamera einzulegen. So habe ich die Kamera mitgeschleppt, konnte aber doch nichts mit ihr anfangen. Zum Glück ist sie ja nicht schwer. Aber die fotografische Ausbeute der Tour war natürlich gleich Null. Die Fotos für diesen Beitrag haben wir notgedrungen mit dem iPhone gemacht.

Samstag, 11. Januar 2014

Komische Vögel

Sumpf-, Weiden- oder Tannenmeise? Oder habe ich eine
Meise?
"Wllze-wllzewllze-..." oder doch eher "tschüpp-tschüpp-tschüpp" oder war es tih tih tih..."? Ich bin verwirrt. Eine "gute Landfrau" sollte außer Schnur, Taschenmesser und vielleicht auch Taschenlampe nie ohne Vogelbestimmungsbuch vor die Tür gehen. Das habe ich nun davon, Schnur, Taschenmesser und -lampe hätten mir in diesem Fall nichts genutzt, wohl aber das Vogelbestimmungsbuch, hätte ich es nur griffbereit dabei gehabt.
So stehe ich nur da, schaue in den Himmel, überlege, ob ich eine Regenjacke anziehen muss, als sich Ungewöhnliches ankündigt: Ein munteres Gepiepe und Getschilpe, ein Stäuben in der kahlen Hofkastanie und dann kommt da plötzlich eine Truppe kleiner Vögel herangeflogen, macht sich entschieden und ziemlich lautstark über die Meisenknödel im Apfelbaum her. Dabei habe ich doch erst vor drei Tagen geschrieben, dass die Vögel aufs Vogelfutter pfeifen. Diese hier nicht. Eifrig picken und hacken sie auf die Knödel ein, bekommen es zwischendurch noch fertig, lautstark  miteinander zu erzählen.
Mir schwirrt der Kopf. Wer sind wohl die fremden Gäste? Meisen, ganz ohne Frage, aber keine Kohl-, Blau- oder Haubenmeisen. Sechs Tiere, die so schnell hin- und herfliegen, dass sie den Eindruck erwecken, als seien sie viel mehr als nur zu sechst. Weidenmeisen, tippe ich, wegen der Gefiederfarbe. Aber ich will es genau wissen, gehe ins Haus zurück, hole das Bestimmungsbuch aus dem Regal, blättere schon einmal bis auf Seite 267, springe wieder nach draußen.
Und nichts. Die Schar ist verschwunden, nur die Frage nicht, welche Vögel das waren. War die "Kopfplatte" nun schwarzglänzend (Sumpfmeise) oder doch stumpf (Weidenmeise)? Für die Sumpfmeise spricht (sie sieht der Weidenmeise ziemlich ähnlich), dass sie sich außerhalb der Brutzeit eher nicht "Meisenschulen", also Zusammenrottungen verschiedener Meisenarten, anschließt.  Aber "paarweise" ist sie nun auch nicht gerade aufgetreten, es waren ja schließlich sechs Vögel. Überhaupt, mir fehlen die weißen Abzeichen an den Flügeln, die ich zu sehen gemeint habe. Also keine Sumpf- oder Weidenmeisen, sondern, ganz klar: Tannenmeisen. Die sollen eigentlich auch mit anderen Meisen unterwegs sein, es sei denn, ich habe es hier mit einer "Massenauswanderung aus Nordeuropa" zu tun. Zu der kommt es, wenn es ein Jahr mit wenig Fichtensamen ist.  Jetzt muss ich eigentlich nur noch mit dem NABU in Norwegen telefonieren, um die Frage nach der Versorgung mit Fichtensamen zu klären. Dann könnte ich ziemlich sicher sein, wer da meine "Sozialsysteme" in Form von Meisenknödeln geplündert hat. Ein klarer Fall für den Horst Seehofer von der CSU, der scheint auf diesem Gebiet ja Fachmann zu sein.
Mir waren die schönen Vögel jedenfalls willkommen, hoffentlich schauen sie morgen wieder vorbei, damit ich mit meiner Bestimmung weiterkomme und darauf achten kann, ob sie "Wllze-wllzewllze-..." oder doch eher "tschüpp-tschüpp-tschüpp" oder  tih tih tih..." gesagt haben...
Das Bestimmungsbuch habe ich morgen auch dabei, garantiert.

Freitag, 10. Januar 2014

Viel Schotter und trotzdem nicht reich

Viel Schotter macht nicht reich – allenfalls reich an Arbeit.
Wenn man viel Schotter hat, heißt das noch lange nicht, dass man finanziell ausgesorgt hat. Oder etwa doch? Ja, ich kann es bestätigen: Mit viel Schotter ist man reich – allerdings lediglich reich an Arbeit, vor allem, wenn man ihn nicht für sich allein beansprucht, sondern großzügig verteilen will.
Als der Lastwagenfahrer heute Morgen die Fuhre Schotter am Rand des Paddocks abkippte, war ich etwas enttäuscht: Wie, das  soll alles sein? 14 Tonnen oder acht Kubikmeter?
Ich greife zur Schaufel...
Das reicht doch nie! Von einem Berg konnte jedenfalls keine Rede sein. Nur knapp zwei Meter hoch war der Hügel. Doch als ich mich dann am späten Nachmittag im Lichtkegel eines Baustrahlers – es wurde schon dunkel – an die Arbeit machte, merkte ich sehr schnell, dass es doch eine ganze Menge Material war. Irgendwann nach der 30. Schubkarre hörte ich auf zu zählen, verteilte dann aber etwa noch einmal soviel. Gegen 20 Uhr hatte ich dann immerhin schon den halben Hügel abgetragen und im Paddock verteilt. Und jetzt bin ich völlig erschöpft. Morgen geht es weiter.
Was tut man nicht alles, um seine Schäfchen (in diesem Fall sind es Pferde) ins Trockene zu bringen!

Donnerstag, 9. Januar 2014

Schlammschlacht

Fast hätte es mir heute im Paddock die Stiefel ausgezogen. Sie hatten sich im
Schlamm festgesaugt.
Iiiiiii, ist das eklig! Beim Absammeln der Pferdeäpfel im Paddock hätte es mir heute fast die Stiefel ausgezogen! Meine voll beladene Schubkarre, die ich mit Schwung durch den Matsch manövrierte, fuhrt sich plötzlich fest, und ich wäre beinahe in hohem Bogen über sie 'rüber und kopfüber in die Pampe geflogen. Zum Glück bremsten mich die Stiefel, die sich festgesaugt hatten.
Als die schlingernde Schubkarre und ich endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten, spritzte ich mir erst einmal mit dem Wasserschlauch die Gummistiefel ab und eilte dann ins Haus ans Telefon.
Motte im Matsch: Die Kleinste aus unserer
Ponygruppe beobachtet meinen angestreng-
ten Versuch, die Schubkarre wieder frei zu
bekommen. Mit ihrem "Allradantrieb" hat
sie im Matsch weniger Probleme als ich.
Nein, ich beschwerte mich nicht beim Deutschen Wetterdienst über den Winter, der bislang gar keiner ist und uns statt Schnee nur Regen bringt, und ich bestellte auch keine Schubkarre mit Allradantrieb und Ackerprofilreifen. Stattdessen orderte ich kurzerhand je eine Fuhre Schotter und Sand – insgesamt rund 28 Tonnen. Damit werde ich hoffentlich die Folgen des miesen Wetters halbwegs beseitigt bekommen.
Morgen kommt der erste Lastwagen und bringt den Schotter. Nachdem wir den mit Schaufeln verteilt haben (puh, wird das viel Arbeit!), wird Mitte nächster Woche dann der Sand geliefert, der die weiche, pferdefreundliche Auflage auf dem Schotter bilden soll. Wichtig ist nur, dass wir den Paddock trocken bekommen, bevor es friert (was in diesem Winter vielleicht doch noch irgendwann passiert). Denn sonst verwandelt er sich in eine Eisfläche, und wir müssen den Pferden Schlittschuhe anziehen.
Zum Glück ist nur ein Teil des Paddocks "überflutet". Dank des abschüssigen Geländes sind die höher liegenden Bereiche trocken, sodass die Pferde nicht ständig im Schlamm stehen müssen. Aber leider befindet sich das Tor zum Paddock genau dort, wo der Matsch am schlimmsten ist. Und so bleibt mir gar nichts anderes übrig, als mich jeden Tag auf eine Schlammschlacht einzulassen. Ich bin nur froh, dass wir hier in der Lüneburger Heide Sandboden haben. Bei schwerem Lehmboden würde der Matsch wahrscheinlich wie Kleister an den Stiefeln kleben.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Die Balkonkästen sind schon bepflanzt

Nicht nur in dieser kleinen Blechwanne hat das Kapkörbchen
(Bornholm-Margerite, l.) die Minusgrade draußen bislang
unbeschadet überstanden.
Wie heißt es doch gleich? Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, aber wer zu früh kommt, darf leider auch nicht mit Strafminderung rechnen. Deshalb mache ich mir auch langsam Sorgen, um all  die Gewächse, die nach kurzer Frostphase und ein paar Nächten mit minus fünf Grad jetzt schon denken, das war‘s mit dem Winter und fröhlich auf Frühling machen. Die Rosen treiben schon wieder durch, im Vorgarten werden demnächst Hyazinthen blühen. So viele Spiritus-Gewächshausbrenner kann ich gar nicht kaufen, um fürs Wohlfühlklima zu sorgen, wenn dieser Winter sich doch noch entschließt, ein solcher zu werden.
Die Tiere sind nicht minder unbekümmert. Es zwitschert und singt aus der Hofkastanie, aufs Vogelfutter wird gepfiffen – kein Hunger auf gutgemeinte Zusatzgaben. Meinen Rosenwinterschutz in Form von Erdanhäufelung kann ich vergessen, den haben die Amseln zunichte gemacht und das Erdwerk auf der Suche nach Kleingetier schon frühzeitig übers Beet verteilt. Da muss ich noch mal ‘ran, das hilft alles nichts.
Bleibt also einfach zu hoffen, dass die da draußen schon wissen, was sie tun. Und ein Gutes hat es ja auch, dass es bislang so mild war: Die Balkonkastenbepflanzung kann ich nahtlos aus dem vergangenen Jahr übernehmen. Eine verträumte Ringelblume, die bis in den Dezember hinein blühte, die hatten wir schon, aber Kapkörbchen, die die Zeit draußen bis jetzt schadlos überstanden haben, die noch nicht. Ach ja, dann habe ich auch noch ein paar Blumenzwiebeln, eigentlich im Herbst zu pflanzen, in einer Schublade vergessen. Macht nichts, wir haben ja eigentlich noch Herbst und ich damit reichlich Zeit, die noch zu verbuddeln...

Dienstag, 7. Januar 2014

Hühner sind auch nur Menschen

Hurra, heute gibt's Nudeln! Alle Hühner stürzen sich sofort
aufs Essen...
Lässt man Kinder zwischen einem Salatteller und einer Portion Pasta mit Tomatensauce wählen, werden sich wahrscheinlich neun von zehn Kindern für die Pasta entscheiden. Unsere Hühner sind in dieser Hinsicht wie Kinder. Serviere ich ihnen knackigen Salat, hält sich die Freude in Grenzen. Abends liegen meist noch einige Salatblätter unangetastet im Auslauf. Stelle ich ihnen jedoch, so wie heute, einen Teller mit Nudeln hin, dauert es – ich habe auf die Uhr geguckt – noch nicht einmal 90 Sekunden, bis der leer ist.
Ich tröste mich damit, dass es Vollkornnudeln waren, die ernährungsphysiologisch immerhin ein bisschen höherwertig einzustufen sind als helle Nudeln.
... und ratzfatz ist der Teller leer. Aber liegt da nicht noch eine
vergessene Nudel unter dem Tellerrand?
Wenn die Hühner ihren Speiseplan selbst zusammenstellen könnten, würde es am ersten Tag Pasta, am zweiten Tag Kartoffelbrei und am dritten Tag eingeweichtes Weißbrot geben, und am vierten Tag würde es wieder mit Pasta weitergehen. Da wir ihnen aber nicht nur Kohlenhydrate füttern wollen, gibt es täglich geraspelte Möhren und Äpfel, Vogelmiere und abwechselnd Salat, Rüben und Kohl und im Sommer natürlich frisches Gras. Außerdem erhalten sie jeden Tag Getreidekörner, die sie allerdings lieber durch in warmem Wasser gequollene Haferflocken ersetzen würden. Leider haben sie nur wenig Verständnis dafür, dass wir uns bemühen, sie halbwegs gesund zu ernähren.
Fazit: Hühner sind auch nur Menschen...

Entdeckt! Schnell bringt das Huhn seine Beute vor den anderen Hühnern in Sicherheit.                                               Fotos: Inka

Montag, 6. Januar 2014

Klarer Fall von Schreibblockade

Foxy findet Bloggen klasse. Das ist so schön gemütlich – nur nicht für mich.
Es ist zum Verrücktwerden!
Kaum setze ich mich, um ein paar Zeilen in diesem Blog zu schreiben, dann stellen sich in kürzester Zeit Ermüdungserscheinungen ein: Der Arm wiegt Tonnen, die Hand schläft ein, der Rücken schmerzt, im Kopf gähnende Leere angesichts der allgemeinen Lähmung. Es ist kaum zu glauben, dass ich bei der Arbeit Zeile an Zeile reihe, wenn‘s sein muss stundenlang. Aber zu Hause, da geht nichts.
Ist ja auch kein Wunder. In der Redaktion habe ich ja auch kein Hündchen dabei. Hier muss  ich mich nur setzen, und schwupps – sitzt Foxy auch gleich bei mir auf dem Schoß. Jetzt machen wir es uns gemütlich, scheint sie sich zu sagen und bettet ihren Kopf entspannt auf meinen Unterarm, der darauf nicht allzu entspannt reagiert. Groß bewegen darf ich mich nicht, das würde Foxy schließlich aufwecken. Schreiben wird so zur Schwerstarbeit, weniger für den Kopf als für den Körper. Alternativen habe ich schon ausprobiert. Heute Abend könnte ich mich gut mit einem Regenschirm ausgestattet draußen auf die Gartenbank setzen, es regnet in Strömen, da schickt man keinen Hund vor die Tür hinaus, freiwillig geht er schon gar nicht. Das Schlafzimmer ist auch ein guter Rückzugsort, vor allem ist es dort trockener, dafür aber lausig kalt, denn geheizt wird dort nicht. Die dritte Alternative: Foxy einfach herunterschmeißen und mit klarem Befehl auf ihren Schlafsessel verweisen, aber das bringe ich nicht übers Herz. Und wer weiß, wahrscheinlich würde sich dann erst recht eine Schreibblockade manifestieren in Form geistiger Leere, denn: Ohne Hündchen fehlt mir was!

Sonntag, 5. Januar 2014

Ab in die Erde!

Vor der Terrasse unseres Gartenhauses, wo sich auch der Mörtelkübel-Miniteich befand, haben wir heute das Becken vom
Sperrmüll eingegraben.                                                                                                                                           Foto: Inka/Marion
So, das schwarze Plastikmonster vom Sperrmüll ist in der Erde versenkt. Normalerweise wäre der Boden zu dieser Jahreszeit wahrscheinlich gefroren und wir hätten gar nicht buddeln können. Das milde Wetter hat also auch seine Vorteile.
Es war schon ziemlich dunkel draußen, als wir den Teich end-
lich befüllt hatten.                                                         Foto: Inka
Unseren Plan, den kleinen Gartenteich erst im Frühling zu befüllen, mussten wir allerdings aufgeben, denn beim Einschlämmen drohte das Becken aufzuschwimmen. Es brauchte etwas mehr Gewicht, also haben wir es mit 140 Liter Wasser befüllt (ich hätte gar nicht gedacht, dass so viel in das Becken passt). Das Wasser werden wir den Winter über im Becken lassen, denn wir haben jetzt auch schon die Wasserpflanzen aus dem alten Mörtelkübel-Miniteich in den neuen Teich umgesetzt. Mit einem Styroporblock auf dem Wasser sollte eigentlichg nichts kaputtfrieren.
Wenn das Ufer erst einmal etwas eingewachsen ist, wird der Teich bestimmt ganz hübsch aussehen, jedenfalls mehr nach Teich als der runde Mörtelkübel.

Samstag, 4. Januar 2014

Zeit ist Geld

Neugierig inspiziert Paulinchen das schwarze Plastikmonster
vom Sperrmüll, das wir randvoll mit Wasser befüllt haben, um
zu überprüfen, ob es dicht ist.
Unser Gartenteich ist eigentlich eine Pfütze: Gerade einmal 90 Liter Wasser fasst der Maurerkübel, den wir in die Erde eingegraben haben und in dem unsere Seerose, die Schwertlilie und noch ein paar andere Wasserpflanzen gedeihen. Leider hat dieser improvisierte Teich nur eine Tiefwasserzone. Gerne hätten wir auch noch eine Flachwasserzone für Pflanzen, die es zwar feucht mögen, aber nicht unbedingt das Wasser "bis zum Hals" stehen haben wollen. Und so standen wir im Spätsommer im Baumarkt vor den Fertigteichen aus schwarzem Kunststoff. 39 Euro sollte das kleinste Modell kosten. "Für die Pflanzen wäre der perfekt", meinte Marion. "Ja, das denke ich auch, aber so ein Plastikmonster? Ich weiß nicht....". Wir überlegten noch eine Weile, während die Sonne auf uns niederbrannte. "Ach, komm, wir lassen das", sagte Marion, "es ist sowieso zurzeit viel zu heiß, um das Loch für den Teich zu buddeln. Das können wir auch im Herbst oder im nächsten Frühjahr noch machen."
Wir verließen also den Baumarkt ohne Teich, was auch gar nicht schlimm war, denn wir waren ja nicht zum Baumarkt gefahren, um einen Teich zu kaufen, sondern um imprägnierte Kanthölzer und Einschlaghülsen als Ersatz für einige von den Pferden abgeknickte Rundpfähle am Paddock zu besorgen.
Gestern, etwa ein halbes Jahr nach dem Baumarkt-Besuch, machten wir unsere Kurz-vor-Mitternacht- Hunde-Runde durchs Dorf. Da heute Sperrmüllabfuhr sein sollte, lagen vor einigen Häusern allerlei alte, kaputte oder nicht mehr benötigte Dinge zur Abholung bereit. Und was entdeckten wir da im fahlen Neonlicht der Straßenlaterne? Genau so einen Fertigteich, wie wir ihn uns damals im Baumarkt angeschaut und beinahe gekauft hätten. Wir guckten uns grinsend an. Gut, dass wir mit dem Kauf gewartet haben. Da bekommt das Sprichwort "Zeit ist Geld" doch gleich eine neue Bedeutung.
"Hmm", überlegte Marion, "warum werfen die den Teich weg? Der sieht doch noch aus wie neu. Ob der undicht ist?"
"Ach, vielleicht war er ihnen nur zu klein und sie haben ihn durch einen größeren ersetzt. Lass' ihn uns auf jeden Fall mitnehmen. Und falls er doch undicht sein sollte, können wir ihn morgen früh noch schnell bei uns vors Gartentor stellen."
Und so schleppten wir das schwarze Plastikmonster zu mitternächtlicher Stunde nach Hause. Im Garten befüllten wir das Becken sogleich randvoll mit Wasser und gingen dann schlafen. Als Marion heute aus dem Bad kam – sie ist später aufgestanden als ich –, lautete ihre erste Frage: "Und, hält er dicht?"
"Ja, kein einziges Löchlein."
"Schön!"
Somit haben wir nicht nur 39 Euro gespart, sondern müssen auch kein schlechtes Gewissen haben, weil wir Geld für so ein unökologisches Plastikmonster ausgegeben haben. Gegen Sperrmüll-Recycling gibt es doch keine Einwände, oder?
Und da Boden noch nicht gefroren ist, können wir den Teich sogar schon jetzt eingraben und müssen nicht bis zum Frühling warten. Nur mit Wasser befüllen werden wir ihn noch nicht.

Wetterkapriolen

Die Rosen bei uns im Garten denken wegen der milden Temperaturen
offenbar, dass der  Frühling schon begonnen hat.
Irgendwie verrückt: Während der Nordosten der USA im Schneechaos zu versinken droht und die Menschen dort in der Eiseskälte zittern, haben wir hier diesseits des Atlantiks so frühlingshafte Temperaturen, dass bei uns im Garten sogar schon die Rosen austreiben. Wenn der Winter doch noch kommt – wenn nicht, wäre es ein Wunder –, werden die Knospen aber mit ziemlicher Sicherheit alle erfrieren. Dennoch hat das milde Wetter natürlich auch einige Vorteile: Das Wasser bei den Pferden und den Schafen friert nicht ein, und ohne Schnee und Eis ist man ja auch im Straßenverkehr sicherer unterwegs. Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den "richtigen" Winter, besonders auf Touren mit den Hunden im Schnee, der in der Sonne glitzert.

Freitag, 3. Januar 2014

Nur eine Minute

Nur eine Minute dauerte der schöne Naturfilm, der heute Nachmittag auf der
Himmelsleinwand gezeigt wurde.
Als ich heute Nachmittag mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Post war, konnte ich mal wieder großes Kino erleben, wie immer bei freiem Eintritt. Bei dem Film, der auf der Himmelsleinwand lief, handelte es sich allerdings um einen Ultrakurzfilm – er dauerte nur knapp eine Minute, war dafür aber umso beeindruckender.
Gerade hatte noch die Sonne geschienen, aber plötzlich fing es an zu regnen, und am dramatisch dunklen Himmel zeichnete sich ein wunderschöner Regenbogen ab. Die Bäume am Waldrand jenseits des Ackers schienen derweil fast zu brennen – rostrot leuchteten sie. Ich hatte gerade noch Zeit, die Kamera aus meinem Rucksack zu holen und drei Bilder zu machen, dann war die Kinovorstellung auch schon beendet, und die leuchtenden Farben und der Regenbogen waren verschwunden – zurück blieb trübes Grau.


Donnerstag, 2. Januar 2014

Los geht's!

Dies ist kein Grashüpfer und auch keine Grashüpferin, son-
dern ein kleines Heupferd. Davon hatten wir im vergangenen
Sommer viele in unserem Garten. Wir lieben sie wegen der
frühlingsgrünen Farbe und weil sie so schön hüpfen.    Foto: Inka
Was machen Grashüpferinnen im trüben, grauen Januar? Halten sie vielleicht Winterschlaf? Nein, sie starten ein neues Blog. Ja, ich bleibe hier trotzig bei der ursprünglichen, sächlichen Form, obwohl sich im allgemeinen Sprachgebrauch die männliche Form durchzusetzen scheint und immer mehr Leute der Blog sagen.
Aha, da nimmt es wohl jemand mit der deutschen Sprache ganz genau! Allerdings dürfte dann dieses Blog auch nicht Die Grashüpferinnen heißen. Laut Duden gibt es doch nur Grashüpfer. Stimmt! Aber da wollen wir mal nicht so streng sein, denn schließlich sind wir ja keine Insekten (und auch keine Insektinnen), sondern zwei Frauen, die einfach nur meinen, dass die Bezeichnung Grashüpferinnn gut zu ihnen und ihrem Lebensgefühl passt. Die kleinen grünen Tiere aus der Familie der Feldheuschrecken sind für uns nicht nur ein Symbol für den Sommer, sondern auch für Lebensfreude. Ebenso wie sie lieben auch wir es, leichtfüßig durchs Gras zu hüpfen und die kleine Welt am Wegesrand zu entdecken und zu erkunden.
Wir sind, so oft es die Zeit erlaubt, draußen – entweder im Garten, bei unseren Tieren auf dem Hof oder unterwegs mit den Hunden durch Wälder und Wiesen.
Vielleicht hast Du Lust, uns ein wenig zu begleiten. Wir würden uns freuen.